FAZ plus ArtikelNach Werbung für Söder

Haseloff in der Defensive

Von Reinhard Bingener
20.04.2021
, 17:51
Als erster Parteigrande warb Sachsen-Anhalts Ministerpräsident für Söders Kandidatur – und beanspruchte, für die ostdeutsche CDU zu sprechen. Damit hat sich Reiner Haseloff vor der Landtagswahl in eine schwierige Lage gebracht.

Die CDU in Sachsen-Anhalt hat am Dienstag ein großes Plakat präsentiert. „Der Richtige in schwierigen Zeiten“, lautet der Slogan. Es ist allerdings nicht der wenige Stunden zuvor nominierte CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet, der die Betrachter großformatig anlächelt. (Zur Sicherheit sei hinzugefügt: Markus Söder ist es auch nicht.) Nein, abgebildet ist natürlich Reiner Haseloff, der CDU-Spitzenkandidat für die anstehende Landtagswahl am 6. Juni.

Der langjährige Ministerpräsident schaut auf dem Plakat allerdings so ernst und streng, wie er nur gucken kann. Die Absicht dahinter ist klar: Haseloff soll als Fels in der Brandung inszeniert werden, als Defensor patriae gegen AfD und Linksbündnis: Der letzte Mann im Land, der den ganzen Laden zusammenhält. Reiner Haseloffs finstere Miene passt allerdings auch gut zu seiner eigenen Lage: Erstens befindet sich der Ministerpräsident derzeit wegen Corona-Infektionen bei seinen Sicherheitsleuten in Quarantäne. Zweitens entspricht die am Montagabend getroffene Festlegung der Bundes-CDU auf den Kanzlerkandidaten Armin Laschet überhaupt nicht den Wünschen der sachsen-anhaltischen CDU.

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Autorenporträt / Bingener, Reinhard
Reinhard Bingener
Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.
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