Frankfurt

Condor bezieht neue Zentrale am Flughafen

Von Jan Schiefenhövel, Frankfurt
03.05.2012
, 19:18
Start: Die neue Unternehmenszentrale der Condor in Frankfurter Stadtteil Gateway Gardens ist bezogen und eröffnet.
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Der Ferienflieger Condor hat seine Verwaltung von Kelsterbach in den Frankfurter Stadtteil Gateway Gardens verlegt. Von dort brauchen die Stewardessen und Piloten nur wenigen Minuten für den Weg zur Maschine.
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Das Unternehmen Condor Flugdienst GmbH hat seine Zentrale an den Frankfurter Flughafen verlegt. Bisher hatte der Ferienflieger seinen Hauptsitz in Kelsterbach. Am Donnerstag ist der Condor-Neubau mit sieben Stockwerken in Gateway Gardens eröffnet worden. Dieser neue Stadtteil Frankfurts liegt nordöstlich des Terminals2, zwischen den Autobahnen3 und 5 und der Bundesstraße43. Auf der Fläche direkt am Frankfurter Kreuz stand früher eine Siedlung der amerikanischen Streitkräften. Condor sei die erste Fluggesellschaft, die einen Standort in Gateway Gardens beziehe, sagte Ralf Teckentrup, Vorsitzender der Condor-Geschäftsführung. Von dem Neubau aus gelangten die Crews durch einen Tunnel unter der Autobahn3 in wenigen Minuten zu den Maschinen.

Das neue Haus bietet nach Angaben des Unternehmens Raum für die festen Arbeitsplätze von fast 400Mitarbeitern. Außerdem werden die rund 2000 Crew-Mitglieder vor ihren Einsätzen in dem Gebäude empfangen und eingewiesen. Im zweiten Stock befindet sich das Kontrollzentrum, von dem aus rund um die Uhr alle Flugzeuge des Unternehmens gesteuert werden. Die rund zwölf Mitarbeiter, die dort gleichzeitig Dienst tun, halten den Kontakt zu den 75 Flughäfen auf der ganzen Welt, die von Condor angeflogen werden. In dem Kontrollraum werden die Piloten vor dem Abflug mit Wetterdaten und anderen Informationen versorgt.

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Verschiedene Szenarien simulieren

Im Erdgeschoss befindet sich ein Trainingszentrum für Stewardessen und Piloten. Dort stehen zwei Nachbauten von Flugzeugkabinen. Darin werden zum Beispiel das Öffnen der Türen und die Benutzung der Rutschen im Notfall geübt.

Mit Bildschirmen vor den Kabinenfenstern lassen sich verschiedene Szenarien simulieren, etwa ein Brand oder eine Notlandung auf dem Wasser. Im Gebäude wurden auch zwei öffentliches Lokale eingerichtet, ein Café und ein Restaurant. Weitere Mieter im Haus sind die Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Schiff und Martine&Cie. GmbH, die Degussa Bank, die Albatros-Versicherung und ein Handelsunternehmen. Das Gebäude gehört der Versicherung HUK Coburg, die es kürzlich als Kapitalanlage erworben hatte.

„Prototyp einer Stadt von morgen“

Der Frankfurter Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) nannte die Fluglinie einen Pionier beim Bezug von Gateway Gardens. Ein namhafter Mieter könne dem neuen Stadtteil nur guttun. Die Stadt sei stolz darauf, dass die Standortentscheidung von Condor für Frankfurt gefallen sei, obwohl die Orte im Umland eine niedrigere Gewerbesteuer zu bieten hätten.

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Frank räumte ein, er habe vor zweieinhalb Jahren erst durch einen Journalisten dieser Zeitung davon erfahren, dass Condor ein neues Domizil suche. Daraufhin habe er sich dafür eingesetzt, den Neubau zu ermöglichen. Peter Hackenberger, Leiter Immobilien bei HUK Coburg, nannte Gateway Gardens den „Prototyp einer Stadt von morgen“ mit bester Anbindung an alle Verkehrsmittel. Der Stadtteil am Flughafen sei ein „wahr gewordener Traum für ein international tätiges Unternehmen“.

Ungefähr gleiche Nutzfläche

Solche „Airport-Citys“ seien nicht allein für die Luftverkehrswirtschaft interessant, sondern für Unternehmen aller Branchen. Deshalb habe sich die Versicherung entschieden, dort zu investieren. Auch Stephan Bender, Niederlassungsleiter des Projektentwicklers OFB, sprach von guten Chancen für Gateway Gardens.

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In der neuen Unternehmenszentrale steht ungefähr die gleiche Nutzfläche zur Verfügung wie am alten Standort in Kelsterbach, wie Bernd Zoller auf Nachfrage erläuterte. Er ist beim Reiseunternehmen Thomas CookAG, dem Eigentümer von Condor, Leiter für den Einkauf. In Kelsterbach hätten die Mitarbeiter aber in einzelnen Zimmern gesessen. Der Neubau biete dagegen die Möglichkeit, den Platz flexibel in Gruppenbüros aufzuteilen. Dort seien verschiedene Abteilungen unter einem Dach zusammengefasst, während sie vorher auf vier Gebäude verteilt gewesen seien. In Gateway Gardens zahle Condor nicht mehr Miete als in Kelsterbach.

Mietvertrag ausgelaufen

Der bisherige Firmensitz liege in der Einflugschneise der neuen Nordwest-Landebahn. Wäre das Unternehmen dort geblieben, wäre die Miete gestiegen wegen Ausgaben für zusätzlichen Schallschutz.

Nach den Worten des Condor-Sprechers Johannes Winter ist der Mietvertrag für den alten Standort ohnehin ausgelaufen. Hauptgrund für die Entscheidung für den neuen Standort sei aber seine Nähe zum Rollfeld, sagte Zoller. Das Unternehmen Condor besteht seit 1956 und transportiert im Jahr mit 35 Flugzeugen mehr als sechs Millionen Passagiere.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Schiefenhövel, Jan (höv.)
Jan Schiefenhövel
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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