Artenschutz in Hessen

Ohne die Bauern geht es nicht

EIN KOMMENTAR Von Robert Maus
22.06.2021
, 16:35
Ackerfläche: Ohne die Landwirtschaft kann der Artenschutz nicht gelingen.
Artensterben muss nicht nicht hingenommen werden. Das Vorhaben ist aber eine gewaltige Aufgabe, die gemeinsam mit Landwirten und Bürgern gelöst werden muss.
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Das sind gute Nachrichten, die der Vorsitzende der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, Tobias Erik Reiners, während der Vorstellung der neuen Informationskampagne für Artenvielfalt verkündete. Mit Hilfe der hessischen Feldflurprojekte ist es gelungen, die Populationen von Rebhühnern, Feldhamstern und anderen gefährdeten Tierarten zu vergrößern. Das belegt, dass das Artensterben in Deutschland nicht hingenommen werden muss und dass es zumindest teilweise möglich ist, gegenzusteuern. Natürlich ist es für eine Entwarnung zu früh, denn die Probleme bestehen fort. Aber: Es gibt erste Lösungen, und sie werden angewandt.

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Gut ist auch, dass sich Bauern finden, die sich an den Feldflurprojekten beteiligen, denn ohne die Landwirtschaft kann der Artenschutz nicht gelingen. Es ist die Aufgabe der hessischen Umweltministerin Priska Hinz (Die Grünen) auszutarieren, welche Vorgaben gesetzt, aber auch welche Anreize geschaffen werden müssen, damit die Bauern ihren Teil zum Arten- und Umweltschutz beitragen. Das ist nicht immer einfach, wie die regelmäßigen Demonstrationen verärgerter Landwirte zeigen, die sich von Hinz und anderen Umweltschützern allzu oft gegängelt fühlen.

Eine gewaltige Aufgabe

Der Weg mag lang sein, das Ziel steht fest: Wenn die Tiere verschwinden, sind unsere Lebensgrundlagen in Gefahr. Das wissen auch die Bauern, die täglich in und mit der Natur arbeiten. Gleichzeitig ist es aber auch ihr Job, unsere Nahrungsmittelversorgung sicherzustellen.

Dabei ist der Artenschutz in Feld und Flur nur ein Teil der gewaltigen Aufgabe, die in den nächsten Jahren gelöst werden muss. Die Klimaveränderungen sind offensichtlich. Hessens Wälder müssen aufgeforstet werden und die weitere Versiegelung der Böden muss endlich ein Ende haben.

Bei der Bewältigung dieser Herausforderungen sind auch die Bürger gefragt. Sie können in ihrem privaten Umfeld zumindest beim Artenschutz einen kleinen Teil dazu beitragen, ohne sich in ihrer Lebensqualität massiv einschränken zu müssen. Der Vorgarten muss keine öde Steinwüste sein, und der Rasen darf gerne ein bisschen höher wachsen. Es gibt viele Möglichkeiten, Vögeln und Insekten das Überleben im heimischen Garten zu ermöglichen. Und dass Hunde während der Brutzeit angeleint werden müssen, versteht sich eigentlich von selbst.

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Quelle: F.A.Z.
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