FAZ plus ArtikelVereinigtes Königreich

Was Johnsons Mehrheit bedeutet

EIN KOMMENTAR Von Jochen Buchsteiner
Aktualisiert am 13.12.2019
 - 17:53
Boris Johnson in der Downing Street: Die Wahl hat er gewonnen – und wo geht es danach hin?
Die Konservativen haben die Unterhauswahl klar gewonnen, auch wenn das Bürgervertrauen in Johnson nicht besonders groß ist. Der Brexit wird jetzt kommen. Und wohin wird Johnson Großbritannien nach dem Brexit führen?

Dreieinhalb Jahre nach dem Referendum haben sich die Wähler im Vereinigten Königreich ein zweites Mal dafür entschieden, die EU zu verlassen. Anders lässt sich der Sieg Boris Johnsons nicht interpretieren, der nun mit einer satten absoluten Mehrheit weiterregieren darf. Auch wenn viele Motive in diese Wahlentscheidung eingeflossen sind – Johnsons zentrale Botschaft lautete: „Get Brexit done!“. Und viele wollen den Austritt ganz offenkundig hinter sich bringen.

Das ist nicht nur ein bitteres Ergebnis für alle, die den Brexit für einen Fehler halten. Bitter ist es vor allem für jene knappe Mehrheit der Wähler, die ihre Stimme Parteien gegeben haben, die ein zweites EU-Referendum abhalten wollten. Das Vereinigte Königreich bleibt also tief gespalten, die Politiker aber werden nun den Austritt vollziehen. Keinen Grund aber haben die „Remainers“, wie 2016, zu behaupten, dass das Volk mit falschen Versprechungen in die Brexit-Falle gelockt worden sei. Diesmal warb Johnson mit einem detaillierten, von Brüssel abgesegneten Austrittsmodell – und erhielt dafür die absolute Mehrheit im Parlament.

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Quelle: F.A.Z.
Jochen Buchsteiner - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Jochen Buchsteiner
Politischer Korrespondent in London.
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