FAZ plus ArtikelSüdafrikas Küche

Es wäre nun angerichtet

Von Claudia Bröll
21.02.2021
, 15:16
Kaum ein internationaler Tourist verirrt sich zurzeit nach Kapstadt, obwohl Hauptsaison ist. Das spürt auch die Spitzengastronomie – und beginnt, neue Wege zu gehen.

Hübsch anzusehen ist das Türmchen, wie es auf einer gerösteten Limettenhälfte schaukelt: Gelbschwanzmakrele, Thunfisch, oben eine liebevoll drapierte Blüte. Zum Essen fast zu schade. Der Ober verlangt dann auch noch, das Kunstwerk mit der Hand zu packen und auf einmal zu verschlingen. Es folgt eine kulinarische Explosion. „Essen ist unser Theater“, so das Motto von „La Colombe“ im südafrikanischen Weingebiet Constantia bei Kapstadt. In einem weiteren Gang sind Muscheln mit einer Miniportion Curry in einer schwarz verkohlten Passionsfrucht versteckt, später fließen Nebelschwaden über den Tisch. Auch Messer und Gabel braucht man hier nur gelegentlich. Stattdessen wird gelöffelt, gedippt, mit einer kleinen Schere geschnippelt.

In einer steilen Karriere hat es der 32 Jahre alte Küchenchef James Gaag unter die gefeierten Köche Südafrikas geschafft. „La Colombe“ wird regelmäßig zum besten Restaurant Afrikas gewählt. Da kann man als Koch auch mit „Thunfisch aus der Dose“ als Spezialität des Hauses kokettieren. Einmal kräftig an der Lasche gezogen, und tatsächlich findet sich in der Büchse Thunfisch, wenn auch in hauchdünnen Scheibchen mit einem würzigen Chili-Kreuzkümmel-Dressing, Avocado, Zitrone und „Tigermilch-Espuma“.

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Derzeit schlecht zu erreichen: Kapstadt

Südafrika hat den Höhepunkt einer zweiten Infektionswelle hinter sich, eine neue Virusvariante ist dominant. Seit einigen Wochen sinken die Infektionszahlen. Das Land hat die Einreisebeschränkungen weitgehend aufgehoben. Ein negativer PCR-Test ist notwendig, der bei Abflug nicht älter als 72 Stunden sein darf: auswaertiges-amt.de.

Die Bundesregierung allerdings hat ein Einreise- und Beförderungsverbot für Reisen aus sogenannten Virusvarianten-Gebieten nach Deutschland beschlossen; Südafrika, Eswatini und Lesotho sind als Virusvarianten-Gebiete eingestuft. Deutsche Staatsbürger sind davon ausgenommen, negativer Test und Quarantäne sind jedoch verpflichtend; die Lufthansa hat ihr Flugangebot drastisch reduziert.

Ausgangsbeschränkungen Wegen sinkender Infektionszahlen wurden jüngst die Regeln gelockert. Es gilt eine Sperrstunde um 23 Uhr. Restaurants, Cafés und Geschäfte sind geöffnet. In der Öffentlichkeit besteht strikte Maskenpflicht. Vor dem Betreten öffentlicher Gebäude wird die Temperatur gemessen, die Desinfektion der Hände wird erwartet. Die Strände sind wieder offen.

Essen Einen guten Überblick über Restaurants findet man auf der Website www.eatout.co.za; die meisten Spitzenrestaurants gibt es im Westkap, in den Weingebieten. Viele Restaurants bieten Spezialmenüs zu günstigeren Preisen. Weitere Information unter lacolombe.co.za, chefswarehouse.co.za, makerslanding.co.za und facebook.com/edgefranschhoek.

Quelle: F.A.S.
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Claudia Bröll
Freie Autorin für die Wirtschaft in Südafrika.
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