„Keine Schulveranstaltung“

Eltern warnen vor Druck beim Impfen

Von Florentine Fritzen
14.09.2021
, 16:30
Druckpunkt: Impfungen von Schülern sollten freiwillig bleiben, wie der Landeselternbeirat fordert
„Eine Impfentscheidung muss weiterhin persönlich getroffen werden“, fordert der Landeselternbeirat in Hessen mit Blick auf Corona. Die Schülerschaft vermisst derweil einen „Plan B“ zum Präsenzunterricht.

Der Landeselternbeirat hat davor gewarnt, dass die Frage einer Corona-Impfung von Kindern und Jugendlichen den Schulalltag belastet. „Eine Impfentscheidung muss weiterhin persönlich getroffen werden, und die Schule sollte keinen Druck ausüben“, sagte der Vorsitzende Volkmar Heitmann am Dienstag in Frankfurt. Konflikte rund um das Thema gehörten nicht in die Schule, der individuelle Impfstatus dürfe keinen Einfluss auf den Schulalltag haben. Zudem sei Impfen „keine schulische Veranstaltung“.

Wie der Elternvertreter bei einer Veranstaltung des Landeselternbeirats, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen (GEW) und der Vertretung der hessischen Schülerinnen und Schüler laut einer Mitteilung weiter sagte, befürworten die Elternvertreter jedoch niedrigschwellige Angebote, etwa mit Impfbussen an Schulen außerhalb der Unterrichtszeit. Im August hatte die Ständige Impfkommission eine Impfung von zwölf Jahren an empfohlen.

Schüler vermissen „Plan B“

Die Landesschulsprecherin Jessica Pilz beklagte angesichts des Schulbeginns im Präsenzunterricht, es fehlten gute Konzepte für den Wechselunterricht. „Einen ,Plan B‘ scheint es im Kultusministerium wieder einmal nicht zu geben.“ Vor den Ferien habe es geheißen, von einer Inzidenz von 100 an solle es Wechselunterricht geben. Schüler- und Elternvertreter sowie die Gewerkschaft kritisieren nun eine „Abkehr von einem Stufenplan in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen“. Sie verweisen dabei auf das Fehlen von Luftfilteranlagen und auf nicht geimpfte Schülerinnen und Schüler. Die Landesschulsprecherin verlangte außerdem, an den Schulen FFP2-Masken bereitzustellen.

Die Vorsitzende der GEW Hessen, Birgit Koch, forderte mehr Personal an den Schulen, auch, damit „eine echte Doppelbesetzung in den Klassen“ möglich wäre. Dies sei nötig, um Lernrückstände aus der Corona-Zeit aufzuholen, Kinder individuell zu fördern und soziales Lernen zu ermöglichen. Lehrermangel herrsche vor allem an Grund-, Berufs- und Förderschulen. Koch verlangte vom Land mehr Anstrengung bei der Ausbildung. Zudem warte eine vierstellige Zahl voll ausgebildeter Lehrkräfte darauf, eingestellt zu werden.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Fritzen, Florentine
Florentine Fritzen
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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