FAZ plus ArtikelCorona-Ausbruch in Altenheim

Einsatz positiv getesteter Pflegekräfte als letztes Mittel

Von Thorsten Winter
01.12.2020
, 14:28
Weil ein Viertel der Pflegekräfte nach positiven Corona-Tests ausfällt, gleicht der Alltag in einem Altenheim nahe Gießen einem Drahtseilakt, wie die Leiterin sagt. Sie kann sich auf Freiberufler und Helfer aus der Bevölkerung stützen.

Christa Hofmann-Bremer weiß, wie es sich inmitten eines Corona-Hotspots anfühlt. Denn ihr fehlen in diesen Tagen 15 positiv getestete Pflegekräfte aus dem Stammpersonal. Rechnerisch fallen damit die Beschäftigten für einen Wohnsektor in einem Altenheim der Diakonie in Linden nahe Gießen aus, wie sie berichtet. Hofmann-Bremer muss als Leiterin der Einrichtung und Geschäftsführerin sehen, wie sie den Betrieb mit drei Wohnsektoren am Laufen hält und vor dem Zusammenbruch bewahrt.

Die 15 Beschäftigten machen knapp ein Viertel des Pflegepersonals aus. 63 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich um die alten Menschen kümmern, stehen auf der Lohnliste des Altenheims. Der Ausbruch des Coronavirus vor einigen Tagen hat die Einrichtung zum Hotspot gemacht und die Kleinstadt am Südrand des Gießener Beckens gleich mit. Die sogenannte Inzidenz ist zwischenzeitlich auf den Wert 550 geschnellt, hochgerechnet auf die binnen Wochenfrist bestätigten neuen Corona-Fälle unter 100.000 Einwohnern. Nun zählt Linden zwar nur gut 13.000 Einwohner. Aber zur besseren Vergleichbarkeit wird die Inzidenz wie gehabt berechnet, und der Landkreis Gießen weist sie entsprechend aus. 481 betrug sie noch zu Wochenbeginn.

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Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Winter, Thorsten (thwi)
Thorsten Winter
Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.
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