FAZ plus ArtikelAlpenwanderung

Am besten, man übersieht den Parkplatz

Von Gerhard Fitzthum
14.10.2021
, 20:00
Eine Nische der Ursprünglichkeit im Freizeitpark der Alpen: Die Wanderer im Val Divendro suchen unverdorbene Landschaftsbilder.
Im Val Divedro auf der Grenze zwischen Italien und der Schweiz führt ein uralter Saumpfad tief in die Wildnis und mitten hinein in eine wechselvolle Historie.
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Der Weg nimmt und nimmt kein Ende. Und das ist gut so. Denn je höher es hinaufgeht, desto faszinierender wird das Val Divedro, das größte Seitental der oberitalienischen Val Antigorio. Wir sind unterwegs auf einem schon im Mittelalter angelegten Saumpfad, zwei Meter breit, durchweg gepflastert. Aber weil die alpine Flora in Höhenlagen von tausend bis zwölfhundert Metern noch günstige Bedingungen vorfindet, hat sich ein dünner Vegetationsteppich auf die rundgetretenen Steine gelegt. Und daneben: die bunte Vielfalt von Paradies- und Feuerlilien, Orchideen, Bartnelken und Teufelskrallen – Farbtupfer in einem grünen Universum aus Gräsern und Büschen, aus dem junge Ahornbäume ans Licht streben.

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Es fällt nicht schwer, das zu genießen, die Mühen des Anstiegs zur Alpe Devero halten sich in Grenzen, nicht zuletzt, weil der Steigungswinkel stets gleich bleibt. Wo das felsendurchsetzte Gelände steiler wird, legten die Straßenbauer des Mittelalters Serpentinen an. Extreme und abrupt wechselnde Steigungen hätten denen, die hier nicht zum Spaß unterwegs gewesen sind, nur zusätzlich Kraft gekostet – und die mitgeführten Lasttiere womöglich auf die Idee kommen lassen, ihre Dienste aufzukündigen.

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