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Der Anblick des Vulkans war vielversprechend

Von Andreas Schlüter
Aktualisiert am 13.08.2020
 - 06:14
Neapel sollte sich niemals in Sicherheit wiegen: der Ausbruch des Vesuv am 11. Juli 2017.zur Bildergalerie
Es war nie der Plan, so lange in der Stadt zu bleiben. Doch dann passierte dies, und dann passierte jenes, erst viel später passierte irgendwie zu viel. Ein neapolitanischer Schwanengesang.

Nein, ich hatte keine Farm in Afrika am Fuße der Ngong-Berge. Das war Karen Blixen, die gleich mit dem ersten Satz ihres Romans das Bild eines ganzen Kontinents aufblitzen ließ. Ich habe nur eine Wohnung. Und die in Neapel. Und doch ist uns etwas gemeinsam: die Sehnsucht nach einem Ort, der mit einem Mal nahezu unerreichbar geworden ist – und der vielleicht überhaupt nur noch in der Erinnerung existiert. Ich habe also eine Wohnung in Neapel, von der ich, wie auch von Neapel selbst, dieser seltsamen Stadt, in der ich so viele Jahre verbracht habe, einstweilen nur noch träume.

Die Wohnung liegt in der Via Atri und damit inmitten der Altstadt. Als Verlängerung der Via Nilo führt die Straße hinauf auf den Hügel des Caponapoli, auf dem die griechischen Kolonisten einst die Akropolis ihrer neuen Stadt errichteten und der Sirene Parthenope einen Tempel bauten. Die Via Atri ist schmal, bietet auf den ersten Blick keine Attraktionen und wird somit auch von den Touristen nicht wirklich frequentiert. Bis auf einige Reste der Stadtmauer ist aus der Zeit der griechischen Antike zumindest oberirdisch nichts übrig geblieben, und das Ambiente mit seinen zerbröselnden Barockfassaden, Autowracks, Müllhaufen und flatternder Wäsche kann manchmal irritieren.

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