FAZ plus ArtikelDänischer Ostseeradweg

Badehäuschen und Inselchen

Von Elke Sturmhoebel
16.07.2021
, 09:29
Der Ostseeradweg legt sich wie eine Schleife über das südliche Dänemark. Die 820 Kilometer lange Rundtour führt über zwölf Inseln – und jede von ihnen hat ihre Eigenarten.

Eben noch wähnten wir uns in einer Märchenwelt, als wir durch das verträumte Troense radelten. Jetzt hat uns die Realität wieder eingeholt. Autos und Laster rasen an uns vorbei, und es kann uns gar nicht schnell genug gehen, dem tosenden Verkehr auf dem Damm zu entkommen. Die zwanzig Kilometer lange Route von Fünen nach Langeland über Brücken und Inseln ist die schnellste Verbindung, um in Lolland oder Falster die Fähre nach Deutschland zu erreichen. Der dänische Ostseeradweg verläuft zum Teil auf dieser Transitstrecke, wenn auch auf einer abgetrennten Spur. Zum Glück finden wir auf Siø einen lauschigen Rastplatz am Schilfufer, auch wenn das Rauschen des Straßenverkehrs noch durchdringt. Gerade haben wir auf der Bank Platz genommen, da trägt eine Brise einen strengen Duft herüber und vermiest uns das Picknick auf der kleinen Insel.

Jede Insel in Dänemark ist unverwechselbar, und jedes Eiland hat seine Eigenarten. So ist das winzige Siø kaum mehr als ein Sprungbrett nach Langeland. Doch für Schweinemast reicht die Fläche. Immerhin ist es das einzige Mal auf der Radroute, dass wir mit diesem Wirtschaftszweig olfaktorisch in Kontakt kommen.

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