FAZ plus ArtikelJohnson gegen Corbyn

Eine radikale Wahl

EIN KOMMENTAR Von Philip Plickert, London
Aktualisiert am 09.12.2019
 - 08:32
Das hat mit Sozialdemokratie nicht mehr viel zu tun: Jeremy Corbyn fordert Verstaatlichungen im großen Stil.
Die Labour-Partei unter Corbyn ist keine sozialdemokratische Partei mehr. Mit sozialistischen Forderungen und geplanten Verstaatlichungen macht er auf sich aufmerksam. Die Tories dagegen sind weiter nach rechts gerückt.

Auf den letzten Metern vor der Neuwahl in Großbritannien steigt die Spannung. Laut einigen Umfragen hat die Labour Party mit ihrem radikalen Programm aufgeholt, der Vorsprung der Konservativen ist geschrumpft. Die meisten Prognosen erwarten, dass die Tories von Premierminister Boris Johnson eine Mehrheit der Parlamentssitze erreichen. Aber es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass Labour-Chef Jeremy Corbyn ihn ablöst. Allein die Möglichkeit lässt die Nervosität in Wirtschaftskreisen wachsen. Viele sehen in dem Sozialisten mit seiner Verstaatlichungs- und Steuererhöhungsagenda eine größere Gefahr als das Risiko eines ungeregelten Brexits.

Tatsächlich steht das Vereinigte Königreich, gut vierzig Jahre nach der Wahl von Margaret Thatcher, vor einer weitreichenden Richtungsentscheidung. Labour unter Corbyn ist keine sozialdemokratische Partei mehr, sondern sie wurde von marxistischen Überzeugungstätern gekapert und weit nach links verschoben. Corbyns enger Verbündeter John McDonnell, der Finanzminister werden möchte, nannte „Marx, Lenin und Trotski“ als prägende intellektuelle Einflüsse und bezeichnete Venezuela unter Hugo Chávez als Vorbild.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Plickert, Philip
Philip Plickert
Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.
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