FAZ plus ArtikelNeuer Ministerpräsident

Die Methode Rhein

EIN KOMMENTAR Von Ewald Hetrodt
09.06.2022
, 14:45
Boris Rhein
Mit der Methode der Dialektik will der neue hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) dem grünen Koalitionspartner gerecht werden. Beide Parteien hoffen dabei, dass ihre Minister bis zur Landtagswahl im nächsten Jahr nichts anrichten.
ANZEIGE

Selbst in der Opposition erwartet niemand allen Ernstes, dass die schwarz-grüne Koalition unter dem neuen Ministerpräsidenten Boris Rhein (CDU) bis zu den Landtagswahlen im Oktober des nächsten Jahres noch Berge versetzt. Dafür ist die Zeit, die für die gesetzgeberische Arbeit bleibt, einfach zu kurz. An der Regierungserklärung des Unionspolitikers ist darum vor allem inter­essant, wie er sich positioniert hat. Rhein musste ja nicht nur der eigenen Partei, sondern auch dem Koalitionspartner gerecht werden.

Dafür griff er zur Methode der Dialektik. Nachdem monatelang bezweifelt worden war, dass die Grünen ihn als Regierungschef akzeptieren würden, stellte Rhein einerseits den Klimaschutz in das „Zentrum unserer Politik“, wie er sagte. Andererseits kündigte er an, die aus Frankfurt abgewanderte IAA zurückholen zu wollen. Weil er als wirtschaftsnah gilt, hob er die Sozialpolitik hervor. Weil er als gebürtiger Frankfurter und Abgeordneter von den Wählern mit einer in der Fläche nicht beliebten Stadt verbunden wird, unterstrich er das Ziel, den ländlichen Raum stärken.

Testen Sie unser Angebot.
Jetzt weiterlesen.
Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

  FAZ.NET komplett

Diese und viele weitere Artikel lesen Sie exklusiv mit F+
Quelle: F.A.Z.
Ewald Hetrodt - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Ewald Hetrodt
Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
ANZEIGE