FAZ plus ArtikelHollands Küchenwunder

Der Superstar sitzt im Gefängnis

Von Jakob Strobel y Serra
22.10.2021
, 06:34
Im Jahr 1395 fand der erste Käsemarkt in Gouda  mit den typischen gelben Laiben statt. Es gibt ihn bis heute.
Lange Zeit galten Frittiergerichte als Höhepunkt der holländischen Kochkunst. Das hat sich gewaltig geändert, doch viele wissen nichts davon. Nach einer kulinarischen Reise von Zeeland nach Zwolle weiß man es entschieden besser.
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Jean Dhooge, der ungekrönte Austernkönig im Oranje-Oliebollen-Land, redet wenig, spricht leise und haut niemals auf die Pauke, obwohl er gute Gründe dafür hätte. Gemeinsam mit seinen beiden Brüdern führt er in vierter Generation die Austernzucht Oesterij im zeeländischen Küstenstädtchen Yerseke, genießt einen exzellenten Ruf für seine Dutch Imperial, experimentiert sehr erfolgreich mit der Pazifischen Felsenauster, liefert seine Ware bis nach Hongkong und Singapur und zählt auch Jonnie Boer zu seinen Kunden, den besten und berühmtesten Koch der Niederlande, einen Superstar im Nationalheldenrang.

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Doch darum macht Jean Dhooge kein großes Aufhebens, weil er sich als guter Holländer an das landestypische Lebensmotto hält, sein Licht lieber unter den Scheffel als ins Schaufenster zu stellen. „Benimm dich normal, dann bist du schon verrückt genug“, sagt man gerne in der niederländischen Konsensgesellschaft und ermahnt seine Kinder, dass jeder Kopf, der aus der Wiese herausragt, früher oder später abgeschnitten wird.

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Holland kocht auf

Die Austernzucht Oesterij in Yerseke (www.oesterij.nl) ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet und erzählt die Geschichte der zeeländischen Austernzucht in einem kleinen Museum.

Das Restaurant „Codium“ in Goes (www.restaurantcodium.nl) in von Dienstag bis Samstag geöffnet, das Menü kostet ab 69 Euro.

Die Gärtnerei von Dieneke Klome in Zonnemaire (www.bijzonderegroenten.nl/dieneke-klompe) bietet auch einfache Ferienhäuser am Rand ihrer Beete und Gewächshäuser an.

Das Restaurant „’t Nonnetje“ in Harderwijk (www.hetnonnetje.nl) ist Dienstag bis Samstag geöffnet, das Menü kostet ab 145 Euro.

Die Käserei De Twee Hoeven (https://ne-np.facebook.com/DeTweeHoeven) ist Mittwoch, Freitag, Samstag und Montag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Das Restaurant „De Librije“ in Zwolle (www.librije.com) ist etwa ein Jahr im Voraus ausgebucht. Das Menü kostet ab 227 Euro.

Informationen online unter www.holland.com.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Strobel y Serra, Jakob (str.)
Jakob Strobel y Serra
stellvertretender Leiter des Feuilletons.
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