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Ohne Auto in den Skiurlaub

Nächster Halt: Skigebiet

Von Georg Weindl
 - 19:30
Mit diesem Plakat von Hans Jegerlehner wurde in der Schweiz schon in den Fünfziger Jahren die Anreise per Bahn beworben.

Auf den ersten Blick ist Vierschach ein unscheinbares Dorf an der Pustertaler Straße wenige Kilometer von der Grenze Südtirols zu Österreich entfernt. Doch das täuscht. Vierschach hat Qualitäten, von denen viele Wintersportler heute träumen. Mit dem Pustertaler Ski-Express kommen sie entspannt per Bahn über Bruneck an, steigen am neuen Bahnhof aus, wechseln vom Bahnsteig auf eine Brücke über die Straße und stehen in der ebenfalls neuen, modernen Talstation, einem kantigen Glasbau mit Restaurant, Bar, Skiverleih und Ticketschalter. Draußen schnallen sie die Skier an und gleiten ein paar Meter über den Schnee zur Kabinenbahn, die sie hinauf zur Bergstation am Helm und in den Skizirkus Drei Zinnen bringt, 100 Pistenkilometer, inklusive der steilsten Piste Südtirols. Bequemer und dabei auch ökologisch vernünftiger kann man kaum auf die Piste kommen.

Die Kombination aus Bahnhof, Talstation und dem Ski-Express, der in halbstündlicher Frequenz durch das Pustertal fährt, ist derzeit mit das Beste, was es für bahnfahrende Skisportler in den Alpen gibt. Ähnlich wie in Vierschach bietet auch Percha bei Bruneck eine solche Kombination; dort startet die Seilbahn hinauf zum Kronplatz mit 119 Pistenkilometern auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig.

Mit der Bahn in den Skiurlaub zu reisen, das war wahrscheinlich bis auf die Urzeiten des Skitourismus noch nie so angesagt wie heute. Ob es auch einfacher ist als früher, das hängt sehr davon ab, welches Ziel man wählt. In jedem Fall sollte das Skigebiet eine Bahnstation haben, sollten auch Unterkünfte idealerweise fußläufig erreichbar sein. Das schränkt die Auswahl schon ziemlich ein. Wenn man dann noch Wert darauf legt, dass es von Deutschlands Metropolen aus möglichst direkte Bahnverbindungen gibt, bleibt nicht mehr viel übrig. Das größte Problem für den bahnreisenden Wintersportler war immer schon die Anreise vor allem auf den letzten Metern oder Kilometern zum Ziel. Das Gepäck ist heute weniger problematisch als früher. Einmal bietet die Deutsche Bahn den Transport von Haus zu Haus ab 17,90 Euro an. Dann bevorzugen es immer mehr Winterurlauber, sich vor Ort die Skiausrüstung zu leihen, was dazu den Vorteil hat, dass die Skier aktuelle Modelle sind und frisch präpariert. Überfüllte Züge und unsichere Fahrzeiten schrecken aber immer noch viele ab.

Köln - Oberstdorf: 5:23 Stunden

Angesichts des zunehmenden ökologischen Bewusstseins arbeitet die Deutsche Bahn am Ausbau der Angebote. Erst vor kurzem kündigte sie den Kauf weiterer 30 Hochgeschwindigkeitszüge an. In der kommenden Wintersaison gibt es laut Bahn tägliche Verbindungen von Hamburg und vom Rhein/Ruhrgebiet nach Oberstdorf, Berchtesgaden und Salzburg und weiter bis Schladming. Die Sprinter-Verbindung von Berlin nach München rückt auch die Hauptstadt näher an die Alpen heran. Und von Hamburg oder Stuttgart fahren auch täglich Züge nach Zürich und weiter nach Chur, wo man zum Beispiel auf die Rhätische Bahn ins Engadin wechseln kann. An den Wochenenden bietet die Deutsche Bahn auch Verbindungen von Hamburg nach Seefeld und Innsbruck sowie nach Kitzbühel an sowie vom Rhein/Ruhrgebiet nach Garmisch-Partenkirchen und Seefeld. Dank einer Partnerschaft zwischen der Deutschen Bahn und der österreichischen ÖBB verkehrt der österreichische Nightjet jede Nacht zwischen mehreren deutschen Großstädten und Salzburg und Innsbruck, teils auch mit Autotransport. Ab diesem Winter gibt es auch ein Nightjet-Kombiticket in vier Tiroler Skigebiete. Das heißt: Wer morgens in Innsbruck oder Wörgl ankommt, wird dort vom Bahnhof-Shuttle abgeholt und direkt zur Piste gefahren.

Bleibt dann noch die entscheidende Frage, welcher Wintersportort ist der richtige für die Reise mit der Bahn. In den bayerischen Alpen ist das Angebot erstaunlich gut. Sowohl Garmisch-Partenkirchen als auch Lenggries mit dem Brauneck und Bayrischzell mit dem Sudelfeld sind gut erreichbar, da sich die Pisten relativ nah bei den Bahnhöfen befinden. Wer zum Beispiel morgens um acht Uhr in Berlin startet, ist vier Stunden später mit dem ICE in München, hat sofort Anschluss mit der Bayerischen Oberlandbahn nach Lenggries und ist kurz nach eins an der Talstation am Brauneck. Wenn es keine Verspätung gibt. Ausgesprochen vielseitig sind die Optionen in Oberstdorf, wohin es zum Beispiel eine Direktverbindung von Köln mit 5:23 Stunden Fahrtzeit gibt, und wo mit Nebelhorn, Fellhorn und Söllereck sowie Walmendingerhorn und Ifen gleich fünf Skigebiete rund um den Ort und im angrenzenden Kleinwalsertal verteilt sind. Zudem bietet Oberstdorf auch sehr gute Möglichkeiten für Langläufer. In Österreich sind einige Klassiker mit der Bahn gut und direkt erreichbar. Das gilt in Tirol für St. Anton am Arlberg genauso wie für Kitzbühel, wo der Bahnhof nur einen Spaziergang von der berühmten Hahnenkammabfahrt entfernt ist. Oder man fährt nach Innsbruck, wo man mit der Straßenbahn vom Zentrum zur Piste am Patscherkofel fahren kann. Die Nordkette am Hafelekar ist jedoch nur für sehr gute Skifahrer geeignet. Auch Zell am See und Bad Gastein im Salzburger Land sind zwei klassische Wintersportorte mit umfangreichem Pistenangebot direkt am Ort und eigenem Bahnanschluss. In Zell am See sind es nur wenige hundert Meter vom Bahnhof zur Ebenbergbahn und zum City-Express zur Schmittenhöhe. In Bad Gastein ist die Talstation der Stubnerkogelbahn direkt neben dem Bahnhof.

Und wer per Bahn ins Zillertal in Tirol will, muss nur in Jenbach von den Fernzügen umsteigen und fährt mit der Zillertalbahn bis Kaltenbach oder Mayrhofen. Von dort kann man mit der neuen Penkenbahn direkt vom Ortszentrum ins Skigebiet fahren. Gerade im Zillertal ist die Bahn eine interessante Alternative zum Auto, da an Skiwochenenden Staus bei der Anreise bis in die Inntalautobahn reichen können.

Wenn es um Komfort und Service geht, blicken deutsche Bahnfahrer meist neidisch Richtung Schweiz. Die Rhätische Bahn und der Glacier Express machen Station in zahlreichen bekannten Wintersportorten wie St. Moritz, Scuol, Klosters, Davos, Disentis, Andermatt und Zermatt. Von Hamburg gibt es tägliche Verbindungen bis Chur, teils auch ohne Umsteigen via Frankfurt und Karlsruhe. Dort gibt es Anschluss zu den wichtigsten Verbindungen wie etwa der spektakulären Strecke via Thusis ins Engadin bis St. Moritz oder nach Davos und Arosa. Mit dem Angebot Snow ’n’ Rail der Schweizer Bundesbahn SBB bekommt man beim Online-Kauf eines Skipasses für zahlreiche Skigebiete bis zu 30 Prozent Nachlass und Vergünstigungen beim Skiverleih Intersport Rent, wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist. Wie man Wintergäste, die mit der Bahn reisen, locken und belohnen kann, zeigt auch der kleine Skiort Werfenweng im Salzburger Land. Das vielfach ausgezeichnete Modell der sanften Mobilität sieht vor, dass die sanft anreisenden Gäste ohne Aufpreis mit dem Shuttleservice gefahren werden, geführte Wanderungen und Pferdeschlittenfahrten machen und Rodel- und Langlaufausrüstungen leihen können. Zusätzlich können sie einmal pro Woche einen BMW i3 gratis leihen.

Mit dem Zug ins Skigebiet

Mehr Informationen zu den Bahnverbindungen in die im Text genannten Skigebiete unter bahn.de, meridian-bob-brb.de, oebb.at und rhb.ch.

Quelle: F.A.S.
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