<iframe src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Griechenlands Oliven

Irgendwann wird alles gut

Von Richard Fraunberger
 - 20:15
zur Bildergalerie

Nebelschwaden liegen über dem Dorf, eisengrau und schneeweiß. Sie wabern durch die Gassen, hängen in den Bäumen, liegen auf Feldern, sitzen im Gras. Nebel überall. Lautlos ist die Welt. Es ist halb sieben Uhr morgens, kalt und dämmrig, die Sonne liegt noch hinter den Bergen, und Vasiliki Peppa, neunundsechzig, von allen nur Kiki genannt, das Haar grau und kraus, den Körper in zwei Pullover und zwei zerfranste Hosen eingepackt, um den Bauch eine löchrige Schürze, marschiert in Gummistiefeln und mit einer rostigen Schubkarre hinaus in den Tag. Vorbei an Steinhäusern und Hühnerställen, vorbei an kahlen Feigenbäumen und Mülltonnen, aus denen aufgeschreckte Katzen springen.

Seit vier Uhr früh ist sie auf den Beinen, hat abgespült und für den Tag vorgekocht, Erbsen mit Kartoffeln, hat die Lampe, ein Glas mit Docht und Olivenöl, neben der Ikone angezündet, „Herr, erbarme dich meiner“, das Kreuz geschlagen und sich ein Tuch um den Kopf gebunden. Kiki, ledig, kinderlos, spindeldürr und von zäher Natur wie keine andere Frau im Dorf, nimmt den Weg zum Friedhof, hinaus auf die Felder, hinaus aus Neochori, ein Kaff unweit der Ägäis, Euböa, Griechenland. Zögernd lichtet sich der Nebel. Bäume schälen sich aus dem wässrigen Weiß, Äste, Blätter, grün, silbrig und grau. An einem knorrigen Baum, inmitten eines Ackers, macht Kiki halt. Es ist ihr Baum, einer von Hunderten. Aus dem Schubkarren zieht sie eine Klappleiter und das Nylonnetz, das sie ausbreitet unter dem Baum, greift zum Schilfrohr, rüttelt mit dem Stock im Geäst und schlägt dann kräftig gegen das Astwerk, als klopfe sie einen Teppich aus. Es regnet Zweige und Blätter und schließlich auch Oliven.

Eine Frau allein im tosenden Wind

Es ist ein Jahr wie keines der vergangenen Jahre zuvor. Ein Rekordjahr. Kein Olivenbaum ohne Oliven. Prall und schwer hängen sie an den Ästen, grün, violett und schwarz, klein, groß, rund, oval, hart und weich, und keine Bohrfliege hat sie befallen und Löcher und Flecken auf der Frucht hinterlassen. Wie lackierte Bonbons glänzen die Oliven im Morgentau. 429 Kilo hat Kiki schon gepflückt, von Hand, hat sie von Zweigen geschlagen, von Zweigen gekämmt und vom Boden aufgeklaubt, hat die Oliven von Blättern und Ästen getrennt und in Säcke geschüttet und dann jeweils zwei Säcke mit dem Schubkarren nach Hause gekarrt. Am Ende hatte sie 83 Liter Olivenöl. Sechs Tage hat sie dafür gebraucht. Selbst als es stürmte und der Fährbetrieb zwischen Euböa und Attika zum Erliegen kam, ging sie aufs Feld, pflückte, karrte Oliven nach Hause. Eine Frau allein im tosenden Wind.

Sechshundert Euro beträgt Kikis Rente. Sie braucht das Öl. Die Oliven nicht zu pflücken ist unvorstellbar. Weitere achtunddreißig Säcke zu je vierzehn Kilo hat sie inzwischen in ihrem Hof wieder angesammelt. Alles hat sie allein gepflückt. Rena, ihre Schwester, Gicht in den Händen, wohnt im achtzig Kilometer entfernten Chalkida. Sie kann nicht helfen. Und Kikis Bruder ist tot. Also ist sie zu Ilias gegangen, dann zu Petros. „Vier Hände sammeln mehr als zwei.“ Doch beide waren bereits auf den Feldern. Seit Wochen pflücken sie für vierzig Euro am Tag.

Sie pflücken jeden Baum, den es zu pflücken gibt

Petros und Ilias heißen in Wirklichkeit Fatmir und Haxhi und sind Albaner. Vier albanische Familien leben in Neochori. Ohne sie könnten viele ihre Ölbäume nicht ernten. Manche in Neochori besitzen zehn Olivenbäume, andere fünfzig, die meisten Hunderte. Sie haben sie von den Eltern geerbt. Niemand lebt von den Bäumen. Alle pflücken für den Hausbedarf, im Gegensatz zu Kreta und dem Peloponnes. Auf den Großplantagen herrscht zurzeit der Notstand. Die Bäume bersten vor Oliven. Doch es fehlt an Arbeitskraft, um alle Bäume ernten zu können.

Vieles hat die Krise verändert. Auf dem Brachland rund um Neochori wachsen wieder Tomaten und Bohnen und Kartoffeln. Die Bauern verkaufen das Gemüse auf den Straßenmärkten Euböas. Und seit Einkommen und Renten geschrumpft sind und das Schwarzgeld und die Kredite und die Subventionen nicht mehr sprudeln wie anderswo das Erdöl, ernten die Bewohner Neochoris nicht einfach nur ein paar Kilo Oliven, weil das Ernten mühsam ist und es Olivenöl ohnehin im Supermarkt gibt, nein, sie pflücken jeden Baum, den es zu pflücken gibt. Acht Euro kostet ein Liter natives Olivenöl im Supermarkt. Ab Mühle sind es fünfzig Cent. Also holen die Männer die Netze aus den Schuppen, beladen den Pritschenwagen mit Säcken, Sägen, Stangen und Stöcken, heuern zwei albanische Hilfskräfte an und fahren hinaus auf die Felder. Gesammelt wird bis maximal Januar, auf dem Peloponnes und auf Kreta bis Februar.

Motorsägen röhren, Stimmen sind zu hören und das metallische Sirren elektrischer Rüttelstangen. Halb Neochori ist auf den Feldern, von morgens bis abends, wochenlang, Bauern und Rentner, Litsa, die Frau des Dorfklempners, die Kaffeehausbesitzer, Taxifahrer, Metzger. Auch Janis, klein und dick, sein Frisörladen ein Stuhl mit Spiegel und Tisch, ist jeden Tag auf dem Feld. „Niemand kommt mehr zum Gottesdienst“, klagt Nikos Raptis, Priester in Neochori. Auch er hat Ölbäume. Wie viele, weiß er nicht. Aber weil es so viele sind, helfen ihm die Frauen von der Kirchengemeinde bei der Ernte. „Eine Sünde, Oliven nicht zu sammeln“, sagen sie.

Emblem des Friedens und des Heils

Sogar aus Athen kommen sie an Wochenenden mit Jeeps und Anhängern angerückt, die ehemaligen Dorfbewohner Neochoris, Bankangestellte, Buchhalter, Lehrer, Rentner. Ganze Familien sitzen unter Bäumen auf grünen Netzen, rutschen auf den Knien, reden, klauben Oliven zusammen, während sich im Geäst die Rüttelstangen drehen. Es regnet Oliven vom Baum wie Manna vom Himmel. Steil himmelwärts gewachsene Äste werden mit Motorsägen abgeschnitten und am Boden abgekämmt. So werden Bäume abgeerntet und zugleich zurückgeschnitten. Hinterher sieht der Olivenhain aus, als hätte ein Sturm gewütet. Überall Laub und Berge von Astwerk, im Gras Plastiktüten, leere Wasserflaschen, die Bäume wie verkrüppelt. Doch jede Olive ist gepflückt.

Heilig ist der Ölbaum, heilig das Olivenöl. Auf der Akropolis ließ Athene den ersten Ölbaum wachsen, aus seinen Ästen wurde der Siegeskranz geflochten, mit seinem Öl wurden Könige gesalbt. Er ist das Emblem des Friedens und des Heils. Noahs Taube kehrte mit einem Ölzweig im Schnabel zurück. Zwischen Ölbäumen hielt Jesus Zwiesprache mit Gott, vom Ölberg zog er nach Jerusalem, vom Ölberg fuhr er in den Himmel. Er ist Symbol des Lebens. Er ist robust, stark und standfest, wächst auf trockener und steiniger Erde, überlebt Dürre, überdauert tausend Jahre, seine Frucht ist Speise und Opfergabe. Das Öl spendet Licht, das Holz Wärme, Öl ist Balsam, Schönheitsmittel, pflegt Körper und Haar, Öl konserviert, Öl schützt vor Fäulnis, Öl ist Medizin, hilft bei Zahnfleischbluten, Bauchschmerzen, Öl stimuliert, Öl wirkt Wunder, kein Leben ohne Öl. Das Öl ist Symbol für Wohlstand. Es war Währung, Handelsgut. Auf ihm baute der Adel seine Macht. Je mehr ölgefüllte Amphoren, desto größer Reichtum und Ansehen. Das Öl ist Symbol für die heilende Kraft Gottes. Auf Wunden wird es aufgetragen, gegossen, geträufelt. Mit Öl segnet der Priester des Menschen Taten, Worte und Gedanken, mit Öl benetzt er das Kind bei der Taufe, Öl verstreicht der Priester auf die Stirn der Braut und des Bräutigams, und haucht der Mensch sein Leben aus, träufelt der Priester Öl auf den Sarg des Toten.

Ein Dutzend Bäume pro Kopf

Hundertzwanzig Millionen Ölbäume gibt es in Griechenland. Das sind ein Dutzend für jeden Bürger. Der knorrige Baum ist die Zierde mediterraner Landschaft, ist Nutzpflanze, Nahrungsquelle und Grundsicherung. Zwei Hektar Land besitzt Kostas Kangelis rund um Neochori. Darauf stehen hundertdreißig Olivenbäume, achtzehn davon gehören Maria, seiner Cousine. Kostas, im Hauptberuf Maler und Gipser, ansonsten Mädchen für alles, darf sie nicht abernten, nicht beschneiden, nicht fällen, obgleich sie auf seinem Grundstück stehen. Die Bäume sind ein Teil von Marias Mitgift. Sie sind ihre Grundsicherung, eine Tradition aus jener Zeit, als es keinen Sozialstaat gab und sich jeder um sich selbst kümmern musste.

„Mit ein paar Olivenbäumen, Gemüse und fünf Hühnern kann man gut überleben“, sagt Kostas Kangelis. Zweitausendfünfhundert Kilo Oliven hat er schon gepflückt. von Bäumen, die er weder düngt, bewässert, noch spritzt. Im Grunde genommen kümmert er sich gar nicht um sie. Phruba heißt die gängigste Sorte Euböas. Mehr als fünfzig Sorten existieren in Griechenland: Prassinolia, Psiloeli, Kolovi, Kalamata. Die bekannteste ist Koroneiki, eine kleine Olive, fruchtig und grün, die in den meisten Plantagen angebaut wird. Siebenhundert Liter Öl lagert Kostas im Keller. Die Hälfte davon geht an die Töchter und die Großeltern, ein Teil wird verkauft, der Rest kommt auf den Teller. Wie lange die Familie mit dem Öl auskommt, kann Kostas nur schätzen. Er hofft, drei Jahre. „Das Öl geht weg wie Honig“, sagt er und schiebt einen Teller in Öl eingelegter Auberginen über den Tisch.

Kein Grieche kommt ohne Olivenöl über den Tag. Grüner Salat, Oktopussalat, Tsatsiki, Wildgemüse, Knoblauchpaste, Erbsenpüree, frittierter Käse, gebackene Kartoffeln, Wildkaninchen, Lamm- und Ziegenbraten, Pizza, Blätterteigtaschen, Bohnensuppe, Linsensuppe, Suppen aller Art, in allem ist Öl. Mit Öl wird gebraten, frittiert, gegart, gekocht und zu Weihnachten gebacken. Und so mancher Bauer beginnt noch immer den Tag mit einem Stück Brot, beträufelt mit Olivenöl. Griechen konsumieren nicht Olivenöl. Sie trinken es, baden darin. Einundzwanzig Liter beträgt der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch in Griechenland. In Deutschland sind es 0,8. Nach Spanien und Italien ist Griechenland der drittgrößte Olivenölproduzent der Welt. Das meiste davon landet in Italien, wo es verschnitten wird mit Öl aus anderen Ländern. Blumig etikettiert, bellissimo verpackt und mit ökologischem Siegel versehen, steht es dann als „Extra Vergine“ in deutschen Regalen und ist so teuer wie Gold. Italien war schon immer das Sehnsuchtsland der Deutschen. Alles hat seinen Preis.

Nur Olivenöl erweist den Toten Achtung

Abends sitzen die Männer in fleckigen Hosen und Jacken müde im Kafenion, Kostas, Janis, Fatmir, Haxhi. Sie trinken Schnaps und reden über Gott und die Welt, nur nicht über die Arbeit auf den Feldern. Jeder hat die Nase voll vom Olivenpflücken. Dennoch dreht sich alles immer irgendwie um Öl. „Du hast aus mir das Öl gepresst“, sagt Janis zu Kostas und meint: „Du hast mir das Leben schwergemacht.“ Passt etwas nicht zusammen, ist es wie Wasser und Öl. Ist das Meer ruhig und still, liegt es da wie Öl. Will die Frau den Mann, sagt sie: „Esse Öl, und komme am Abend.“ Will man den Sohn als Schreibkraft im Rathaus unterbringen, ölt man den Dorfvorsteher. Und stirbt der Mensch nicht, obgleich er im Sterben liegt, so wie der alte Nikos, hat seine Lampe, also sein Körper, noch genügend Öl.

Vierundvierzig Säcke hat Kiki am Ende geschafft. Im Pritschenwagen fährt sie der Schwager zur Ölmühle. Es ist ihre zweite Tour. Sie verbraucht Öl wie niemand sonst im Dorf, obwohl sie allein lebt, macht regelmäßig spinatgefüllten Blätterteig, der vor Öl nur so trieft, stellt aus Öl Seife her, die sie auf dem Markt verkauft, schützt sich mit Öl vor dem „bösen Auge“, ein uralter Volksglaube, dem zufolge der bloße Blick eines Menschen Unheil anrichten kann. Vor allem aber braucht Kiki Olivenöl für den Friedhof, weil nur Olivenöl den Toten Achtung erweist und niemals herkömmliches Lampenöl. Sie ist zuständig für achtzehn Gräber. Jeden Tag füllt sie die Gläser neben den Grabsteinen mit Öl. Als Docht benutzt sie die Samenkapsel der Schwarznessel. Zwanzig Euro im Monat erhält sie dafür von jeder Familie.

Mitten in der Krise schickt er die Kunden fort

Vor der Mühle herrscht Chaos. Pritschenwagen parken kreuz und quer. Plastiksäcke werden abgeladen und auf numerierte Paletten gelegt. Berge von Säcken türmen sich im Hof. Überall Männer in fleckigen Hosen, die rauchend umherstehen und sich fuchtelnd unterhalten. Seit Wochen ist die Mühle im Dreischichtbetrieb am Laufen, Tag und Nacht. „Wir kommen kaum hinterher“, schreit Panajotis Dimou gegen den Lärm an. Er sitzt im Gabelstapler und karrt Paletten heran. Vor drei Jahren haben er und sein Bruder Vangelis die Ölmühle mit EU-Fördergeldern eröffnet. „Wir wollten eine moderne Mühle, die allen Standards entspricht, die effizient arbeitet und hygienisch ist“, sagt er. Panajotis ist Bauingenieur und fand seit Ausbruch der Krise kaum noch Arbeit. Als er sah, dass alle wieder Oliven pflücken, weil ihnen das Öl im Supermarkt zu teuer ist, kam ihm die Idee mit der Mühle. Das Geschäft läuft bestens. Wer mit weniger als dreihundert Kilo anrückt, kommt erst gar nicht auf die Warteliste. Panajotis schickt die Kunden einfach fort. Und das mitten in der Krise.

Kiki hat 528 Kilo und den Termin mit Panajotis schon Tage im Voraus abgemacht. Zwei Hilfsarbeiter schütten die Säcke in einen großen Trichter, von dem die Oliven auf einem Förderband zum Entblätterer transportiert werden. Gewaschen und von Ästen und Blättern bereinigt, werden die Oliven gewogen, in der Hammermühle samt Kernen in kleinste Stücke zerschlagen und zerhackt, in Malaxierwannen unter Zufluss von Wasser zu einem Brei geknetet. Dann werden im Dekanter Öl und Fruchtwasser aus der Trestermasse geschleudert, in der Zentrifuge Wasserreste vom Öl getrennt. Fertig ist das Olivenöl. Von Mahlen und Pressen keine Spur. Öl wird geschleudert und extrahiert. Kiki staunt. Sie ist zum ersten Mal hier. Edelstahl blitzt. Alles ist hell beleuchtet. Im Büro laufen Computer, im Warteraum Flachbildschirme. Es gibt Filterkaffee, und wer sich langweilt, kann im Internet surfen, das Wifi-Passwort klebt an der Scheibe.

Das ist ein Stück Heimaterde

Kaum einer der Kunden fährt nach Hause, um das Öl später abzuholen. Alle warten mit leeren Kanistern auf ihr Öl, manche bis Mitternacht. Und niemand fragt, bei welcher Temperatur der Brei geknetet wird. Nativ. Nativ Extra. Peroxidzahl. Wachsgehalt. Fettsäuregehalt. Qualitätsmerkmale, für die man sich in Deutschland mehr interessiert als im Land der Oliven. Keinen kümmert’s hier. Möglichst viel Öl wollen alle haben. „Und eigenes! Kein Öl ist wie das eigene. Man weiß, was drinnen ist“, sagt Dimitris Roumeliotis, Rentner, wohnhaft in Chicago, geboren in Aliveri, Euböa. Er ist eigens für die Olivenernte in die Heimat geflogen. Zwei Tonnen haben Hilfskräfte für ihn gesammelt. Das Öl nimmt er mit nach Chicago, für die Kinder und Enkelkinder. „Das ist nicht bloß Öl. Das ist ein Stück Heimaterde“, sagt Roumeliotis.

Nach einer Stunde ist Kiki dran. Über eine Zapfpistole fließen hundertfünf Liter in ihre Plastiktonnen. Grünlichgelb leuchtet das Öl. Es riecht nach Wiese und Blumen. „Kalo fagato!“, sagt der Mann, der die Zapfpistole bedient, „Genieß es mit Appetit!“ Kiki nickt und dankt. Eine Minute später ist sie kreidebleich. „Hast du seinen Blick gespürt? Der neidet mir das Öl.“ Zu Hause angekommen, greift sie zum Olivenöl, träufelt es in eine Wasserschale und spricht ein Schutzgebet. Wie durch ein Wunder lösen sich die öligen Tropfen im Wasser auf. „Alles wird gut“, sagt Kiki erleichtert. Es klingt, als hätte sie ganz Griechenland vor Unheil bewahrt.

Quelle: F.A.Z.
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenGriechenlandMännerKretaPeloponnes