Frankfurt wächst

Bahn frei für neue Schulen

EIN KOMMENTAR Von Rainer Schulze
02.07.2022
, 11:54
Genug Platz werden auch Frankfurts neue Schulen voraussichtlich nicht bieten: hier das noch junge Adorno-Gymnasium
Frankfurt muss kreativ sein, um die wachsende Zahl an Schülern in den kommenden Jahren unterbringen zu können. Eins aber ist klar: Der Schulbau muss Priorität haben.
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Die gute Nachricht zuerst: Das Bevölkerungswachstum in Frankfurt hat sich etwas abgekühlt. Vor einigen Jahren gingen die Demographen davon aus, dass die Schülerzahlen und der Bedarf an Schulplätzen sogar rasanter steigen würden. Es hätte also alles schlimmer kommen können. Aber 10.000 Schüler mehr innerhalb von zehn Jahren ist immer noch ein enormer Zuwachs. Die ohnehin angespannte Lage an den Schulen droht sich weiter zuzuspitzen. Die Stadt steht vor einer Herkulesaufgabe: Will sie mit dem Bevölkerungswachstum Schritt halten, muss sie die Kapazitäten an den Schulen dringend erhöhen.

Der neue Schulentwicklungsplan der Stadt stützt sich unter anderem auf die Bevölkerungsprognose. In jeder der sechs Bildungsregionen, in die das Stadtgebiet unterteilt ist, wird die junge Bevölkerung bis 2030 zunehmen. Der häufigste Satz in dem fünfzehnseitigen Papier lautet: „Die Bevölkerungsvorausberechnung des Bürgeramts, Statistik und Wahlen rechnet damit, dass die Zahl der Sechs- bis Sechzehnjährigen weiter steigen wird.“

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Die Stadt muss kreativ sein, will sie diese Menschen alle an den Schulen unterbringen. Der neue Schulentwicklungsplan lässt erkennen, dass ihr das auch bewusst ist. In manchen Stadtteilen reicht es, die Klassenstärke an den Grundschulen zu erhöhen. Anderswo sollen zusätzliche Schulzweige eingerichtet werden. Aber in manchen Stadtteilen führt auch am Bau zusätzlicher Schulen kein Weg vorbei.

Doch geeignete Flächen für diese Gebäude sind rar. Es gibt kaum noch öffentliche Grundstücke, die verfügbar und nicht anderweitig reserviert sind oder unter Naturschutz stehen. Im Osten fehlt sogar mehr als eine weiterführende Schule. Zusätzlich zu dem schon lange geplanten Gymnasium Ost, das hoffentlich auf dem Gebiet der Günthersburghöfe im Nordend entstehen wird, fehlt noch ein weiteres mittelstufiges Gymnasium. Wo das hin soll, ist ein Rätsel.

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Bildungsdezernentin Sylvia Weber ist angesichts dieser Rahmenbedingungen nicht zu beneiden. Sie hat eine Stabsstelle Schulbau im Dezernat eingerichtet, um den Bau der nötigen Bildungseinrichtungen zu beschleunigen. Die Stabsstelle muss sich nun bewähren. Der Schulbau sollte in Frankfurt Priorität haben.

Quelle: F.A.Z.
Rainer Schulze - Portraitaufnahme für das Blaue Buch
Rainer Schulze
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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