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Gagausen im Siegestaumel

Text und Fotos von ANDREA DIENER

06.11.2019 Die Republik Moldau steht als Reiseziel eher nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Doch das kleine Land am Rande Europas verdient allemal einen Besuch. Denn es ist grün, gastfreundlich und alles andere als überlaufen.

Das vermutlich letzte Mal, dass die Republik Moldau auf sich aufmerksam gemacht hat, war im Jahre 2004, als ein Sommerhit mit dem sehr poetischen Titel „Dragostea din tei“ (zu deutsch: „Liebe aus dem Lindenbaum“) sich wochenlang in die Gehörgänge Resteuropas bohrte. Seitdem ist es still geworden um die Boyband O-Zone, aber auch um die kleine Republik im Osten Europas, der ab und zu Teilrepubliken abhanden kommen, Transnistrien etwa. Andere entscheiden sich dann doch wieder um, wie es Gagausien tat, von dem auch wirklich noch nie ein Mensch jemals gehört hat. Der Staat Moldau liegt übrigens nicht an dem tschechischen Fluss Moldau, sondern nur früher einmal an der heute rumänischen Moldova, von der sich das Fürstentum Moldau ableitete. Die Republik Moldau liegt auch nicht am Schwarzen Meer, sondern nur ganz knapp davor, denn die Küste haben die Nachbarn Rumänien und Ukraine unter sich aufgeteilt, sodass dem landschaftlich eher unspektakulären Staat nicht einmal ein eigener Zugang zum Strand gewährt ist.

Sozusagen das Rheintal von Moldau: Die Flusslandschaft von Orheiul Vechi.
Sozusagen das Rheintal von Moldau: Die Flusslandschaft von Orheiul Vechi.

Wir erreichen Moldau von Süden aus. In Galati in Rumänien setzen wir mit der Autofähre über die Donau, dann sind es nur noch ein paar Kilometer bis zur Grenze. Rumänische Dörfer unterscheiden sich nicht wesentlich von moldauischen Dörfern, auch die Sprache ist gleich. Niedrige, wellblechgedeckte Häuser ziehen sich an der Straße entlang, drumherum windschiefe Holzzäune, kittelbeschürzte Frauen tragen Kopftücher. In einem Teich streiten sich ein paar Schwäne herum, seltsam hoheitsvolle Tiere für so einen bescheidenen Ort. In Valeni halten wir bei einer Bäuerin, die Touristen mit rustikalen Mahlzeiten bekocht. Es gibt Suppe, Geschmortes in Tontöpfen und selbstgekelterten Rotwein, denn wer nicht selbst kelterte, sei eigentlich gar kein richtiger Moldauer, sagt man.

Moldau hat noch nicht sehr lange eine Tourismuskampagne. Da kann man die offiziellen Motive schon einmal auf die Mauer seines Hofes malen.
Moldau hat noch nicht sehr lange eine Tourismuskampagne. Da kann man die offiziellen Motive schon einmal auf die Mauer seines Hofes malen.

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Quelle: F.A.z.