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Meer Büro geht nicht

Von Barbara Liepert
18.12.2020
, 13:56
Weil Touristen ausbleiben, wollen Urlaubsländer Kunden mit „Bizcation“ locken. Irgendwo zwischen Arbeit und Urlaub liegen diese Angebote – aber lohnen sie sich überhaupt?

Die Zeiten verlangen nach Isolation, aber Reisen ist nicht verboten. Man kann nur in viele Länder nicht einreisen, es sei denn, es gibt einen guten Grund – einen Zweitwohnsitz, Familie oder dringende Geschäfte. Dass gute Geschäfte nicht notwendigerweise mit einem Treffen vor Ort oder Messen verknüpft sein müssen und Zoom den einen oder anderen Langstreckenflug ersetzen kann, haben die ersten beiden Quartale des Jahres gezeigt; immerhin der Wegfall der Reisekosten hat sich für viele Unternehmen positiv auf die ansonsten stark eingetrübten Bilanzen ausgewirkt.

Ob und wann die Geschäftsreisetätigkeit wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht, ist ungewiss, da waren sich die Experten, die bei der öffentlichen Anhörung des Tourismusausschusses des Bundestags Anfang Oktober Auskunft gaben, einig. Der Interkontinentalgast fehlt nicht nur in den Grandhotels an Rhein und Seine. Die ersten Stadthotels mussten bereits schließen, weil kein Tagungsgeschäft in Sicht ist. Den klassischen zwei Wochen Halbpension in der Wärme macht derzeit der Quarantänezwang den Garaus, weshalb die TUI abermals um staatliche Unterstützung in Milliardenhöhe bat, und die Unplanbarkeit einer Reise, egal ob nach Österreich zum Skifahren oder ins Ferienhaus nach Mecklenburg-Vorpommern, und das zähe Erstattungsgebaren der Fluglinien haben mittlerweile vielen die Lust auf Urlaub genommen. Und wer doch mit dem Gedanken spielt, wegzufahren, sieht sich zusehends mit der strengen Frage konfrontiert, ob das denn nun wirklich sein müsse.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Liepert, Barbara
Barbara Liepert
Verantwortlich für das Ressort „Reise“ in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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