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Enttäuschte Erwartungen

Sparversion des Frankfurter Busbahnhofs

Von Rainer Schulze
 - 04:32

Als vor vier Jahren bekannt wurde, dass südlich des Hauptbahnhofs ein Fernbus-Terminal entsteht, ließ sich der damalige Verkehrsdezernent Stefan Majer (Die Grünen) mit den Worten zitieren, er sei sich sicher, dass am Ende der schönste und attraktivste Fernbusbahnhof der Republik in Frankfurt stehen werde.

Doch von den hochtrabenden Plänen ist nicht viel mehr als eine große Haltestelle übrig geblieben. Noch vor Ostern sollen die 14 Parkbuchten in Betrieb gehen. Ohne Wartehalle, ohne Serviceschalter, ohne Kiosk, ohne Anzeigetafel, ohne Überdachung. Es gibt nicht einmal eine Toilette. Die Reisenden werden bei schlechtem Wetter buchstäblich im Regen stehen. Eine Schranke wird die Zufahrt der Busse zu den Wartepositionen regeln. Wo die Busse abfahren, erfahren die Fahrgäste über Aushangpläne an den Haltestellen und beim Ticketkauf in den privaten Büros der Buslinien.

2015 klang das noch anders: Damals hatte der Bauherr und Eigentümer des Grundstücks, CA Immo, mit der städtischen ABG Holding, die den Busbahnhof betreiben wollte, eine Absichtserklärung unterzeichnet. Die Haltestellen sollten überdacht werden und die Serviceeinrichtungen – Wartehalle, Fahrkartenschalter, Kiosk, Sanitäranlagen – im rückwärtigen Teil eines neuen Hotels unterkommen, das inzwischen auf dem benachbarten Baufeld entstanden ist. „Wir können nicht nur Wohnungen bauen, sondern auch Probleme lösen“, hatte der ABG-Geschäftsführer Frank Junker damals verkündet.

Jetzt gibt es eine Interimslösung

Doch der Betrieb des Busbahnhofs war dann für die ABG ein unlösbares Problem. Sie erteilte dem Projekt im vergangenen Jahr eine Absage. Die CA Immo sucht nun einen neuen Betreiber. Weil der immer noch nicht gefunden ist und der Busbahnhof, der längst fertig sein sollte, endlich in Betrieb gehen soll, wird es nun eine Interimslösung geben: In einem ersten Schritt gibt es nur eine Sparversion des Busbahnhofs. Ob und wann ein vollwertiger Terminal in Betrieb geht, steht in den Sternen.

Laut einem Unternehmenssprecher soll der Interimsbetrieb keine Dauerlösung werden. Ein ordentlicher Busbahnhof sei auch im Interesse der CA Immo. Das Unternehmen ist der Stadt gegenüber aber nicht verpflichtet, die Serviceeinrichtungen zu schaffen. Immerhin wurden beim Bau des Hotels die dafür nötigen Räume vorgehalten. Sie müssten allerdings möbliert und ausgestattet werden. „Diese Aspekte dienen dem Komfort. Wir werden sie ohne den Betreiber nicht realisieren“, sagt der Sprecher. Denn von dessen Miethöhe ist abhängig, was die Investition kosten darf.

Quelle: F.A.Z.
Rainer Schulze
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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