Castor-Transport

Zug mit Atommüll auf dem Weg nach Biblis

03.11.2020
, 20:44
Castor-Transport: Der Zug hat den Bahnhof Nordenham verlassen.
Der angekündigte Castor-Transport ist am Dienstagabend in Richtung Biblis abgefahren. Der Zug befördert Atommüll aus Großbritannien vom niedersächsischen Hafen Nordenham ins hessisches Zwischenlager.
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Der Castor-Zug mit Atommüll aus der britischen Atomanlage Sellafield hat am Dienstagabend den niedersächsischen Hafen Nordenham mit Ziel Biblis verlassen. Das teilte ein Sprecher der Transportfirma GNS mit. Für Deutschland ist es der erste große Rücktransport von Atommüll in Castoren seit neun Jahren.

Der 600 Meter lange Zug mit sechs Castoren soll in ein Zwischenlager an dem stillgelegten Kernkraftwerk in Hessen rollen. Die Ankunft dort wird für Mittwochmorgen erwartet. Atomkraftgegner waren in Nordenham vor Ort und haben Proteste entlang der möglichen Fahrtstrecken nach Süden angekündigt.

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Die Bundespolizei sichert deshalb nach eigenen Angaben mehrere Bahnstrecken in Niedersachsen und Hessen, aber auch in Bremen und Nordrhein-Westfalen. Die Castor-Transporte waren in Vergangenheit oft von großen Protesten mit Blockaden der Gleise begleitet gewesen.

Kritik von Umweltschützern

An dem Transport des gefährlichen Materials gibt es viel Kritik. Umweltschützer sehen Mängel am Zwischenlager Biblis und Sicherheitsdefizite bei den Castor-Behältern. Die für die Lagerung des hoch radioaktiven Atommülls zuständige Gesellschaft für Zwischenlagerung weist diese Bedenken zurück.

Kritik an dem Transport hatte es auch angesichts der Corona-Epidemie und einer möglichen Gefährdung der eingesetzten Polizeibeamten gegeben. „Die Gesundheit aller Beteiligten genießt höchste Priorität“, sagte der Gesamteinsatzleiter. Dies gelte sowohl für die Bürgerinnen und Bürger, die ihr Grundrecht auf Versammlungsfreiheit ausübten, wie für die Polizeikräfte im Einsatz. Die Polizeidirektion Oldenburg habe auf Basis der Empfehlungen des Robert Koch-Instituts ein umfassendes Hygienekonzept für den Einsatz erstellt, sagte Polizeivizepräsident Andres Sagehorn.

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Nach Angaben der Bundesregierung muss Deutschland aufgrund internationaler Verpflichtungen seinen im Ausland aufbereiteten Atommüll zurücknehmen - aus Sellafield wie aus der französischen Anlage La Hague.

Quelle: dpa
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