FAZ plus ArtikelAusbildungsförderung

Knapp kalkuliert

Von Theresa Weiß
Aktualisiert am 13.08.2019
 - 12:12
Jetzt wird es eng: Schon am 5. Mai war nicht mehr viel Geld für den Monat übrig.
Kim Nguyen, Studentin der Uni Frankfurt, bekommt Bafög. Gerade wurde es erhöht, und doch bleibt die Frage: Reicht die staatlichen Förderung zum Leben in einer teuren Stadt?

Zweieinhalb Jahre hat Kim Nguyen gezögert. Sie wog ab, ob sie den Kocher für das Teewasser wirklich brauchte. Schließlich gab es einen in der Fachschaft. Andererseits nervte es, immer dorthin laufen zu müssen. Im Mai entschied sie sich und kaufte ein Exemplar für 11,99 Euro.

Der Betrag ist in ihrem Haushaltsbuch festgehalten, einem schwarzen Kalender. Alles, was die Studentin ausgibt, ist darin vermerkt, von „50 ct Postkarte“ über „90 ct Postkarte verschicken“ bis zu „12 Euro Museum“. Am 5.Mai, einen Tag, nachdem sie den Wasserkocher erstanden hatte, rechnete Kim Nguyen noch einmal genau durch. Sie kam auf 77,36 Euro, die ihr für diesen Monat noch zum Essen blieben. Sie trug die Zahl in die untere Ecke ihres Haushaltsbuches ein. Von da an war Sparen angesagt.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Weiß, Theresa
Theresa Weiß
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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