St. Gallen

Medizin aus der Seelen-Apotheke

Von Volker Mehnert
14.09.2021
, 21:04
Bibliophiler Schatz: Dreißigtausend Handschriften, viele mehr als tausend Jahre alt, werden im barocken Prunksaal der St. Gallener Klosterbibliothek verwahrt.
Himmel und Erde: Rund um den klösterlichen Stiftsbezirk mit der ältesten Büchersammlung Europas sonnt sich St. Gallen in einem weltlichen Wohlstand, der sich dem jahrhundertelangen Handel mit Textilien verdankt.

Nähern wir uns dieser Stadt ausnahmsweise nicht von ihrem Zentrum oder ihren weltberühmten Kulturschätzen her, sondern von der Peripherie, die sonst immer nur beiläufig erwähnt wird. Denn auch am Stadtrand St. Gallen verstecken sich exquisite touristische Leckerbissen. Wir beginnen im Stadtteil Haggen mit einer Wanderung auf dem Brückenweg, die sich als Exkursion durch die Geschichte des Schweizer Brückenbaus in den vergangenen drei Jahrhunderten entpuppt. Auf einer Strecke von acht Kilometern stehen nicht weniger als achtzehn Brücken über die Sitter und ihre Zuflüsse, aus Holz, Bruchstein, Eisen, Stahl, Beton, und auf dem gewundenen Pfad erlebt man die Bauwerke aus ständig wechselnden Perspektiven, von oben und unten, von der Seite, von vorn und hinten.

Ein frühes Meisterwerk der Brückenarchitektur ist die überdachte Hüslibrücke über die Urnäsch. Einheimische kennen sie als „sprechende Brücke“, denn auf ihren Dachträgern berichten zahlreiche Inschriften von der Baugeschichte: „Die Brug war gebauen im Jahr 1780“, steht da. Über den Architekten heißt es: „Werck Meister Hans Ulrich Grubenmann von Teufen seines Alters 72 Jahr“; und über den Standort: „Die Brug in deißem tieffen Tobel, wirt genant alhier Im Kobel“. Regionalgeschichte geschrieben haben später der Sitterviadukt aus dem Jahr 1910 als höchste normalspurige Eisenbahnbrücke Europas in kombinierter Stahl-Stein-Konstruktion sowie die Autobahnbrücke A 1, unter deren Fahrbahn ein kurioser Steg für Fußgänger und Radfahrer montiert wurde. Ein schwankender Spaß für Kinder und Eltern ist der Fußgängersteg Rechen, den die Schweizer „Ganggelibrogg“ nennen, Wackelbrücke. Den technisch-optischen Höhepunkt der Wanderung bildet ein Brückenensemble aus unterschiedlichen Jahrhunderten: Über die beiden gedeckten, hölzernen Hüslibrücken an der Sitter und dem einmündenden Wattbach spannt sich weit oben die moderne Eisenkon­struktion Haggen–Stein.

Fabrikantenvillen mit Bodenseeblick

Ein nicht minder attraktives Trio sind die Drei Weieren, drei verträumte Teiche am Freudenberg oberhalb des Stadtzen­trums von St. Gallen. Sie vereinen sich zur schönsten Badeanstalt der Schweiz – keine geringe Wertung in einem Land mit vielen wunderbaren See-, Fluss- und Naturschwimmbädern. Schon die bequeme Zufahrt mit der Mühlegg-Standseilbahn direkt aus der Stadtmitte ist eine willkommene Einstimmung auf den Badespaß. An den Ufern der Teiche stehen an einigen Stellen Schilf und Seerosen, es gibt abgetrennte Areale für Sportschwimmer und Nichtschwimmer, und im weichen, naturtrüben Wasser lässt sich herrlich baden und planschen. Von den Liegewiesen mit uraltem Baumbestand führen hölzerne Stege zum Wasser, altehrwürdige Umkleidekabinen und Kioske mit Türmchen und Erkern ergänzen das romantische Bild. An den Weihern entlang schlängelt sich ein Panoramaweg, in dessen Nähe die Kuhglocken bimmeln. Gleich unterhalb liegt das Stadtzentrum, und in der Ferne schaut man auf und über den Bodensee bis nach Friedrichshafen.

An Selbstbewusstsein mangelte es den kirchlichen Herren nicht: die Stiftskirche der Fürstabtei von St. Gallen.
An Selbstbewusstsein mangelte es den kirchlichen Herren nicht: die Stiftskirche der Fürstabtei von St. Gallen. Bild: Picture Alliance

Auf dem Rückweg über die hölzernen Stufen der Gesstreppe von den Drei Weieren hinunter in die Stadtmitte bekommt man einen Vorgeschmack auf den jahrhundertealten Wohlstand der Industrie- und Textilstadt St. Gallen. Von der Treppe aus sind die Fabrikantenvillen zu sehen, die in bevorzugter Lage am Hang mit Blick auf Voralpen oder Bodensee stehen. Der Reichtum akkumulierte sich hier schon seit dem sechzehnten Jahrhundert dank Leinenherstellung und Leinenhandel. Der Flachs dafür wurde rund um den Bodensee angebaut, verschaffte den Bauern eine kärgliche Existenz, den Händlern aber dauerhaften Wohlstand. Die gefragte Ware wurde in die weite Welt exportiert, und so fühlten sich die St. Galler Herrschaften nicht als Ostschweizer Provinzler, sondern sonnten sich in einem kosmopolitischen Glanz. Ihre Häuser nannten sie deshalb Zum Mandelbaum, Zur Dattelpalme, Zum Vogelstrauß oder Zu den vier Winden, entsprechende Wappen, Malereien und Reliefs verzieren die Fassaden bis heute. Auch die schmucken Erker, von denen in der Altstadt mehr als hundert erhalten sind, zeugen vom Reichtum und Selbstbewusstsein der Bewohner. Sie galten als eine Art Visitenkarte der Hausbesitzer, auf der sich ebenfalls Tiere und Pflanzen aus den damals bekannten vier Kontinenten wiederfinden. Ein Pracht­exemplar mit einer kuriosen Sammlung geografischer und mythologischer Elemente ist der Pelikan-Erker in der Schmiedgasse.

Schnapsgläser mit schrägem Boden

Wie es im Innern der historischen Fachwerkhäuser aussieht, können Besucher in den legendären sogenannten Erststock-Beizli erleben. Diese traditionellen Gaststätten wie die Weinstuben Zum Bäumli, Zur Alten Post oder Neubad wurden im ersten Stock der Gebäude eingerichtet, weil die Straßen damals schlammig und die Erdgeschosse feucht, stickig und dunkel waren. Böse Zungen behaupten freilich etwas anderes: Die gut betuchten Familien wollten vermeiden, dass die armen Schlucker von der Straße aus sahen, welch feine Speisen sie auf ihren Tellern hatten. Heute ist das beliebteste Gericht in den rustikalen Beizli eher bodenständig als Feinschmeckerkost: die bewährte St. Galler Kalbsbratwurst, die traditionell unbedingt ohne Senf gegessen werden muss. Andernfalls macht man sich verdächtig als Züricher von „jenseits der Senfgrenze“. Weil die Häuser auf Holzpfählen im weichen St. Galler Baugrund verankert wurden, sank manch ein Gebäude im Laufe der Zeit schief in den Boden ein. Im mehr als fünfhundert Jahre alten Beizli Zum Goldenen Schäfli, dem ehemaligen Haus der Metzgergilde, ist der Fußboden so schräg, dass man im Laufe des Essens von einem Rand des Tisches zum anderen zu rutschen meint. Immerhin gibt es inzwischen rutschfeste Tischdecken und für Cocktails und Schnäpse Gläser mit schrägem Boden, die das Niveau der Flüssigkeit wieder in die Waagerechte bringen.

Die Globen in der Klosterbibliothek versammelten das gesamte geografische und astronomische Wissen ihrer Zeit.
Die Globen in der Klosterbibliothek versammelten das gesamte geografische und astronomische Wissen ihrer Zeit. Bild: Volker Mehnert

Zurück im Freien, lässt sich beim Gang durch die Altstadt in der Gasse Hinterlauben der historische Fortgang des St. Galler Wohlstands besichtigen: Auf der einen Straßenseite stehen die prachtvollen Fachwerkbauten mit den Erkern, auf der anderen Seite schon die mächtigen Kontorhäuser des neunzehnten Jahrhunderts. Denn mit dem Siegeszug der Baumwolle ging die erfolgreiche Ostschweizer Leinenzeit nach 1800 nahtlos über in die noch einträglichere Epoche des Stickereiwesens. Achtzig Prozent der weltberühmten St. Galler Stickereien gingen ins Ausland, vorwiegend nach Amerika, Ostasien und Australien, und so hießen die fünf- bis sechsgeschossigen Lager- und Kontorhäuser nun Oceanic, Pacific oder Washington. Ihre üppig dekorierten Fassaden demonstrierten, diesmal im zeitgemäßen Jugendstil, abermals die Verbundenheit der Fabrikanten mit ihren Kunden auf dem ganzen Globus. Besonders prägnant zur Schau stellt sich das St. Galler Weltbürgertum am Haus zur Waage: Fünf monumentale Porträtköpfe an der Fassade repräsentieren mit ihren für heutige Augen kolonialistisch überzeichneten Physiognomien jeweils einen Kontinent, verbunden durch locker geschwungene textile Bänder.

So geht die Legende vom Mönch Gallus

Schon 1878 gründeten die Fabrikanten ein Textilmuseum, vorwiegend für die Künstler und Designer, die sich dort Inspirationen holen sollten. Jahr für Jahr kamen damals Tausende neuer Muster auf den Markt, die in Form von technischen Zeichnungen und Lochstreifen für die Maschinen lesbar gemacht wurden. Doch blieben deren Urheber ebenso namenlos wie die Fabrikarbeiter an den Maschinen und die Frauen und Kinder in der Heimarbeit. Heute illustriert das Museum die Textilgeschichte der Stadt mit einer umfangreichen Sammlung von Geweben, Stickereien, Kostümen, Musterbüchern und dem Exemplar einer klassischen Handstickmaschine.

Genauso stolz wie die Gottesmänner: St. Gallens Bürgertum zeigte gerne, wie gut es ihm ging.
Genauso stolz wie die Gottesmänner: St. Gallens Bürgertum zeigte gerne, wie gut es ihm ging. Bild: Picture Alliance

Museale Schätze von weitaus höherem kulturellem Wert beherbergt der klösterliche Stiftsbezirk, um den herum sich im Laufe der Jahrhunderte in konzentrischen Halbkreisen eine Handwerkersiedlung und schließlich die Industrie- und Handelsstadt ausbreitete. Begonnen hatte alles im Jahr 612, als der irische Mönch Gallus hier im menschenleeren Voralpenland eine Einsiedelei gründete und angeblich zahlreiche Wunder vollbrachte. Aus dem Pilgerziel entsprang bald ein Benediktinerkloster, das bis zum elften Jahrhundert als europäisches Zentrum des Wissens und der Kultur eine erstaunliche Blütezeit erlebte. Während dieser Epoche entstanden in St. Gallen Tausende von Handschriften. Sie wurden an Ort und Stelle aufbewahrt und sind bis zum heutigen Tag vorhanden, was den Bestand der Stiftsbibliothek zur ältesten bibliophilen Sammlung Europas macht. So darf sich St. Gallen mit Fug und Recht als „Pompeji der mittelalterlichen Urkunden“ bezeichnen.

Das Konzept der idealen Klosteranlage

Allein der prunkvoll barocke Bibliothekssaal ist mit dreißigtausend Handschriften gefüllt, viele mehr als tausend Jahre alt, und in den Archiven lagern noch einmal mehr als hunderttausend Bücher sowie sechzehnhundert Inkunabeln. Der Bestand an mehr als neunhundert Urkunden vom Ende des ersten Jahrtausends, die von alltäglichen Ereignissen wie Verkäufen, Besitzansprüchen, Gerichtsversammlungen oder Pilgerreisen berichten, ist einzigartig. Einer der kostbarsten Texte, die Abrogans-Handschrift, stammt aus dem Jahr 790; sie ist das älteste erhaltene deutsche Buch. Verfasst auf Althochdeutsch, enthält das Werk unter anderem ein Synonymwörterbuch und das „Fater unseer“, die älteste schriftlich erhaltene Version dieses christlichen Gebets. Ein besonderes Kleinod ist auch der Klosterplan aus dem Jahr 825. Er wurde im sechzehnten Jahrhundert zufällig auf der Rückseite einer Schrift aus fünf Pergamentstücken entdeckt. Es handelt sich dabei nicht um einen Bauplan, sondern um das Konzept einer idealen Klosteranlage im Sinne der Benediktiner mit fünfundvierzig Gebäuden, fünf Gärten, Ställen und Scheunen, Werkstätten, einer Bäckerei und drei Brauereien. Bemerkenswert sind auch die Schriften, in denen mehr als tausend europäische Orte und Landschaften erstmals überhaupt Erwähnung finden: Zürich zum Beispiel anno 746, Konstanz 780, Lindau 882, die Donau 790 und der Bodensee im Jahr 890.

Bild: F.A.Z.

Ein Mönch, so kalkuliert man, hätte damals wohl in den dreißig Jahren seines Klosterlebens bei tagtäglicher Schreibarbeit etwa achtzehn Bücher handschriftlich verfassen können. Herausgekommen bei dieser peniblen Schreiberei sind Schriften, in denen jede Seite und sogar jeder Buchstabe ein kleines Kunstwerk darstellen. Beim Blick auf die Buchrücken und auf die in Vitrinen ausgestellten Handschriften ist man überwältigt von der summierten Arbeit von Jahrhunderten, die in diesen Werken steckt. Nur ein winziger Bruchteil dieser Schätze freilich lässt sich während der einstündigen Führung durch die Bibliothek überhaupt erfassen. Man könnte ein ganzes Leben hier verbringen, ständig Neues entdecken und sich am laufenden Band geistige Medizin aus der „Seelen-Apotheke“ besorgen, wie es auf einer griechischen Inschrift über dem Eingangsportal heißt. In die Tiefen der Sammlung lässt es sich inzwischen allerdings auch dank der digitalen Erfassung des Bestandes eindringen. Viele Schriften werden dadurch überhaupt erst für die Allgemeinheit zugänglich, und durch Heranzoomen zeigen sich dabei die Charaktereigenschaften unterschiedlicher Schriftarten, Feinheiten der Miniaturmalerei und sogar die Poren der Pergamente.

Weltmeere voller Seeungeheuer und Monster

Doch die Bücher sind nicht alles. Ähnlich wie die verschwenderisch im Bodensee-Barock ausgestattete Kathedrale, die den weitläufigen Stiftsbezirk beherrscht, ist der Bibliothekssaal ein opulent dekoriertes Prachtstück aus dem achtzehnten Jahrhundert. Er enthält eine überwältigende Fülle von kleinen und großen Wunderwerken. So ist der exquisite Parkettboden aus Nussbaum-, Kirsch- und Tannenholz ebenso erhalten wie die umlaufende Galerie und der handschriftlich erstellte Katalog, der sich im gesamten Raum hinter Holzverkleidungen verbirgt. Zahlreiche Säulen sind gekrönt von barocken Putten, die verschiedene Handwerke und Berufe repräsentieren. Die Deckengemälde zeigen Szenen aus dem Leben im Kloster und von den ersten vier ökumenischen Konzilien im vierten und fünften Jahrhundert. Ein besonderer Blickfang ist der drehbare, kombinierte Erd- und Himmelsglobus: Mit einem Kugeldurchmesser von 121 Zentimetern ist er einer der größten erhaltenen Globen aus dem sechzehnten Jahrhundert. Er zeigt das astronomische und geografische Wissen jener Zeit mit relativ präzisen Küsten des amerikanischen Kontinents. Australien und die Antarktis fehlen noch, dafür sind die Weltmeere mit Seeungeheuern und Monstern bestückt. Das Original wurde während des Toggenburgerkrieges zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts von St. Gallen nach Zürich geschafft, wo es jetzt im Schweizer Landesmuseum ausgestellt ist. Die Stiftsbi­bliothek muss sich mit einem Duplikat begnügen.

Die größte Gefahr für den ursprünglichen Bestand der Bibliothek liegt mehr als ein Jahrtausend zurück und wurde glücklich überstanden: Im Jahr 926 hatte die Einsiedlerin Wiborada die Vision, dass die nach Europa vordringenden Ungarn St. Gallen erreichen könnten, und riet deshalb dem Abt des Klosters, die wertvollen Handschriften auszulagern. Der gesamte Bestand wurde daraufhin auf die Insel Reichenau verfrachtet, auf der er in Sicherheit vor den tatsächlich einfallenden Ungarn war. Zum Glück hatte man damals schon vorsorglich Fluchtkisten vorbereitet, in die alles schnell verstaut werden konnte. Die zurückgebliebene Einsiedlerin freilich wurde von den Eindringlingen ermordet und daraufhin heiliggesprochen – die erste weibliche Heilige in der katholischen Kirche. Sie ist nun selbstverständlich die Schutzpatronin der Bibliotheken und der Buchliebhaber.

Im Laufe des zwölften Jahrhunderts sank der kulturelle und politische Stern des Klosters, während sich die Bürger in der Stadt zunehmend von der kirchlichen Autorität emanzipierten. Bald befanden sich geistliche und weltliche Herrschaften in unversöhnlichem Streit. Eine sogenannte Schiedmauer, von der noch Reste erhalten sind, trennte die beiden nunmehr eigenständigen Gemeinwesen, die nach der Reformation endgültig gesonderte Wege gingen. Inmitten der protestantischen Region St. Gallen blieb das Stift eine geduldete katholische Enklave. Zwar wurde das Kloster im Jahr 1805 säkularisiert und sein Besitz verteilt, doch kam es in Kirche und Stift zu keinem Bildersturm, und auch der kulturelle Wert der Handschriften- und Büchersammlung wurde erkannt. Die Händler- und Fabrikantenelite war gesittet und klug genug, um die größte Kostbarkeit ihrer Stadt zu erhalten und zu pflegen. So sind die Ruinen der Schiedmauer nur noch eine historische Reminiszenz, während St. Gallens Altstadt und der Stiftsbezirk zu gedeihlicher Eintracht zusammengefunden haben.

Information: St. Gallen-Bodensee Tourismus, Bankgasse 9, CH-9001 St. Gallen, Telefon: 00 41/71/2 27 37 37, www.st.gallen-bodensee.ch und www.stiftsbezirk.ch. In Deutschland: Schweiz Tourismus, Telefon: 00 800/100 200 30 (kostenlos), www.MySwitzerland.com.

Quelle: F.A.Z.
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