Beschäftigung in Hessen

Arbeitslosigkeit weiter hoch

Von Patricia Andreae
Aktualisiert am 01.12.2020
 - 20:15
Nicht schlechter, aber auch nicht besser: Die Arbeitslosenzahlen bleiben konstant (Symbolbild).
Trotz verschärfter Corona-Regeln im November bleibt die Zahl der Arbeitslosen in Hessen konstant. Die Meldungen der Unternehmen für Kurzarbeit hingegen sind stark gestiegen.

Die Lage auf dem hessischen Arbeitsmarkt hat sich trotz des weiteren Lockdowns im November nicht verschlechtert. Allerdings ist auch keine Besserung in Sicht. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mitteilt, stagniert weiterhin die Nachfrage nach Arbeitskräften. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Bestand der offenen Stellen in Hessen um 26 Prozent auf 40.000 verringert.

Auf dem hessischen Arbeitsmarkt hat es trotz verschärfter Corona-Regeln im November aber keine größere Entlassungswelle gegeben. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen, stellte am Dienstag in Frankfurt bei der Veröffentlichung der Zahlen fest, dass sich der hessische Arbeitsmarkt auch während des Teil-Lockdowns bisher behaupten konnte: „Die Soforthilfen des Bundes und das Kurzarbeitergeld wirken und verhinderten auch im November einen weiteren Anstieg der Arbeitslosenzahlen.“ Weder im Hotel- und Gastgewerbe noch im Handel seien auffällige Entlassungszahlen registriert worden, allerdings würden in diesen Branchen auch fast keine weiteren freien Stellen gemeldet. „Die Betriebe halten mehrheitlich an ihren Mitarbeitern fest“, stellt Martin fest.

Die Anzeigen der Unternehmen für Kurzarbeit sind im November stark angestiegen. So erreichten die Agenturen rund 3500 neue Anzeigen für 27.500 Personen. Im Vergleich dazu lagen die Zahlen im Oktober bei 810 Anzeigen für rund 11.400 Personen. Für die Zeit von März bis November sind somit bei den hessischen Arbeitsagenturen insgesamt 71.700 Anzeigen für 962.000 Personen eingegangen.

Zahl der Arbeitslosen ohne deutschen Pass gestiegen

Die Arbeitslosigkeit ist trotz eines geringfügigen Rückgangs um 0,1 Punkte auf 5,5 Prozent noch weit vom Vorjahreswert von 4,2 Prozent entfernt. Besonders in Südhessen hat die Agentur einen teils massiven Anstieg seit Krisenbeginn verzeichnet, vor allem in Frankfurt sowie den Kreisen Offenbach, Main-Taunus und Hochtaunus. „Neben vielen anderen Faktoren schlägt in Südhessen insbesondere der Bereich Transport und Logistik durch, einer der Wachstumsfaktoren der Vorjahre“, erläutert Martin.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit zum Vormonat betraf fast alle betrachteten Personengruppen. Den prozentual höchsten Rückgang mit fast zehn Prozent verzeichneten zum dritten Mal in Folge junge Menschen unter 25 Jahren. Lediglich bei den Langzeitarbeitslosen stieg die Zahl um 1,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen am stärksten mit 33 Prozent bei Menschen ohne deutschen Pass.

Aktuell weisen dreizehn der 26 hessischen Kreise eine Arbeitslosenquote von weniger als fünf Prozent auf. Die höchsten Quoten in der Region weisen die Städte Offenbach (10,3 Prozent), Wiesbaden (7,6 Prozent), Frankfurt (7,1 Prozent), Darmstadt (6,3 Prozent) sowie der Kreis Groß-Gerau (6,0 Prozent) auf.

Während der DGB angesichts von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit vor zunehmender Armut warnt, fordert die Vereinigung der hessischen Arbeitgeberverbände, Beschränkungen des Wirtschaftslebens schnellstmöglich zu verringern, um den Arbeitsmarkt anzukurbeln.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Andreae, Patricia (cp.)
Patricia Andreae
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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