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FAZ plus ArtikelIdealstadt Sabbioneta

Das Geheimnis der steinernen Sexten

Von Christian Knull
 - 08:52
Griechische Götterfiguren auf der Galerie des Teatro all’ Antica in Sabbioneta.zur Bildergalerie

So schnell hat sich noch kein Bürgermeister vorgestellt. Der Mann springt aus dem Stuhl, ruft „Marco Pasquali“, seine Hand fliegt uns entgegen, als wir noch auf der Türschwelle stehen und nach Worten suchen, während der Bürgermeister bereits fragt, wie er helfen könne. Händeschüttelnd tragen wir unser Anliegen vor, der Bürgermeister nickt im Rhythmus der Handbewegungen und läuft zu einer Mitarbeiterin, die er mit einem Wortschwall überschüttet, aus dem das Wort „teatro“ fällt. Wir massieren noch unsere Hand, da kramt die Frau schon in einer Schatulle und händigt dem Sindaco von Sabbioneta einen goldenen Schlüssel aus.

Welch ein Glückstag, denken wir uns und danken still Pinaccio Ferrari, der Wirtin des kleinen Albergo, die uns beim Frühstück eine Schale mit gefalteten Zetteln gereicht hatte. Auf ihnen hatte sie italienische Sprichwörter notiert. „Chi non risica, non rosica“, lasen wir. Pinaccio übersetzte das Wortspiel mit „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, und in ihren Augen funkelte die Aufforderung, heute mutig zu sein. Was also lag näher, als das Rathaus aufzusuchen, nachdem ein Bauschild das großartige Theater als verschlossen ausgewiesen hatte? Der Zettel knisterte unüberhörbar in unserer Hosentasche.

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Die Idealstadt der Renaissance

Information: Sabbioneta erhielt 2008 den Status als Weltkulturerbe. Die Kleinstadt mit etwa viertausend Einwohnern liegt zwischen Mantua und Parma in der Lombardei. Sehenswert sind das Theater, der Gartenpalast, die Große Galerie, die Synagoge und das Museum für sakrale Kunst. Auskunft unter www.visitsabbioneta.it und www.turismosabbioneta.org (nur auf Italienisch). Unterkunft: Albergo Giulia Gonzaga, Via Vespasiano Gonzaga, 65, Telefon: 0039/ 0375/528169, www.albergogiuliagonzaga.it, Doppelzimmer 55 bis 80 Euro.

Quelle: F.A.Z.
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