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Schrott und Korn

Von ANNE WAAK
Foto: Kay Nietfeld/dpa

23.02.2017 · Ghana verkauft den Rohstoff der Schokolade nach Europa. Und erhält im Gegenzug reichlich Elektromüll. Ist das fair? Antworten gibt es entlang der Lieferkette der Verwertung, auf giftigen Müllbergen und bei stolzen Bauern.

Kwaku Amoateng Foto: Anne Waak

D ie Sonne scheint schwach durch die Staubschwaden, die der Wind aus der Sahara nach Ghana geweht hat. Wäre es nicht so heiß und trocken, könnte man die Schleier in der Luft für Nebel halten. Kwaku Amoateng, ein freundlicher Mann im blau-weiß gestreiften Polohemd und mit Schlappen an den Füßen, steht unter dem Blätterdach eines seiner Bäume. Über seinem Kopf hängen rotgrüne Früchte, manche groß wie Brotlaibe. „Ich bin Bauer geworden, weil mir der Kakao ein besseres Leben bieten konnte“, sagt er. Der 54-Jährige – verheiratet, zwölf Kinder – wurde hier geboren, am Lake Bosomtwe in Ghanas Zentralregion, wo die Ortsnamen eher an Japan denken lassen: Abaase, Kuntanse, Abono. Der von Regenwald und zerfurchten Bergen eingefasste Kratersee liegt mitten im sogenannten Kakaogürtel, einem Streifen zwischen dem nördlichen und dem südlichen Wendekreis, in dessen tropisch-feuchter Hitze der Kakaobaum gedeiht.

Doch auch das bessere Leben, das Amoateng hier gefunden hat, ist ein hartes. Laut der Organisation Fairtrade verdienen ghanaische Kakaobauern durchschnittlich 1,50 amerikanische Dollar am Tag. Für Kwaku Amoateng wird es in dieser Saison nur ein Bruchteil dessen sein. Der Kakaopreis fällt, er verdiente schon in der vergangenen Saison 713 ghanaische Cedi, umgerechnet nur 128 Euro. Und das, obwohl Ghana in den vergangenen Jahrzehnten einen bemerkenswerten Aufstieg hingelegt hat. Betrug das Bruttonationaleinkommen im Jahr 2002 noch 280 Dollar pro Kopf, war es 2013 mehr als sechsmal so groß. Auch wenn sich das Wachstum seit 2011 wieder deutlich verlangsamt hat.

Das Land ist reich an Gold, Öl und Mineralien. Das bedeutendste landwirtschaftliche Exportgut ist und bleibt jedoch der Kakao. Und doch ist der reine Rohstoffexport vergleichsweise unprofitabel: Setzt der Kakaosektor in Ghana zwei Milliarden Dollar im Jahr um, sind es in der Schokoladenindustrie auf der Welt 98 Milliarden Dollar. Ghana ist nach der benachbarten Elfenbeinküste der zweitgrößte Kakao-Exporteur der Welt, sechzig Prozent des weltweiten Bedarfs stammen aus diesen beiden Ländern.

In der Zentralregion Ghanas: Der See Bosomtwe. Foto: dpa

Seit fast zwanzig Jahren bewirtschaftet der Bauer Amoateng die siebzehn Hektar Land, ein Fläche so groß wie fünfundzwanzig Fußballfelder. Bevor er Kakaobauer wurde, war Amoateng Fischer, wie viele der Bewohner der Dörfer rund um den See. Der Legende nach entdeckte ein Ashanti-Jäger das fischreiche und einst noch von dichtem Wald umstandene Gewässer, als er eine verletzte Antilope verfolgte. Er ließ sich hier nieder und nannte den See Bosomtwe, „Antilope Gottes“. Heute ist das Gewässer überfischt. Immer mehr Menschen leben vom Kakaoanbau.

Achthunderttausend ghanaische Kleinbauern und -bäuerinnen leben wie Kwaku Amoateng vom Kakao. In der Haupterntezeit ab Oktober pflücken sie die Früchte, stapeln sie unter den Bäumen zu Haufen und lassen sie ein paar Tage liegen, das macht den nächsten Schritt leichter. Sie öffnen dann die dicken Schalen mit Macheten, um die bis zu vierzig pralinengroßen Samen darin herauszulösen. Diese fermentieren dann unter Bananenblättern, bevor sie langsam in der Sonne trocknen. In Säcke verpackt, wird die Ware von Trucks abgeholt und zu einer der Geschäftsstellen des Ghana Cocoa Board gebracht. Das ist die staatliche Regulierungsbehörde, die das Exportmonopol hat.

Foto: Kay Nietfeld

Sodom und Gomorrha

E in anderer ghanaischer Wirtschaftszweig lässt sich gut zweihundert Kilometer entfernt vom Kleinbauern besichtigen. Hier, am Rande der Hauptstadt Accra, sitzen die letzten Teilnehmer eines anderen weltumspannenden und jährlich anwachsenden Handels – dem mit gebrauchten Elektronikgeräten. Ausrangierte Computer, Mobiltelefone und Laptops aus Europa und Asien landen mit kurzer Restlebensdauer in Westafrika, wo sie im besten Fall repariert und weiterverwendet werden. Im schlechtesten Fall sind sie schon schrottreif. Am Ende landet alles auf der Schrotthalde Agbogbloshie.

Die jungen Männer, die dort die Plastikummantelungen von Kabeln verbrennen, um an die wertvollen Metalle darin zu gelangen, riskieren ihre Gesundheit und verdienen ähnliche Hungerlöhne wie die Kleinbauern. Kakao raus, potentielles Gift rein – von Ghanas einfachen Leuten aus gesehen profitieren im Handel zwischen dem Westen und dem, was der globale Süden genannt wird, langfristig nur die anderen. Die Ghanaer sind jeweils die ärmsten und verletzlichsten Glieder der Wertschöpfungsketten.

Zu dieser Sichtweise passt, dass nur vier Prozent der weltweit verzehrten Schokolade in Afrika gegessen werden. Den Geschmack der hitzebeständigen ghanaischen Marke „Golden Tree“, die in der sengenden Hitze von Straßenhändlern verkauft wird, bezeichnen manche Einheimische schlicht als „schrecklich“, andere mutmaßen, dass der Hersteller heimlich einen Anteil an Kakaobutter durch billigere Sheabutter ersetzt. Tatsächlich erinnert die brüchige Konsistenz der für den heimischen Markt gedachten Ware eher an trockene Blockschokolade. Das mag niemand. Eine Tafel aus dem Kakaoland Ghana eignet sich als Souvenir ungefähr genauso gut wie ein kaputtes Nokia-Handy. In Europa hergestellte Schokolade, die als Import in den heruntergekühlten Supermärkten Accras erhältlich ist, kostet dagegen umgerechnet 3,50 Euro pro Tafel.

Der Kakao ist der Stolz Ghanas. Und wie er zum wichtigstem Agrarprodukt des Landes wurde, ist eine Erfolgsgeschichte: Es war ein Analphabet und Händler namens Tetteh Quarshie, der im Jahr 1879 von der vor Kamerun gelegenen Insel Fernando Po zurückkehrte an die Goldküste, wie Ghana unter damaliger britischer Kolonialherrschaft hieß, und ein paar Kakaosamen im Gepäck hatte. Der Boden und das tropische Klima in seinem Garten erwiesen sich als ideal für den Anbau, und schon wenige Jahre stieg das Land in den Export ein. 1935 bediente Ghana die Hälfte des weltweiten Bedarfs, heute sind es neunhunderttausend Tonnen im Jahr.

Kakaofrucht dpa

Kwaku Amoateng erreichen die Maßnahmen erst gar nicht. Die Farmen am Lake Bosomtwe gelten als zu veraltet und wenig ertragreich, als dass sich Subventionen lohnen würden. Vergrößern kann Amoateng sich nicht. Farmland ist rund um den See nicht mehr zu haben, zu viel des Waldes wurde schon gerodet, um Platz für die Landwirtschaft zu machen. Kakao gilt in Westafrika als der Hauptverursacher der Abholzung von Regenwald, was die Böden erodieren und das Regenwasser versickern lässt, auch die Gemüseernten in der Region fallen von Jahr zu Jahr schlechter aus. Das Wasser im Lake Bosomtwe dagegen steigt kontinuierlich an.
Doch selbst wenn Amoateng sich vergrößern könnte: Wovon sollte der Bauer Mitarbeiter bezahlen? Seine zwölf Kinder, die ihm früher halfen, sind in die Stadt gezogen – dorthin, wo es besser bezahlte Arbeit gibt. Also baut Kwaku Amoateng neben Kakao auch Gemüse an: Kochbananen, Tomaten, Paprika, Okra-Schoten, Avocado sowie die stärkehaltigen Maniok und Yamswurzeln. Das wenige, das seine Frau und er nicht verbrauchen, versuchen sie in der Nachbarschaft zu verkaufen.

Schokolade essen sie selten. Das ist hier unüblich wie unbezahlbar. Aber sein Neffe, erzählt Amoateng, habe ihm mal eine Tafel aus Schweden mitgebracht, deren zarten Schmelz mochte er. Auf die Frage, was er davon hält, dass sein Kakao ins Ausland verschifft wird – in die Schweiz, nach Deutschland oder Belgien –, lacht er und ruft: „Das macht mich stolz!“

Amoatengs Kakao wird knapp dreihundert Kilometer von seiner Farm entfernt verschifft. Die Stadt Tema beheimatet Ghanas größten Hafen. Er ist überlebenswichtig für Ghana und seine nördlichen Nachbarn ohne Meerzugang. Achtzig Prozent des Im- und Exportverkehrs finden hier statt. Und hier, wo der Stolz Ghanas das Land verlässt, landet auch das zukünftige Gift an: in Form von Elektronikgeräten aus dem Westen.

Handel mit alten europäischen Geräten. Die sind beliebter als diejenigen aus China, sagen die Händler, denn sie halten viel länger. Video: www.lucasteiner.com

Hier kommt auch der deutsche Wohlstandsmüll an. Laut des vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mitfinanzierten „Global E-waste Monitors“ fielen 2016 weltweit 44,7 Millionen Tonnen Elektroschrott an – das Äquivalent von 4500 Eiffeltürmen. In Europa sind das 16,6 Kilogramm ausrangierte Mobiltelefone, Laptops oder Kühlschränke pro Einwohner. Nur ein Teil davon wird vorschriftsmäßig recycelt. 76 Prozent werden weggeworfen, verkauft oder unsachgemäß recycelt. Verlässliche Daten darüber, wie viel Elektroschrott aus entwickelten Ländern in Entwicklungsländer verschifft wird, sind in diesem hochgradig informellen Sektor schwer zu bekommen, aber eine Fallstudie in Nigeria ergab 2016, dass die EU-Staaten der Absender von 77 Prozent aller importierten Geräte sind.

Eine kurze Autofahrt vom Hafengelände entfernt liegt die Greenwich Meridian Avenue, deren Name sie sehr viel grandioser klingen lässt, als sie ist. Hierher kommen Einheimische, wenn sie sich für gebrauchte Elektrogeräte interessieren. Die Schilder der kleinen Geschäfte werben mit den Logos bekannter Computermarken, unter einem Schatten spendenden Mangobaum sitzen Moses und Richard auf Plastikstühlen. Zwischen sich haben die beiden Männer fünf Plastikcontainer mit schwarzen Laptops stehen. Die Ware sei neulich per Schiff am Hafen angelangt, sie verkauften sie nun weiter. „Die kommen aus Deutschland und Holland“, erzählt Richard und klappt ein Gerät auf. Der Bildschirm hat Risse, bei einem anderen Laptop fehlt er ganz. „Mit diesen kleinen Geschäften kann man viel Geld verdienen“, sagt Moses – bis zu fünfundsechzig Euro.

  • Jefferson Sam verkauft alles außer iPads. Foto: Anne Waak
  • Straßenhändler auf der Greenwich Meridian Avenue Foto: Anne Waak
  • Foto: Anne Waak
  • Hier gibt es neu zusammengebastelte Waschmaschinen, deren Bestandteile meist aus Europa kommen. Foto: Anne Waak

Nur ein paar Meter weiter die Straße hinauf lässt sich besichtigen, was aus den alten Geräten wird. Sie dienen als Ersatzteillager. Auf einem zweistöckigen Regal unter einem Wellblechdach verkauft Jefferson Sam gebrauchte Laptops der Marken HP, Acer und Advent. Jedes der Geräte ist zum Schutz gegen den umherfliegenden Staub fest in Frischhaltefolie eingewickelt. „Wir schauen, was kaputt ist, und ersetzen die defekten Teile“, erzählt der 22-Jährige, die weißen Kopfhörer in den Ohren. Je nachdem, ob „die Maschine“ internetfähig sein soll oder nicht, kosten diese aufgearbeiteten Laptops umgerechnet zwischen hundert und zweihundert Euro. Noch der billigste würde Amoatengs Jahresverdienst aus der Kakaoernte verschlingen.

Die Teile an E-Schrott, die nicht mehr repariert oder verbaut werden können, landen in Agbogbloshie. So heißt ein Stadtteil am Rand der Zweieinhalb-Millionen-Stadt Accra, der mal ein Marktplatz für Zwiebeln und Yam-Wurzeln war und sich über die Jahre zu einem Slum auswuchs. Heute ist der Name Agbogbloshie fast synonym mit seiner Schrotthalde, der zweitgrößten ihrer Art in Westafrika, aber nur einer von mehreren in Ghana. 76 017 Tonnen Elektronikschrott landen laut einer aktuellen Studie der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit im Jahr hier.

Recycling in Agbogbloshie. Den Ort nennen einige Sodom und Gomorrha, aber die Anwohner finden ihn eigentlich einigermaßen normal. Video: www.lucasteiner.com

Je nachdem, in welche Himmelsrichtung man die Nase hält, riecht es brackig oder nach brennendem Plastik. Asche und Öl haben die rote Erde schwarz gefärbt. In der schweren Luft liegt das Geräusch unzähliger Hammer und Macheten auf Metall. Klonk-klonk, klink-klink. Zwischen Bergen von Schrott sitzen Arbeiter in T-Shirts und Flipflops und hacken auf Autobatterien und Waschmaschinentrommeln herum. Auf einem Weg zwischen den Abfallhügeln gehen zwei junge Männer nebeneinander her, jeder von ihnen trägt einen Stapel Laptops auf dem Kopf. Mädchen verkaufen Plastiktüten mit chemisch gereinigtem Trinkwasser. Kinder spielen Verstecken in einer ausgeweideten Tiefkühltruhe. Am Rand des Schrottplatzes erhebt sich eine dunkle Ebene. Rauch steigt auf. Ein paar Meter weiter grast ein Dutzend magerer Zebus. Zu den Hufen der Buckelrinder wächst Müll. Die Einheimischen nennen diesen Ort „Sodom und Gomorrha“.

Doch anders als im Rest des Landes, wo der Plastikabfall meist achtlos fallen gelassen und der Hausmüll mangels funktionierender Entsorgung am Straßenrand verbrannt wird, herrscht in Sodom und Gomorrha eine eigenartige Ordnung. Alles wird gesammelt, gewogen, geordnet und einer weiteren Verwendung zugeführt. Jede Batterie, jeder Ölkanister, jedes Kabel ist wertvoll. Das Metall wird nach Sorten getrennt und weiterverkauft. Das Plastik, das die edleren Materialien ummantelt, wird verbrannt. Das machen die „Burners“, die unten stehen in der Hierarchie der etwa zweitausend Arbeiter. Sie atmen die beim Abfackeln entstehenden toxischen Gase ein, leiden an Atemwegserkrankungen und sterben oft einen frühen Tod. Motoröl versickert im Boden, der sich wie das Wasser der Lagune, an der Agbogbloshie liegt, mit Schwermetallen und organischen Schadstoffen anreichert.

Foto: Pacific Press Agency
Foto: Pacific Press Agency

Die Jugendlichen, die in Agbogbloshie arbeiten, wissen oft nicht um die Gesundheitsfolgen des unsachgemäßen Recyclings. Und wenn, dann ignorieren sie dieses Wissen zumeist. Sie stammen fast alle aus dem ärmeren, ländlichen Norden Ghanas. Es sind auch die Söhne von Bauern, die wie Kwaku Amoatengs Kinder ihre Heimatorte verlassen haben, um woanders ein Auskommen zu finden.

Der Agbogbloshie-Markt in unmittelbarer Nähe der Halde ist Accras größter Umschlagplatz für Gemüse. Kein Mensch weiß, wie viel von den in der Luft umherfliegenden Schadstoffen auf den Lebensmitteln landet. Sicher ist, dass sie von einem der giftigsten Orte der Welt aus in die Küchen, Straßenimbisse und Restaurants der Stadt verteilt werden. Die Zwiebeln stammen dabei aus Niger, die Tomaten aus Burkina Faso, der Kohl und die Karotten aus Togo – Gemüse, das in Ghana angebaut werden könnte, aber in viel trockeneren Regionen herangezogen wird. Nach Schätzungen der „Ghana Agricultural Producers and Traders Organization“ werden jährlich allein Zwiebeln für einhundertzwanzig Millionen Dollar importiert.


„Wie können wir eine Volkswirtschaft aufrechterhalten, wenn fast nichts, was wir essen, von hier kommt?“
SELASSIE ATADIKA

Es ist ein Sonntagabend, Selassie Atadika sitzt an einem Tisch im Hof des „Bistro 22“, einem angesagten Restaurant in Accra. Aus den Lautsprechern säuselt die Soul-Stimme von Erykah Badu, auf der Karte stehen Gerichte wie australisches Black-Angus-Filet und Rosmarin-Hühnchen. Atadika arbeitete lange in der Katastrophenhilfe der UN, wo sie jeden Tag mit Nahrungsmittelsicherheit zu tun hatte. 2014 kündigte sie und kehrte zurück in ihre Heimatstadt Accra. „Unser Essen ist nicht fair“, sagt sie. Im Gegensatz zu Europa, wo sich Fragen nach dem Nährwert der Nahrung, der Nachhaltigkeit der Landwirtschaft, dem Einsatz von Dünger und Pestiziden genauso stellen wie hier, komme in Afrika noch ein weiteres Problem hinzu: der Kampf ums bloße Überleben.

Mit ihrem Unternehmen „Midunu“ veranstaltet Atadika im Garten ihres Familienhauses im edlen Viertel Tesano regelmäßig Abendessen. Die Köchin bringt Gerichte auf den Tisch, in denen sie lokale Zutaten und Gewürze verwendet. Und sie stellt Schokoladentrüffel her, für die sie Kuvertüre aus heimischen Bohnen kauft und mit Aromen wie Mango, Hibiskusblüten und Ingwer, dem äthiopischen Berbere-Gewürz oder der ghanaischen Chili-Mischung Shito anreichert – für die wachsende Mittel- und Oberschicht. Menschen, die sich den Luxus leisten können, sich für die Herkunft ihrer Nahrung zu interessieren. Mit „Midunu“ gehört Atadika zu einer wachsenden Gemeinschaft von Food-Start-ups, deren Gründerinnen – es sind meist Frauen – sich fragen, wie es möglich ist, dass Länder wie die Schweiz, in denen bekanntlich kein einziger Kakaobaum wächst, als Schokoladen-Nationen gelten.


Race to Feed the World
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In Zukunft leben 9 Milliarden Menschen auf der Erde. Wie werden sie satt, ohne dass der Planet kollabiert? Ein Jahr lang suchen wir Antworten.

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Text und Recherche: Anne Waak
Redaktion: Jan Grossarth (Text) und Ben Kuhlmann (Fotos)
Videos: Luca Steiner
Layout und Infografiken: Jens Giesel und Franziska Schoebel
Karte: Ulrike Engel

Quelle: F.A.Z.
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Race to Feed the World ist ein Projekt der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, gefördert durch das European Journalism Centre über dessen Programm „Innovationen im Entwicklungsjournalismus“.faz.net/feedtheworld