FAZ plus ArtikelHessen bei Impfquoten hinten

Offenbach und Frankfurt weit weg von „neuer 50“

Von Thorsten Winter
01.03.2021
, 13:39
Für Hessen stehen mehr Corona-Fälle zu Buche als vor einer Woche. Die Inzidenz ist etwa in Frankfurt und Offenbach hoch. Beim Blick auf die Impfquoten sieht Hessen die meisten Länder von hinten.

Gemischte Nachrichten zum Corona-Infektionsgeschehen liegen für Hessen zum Wochenbeginn vor. Fast 50 neue positive Corona-Tests mehr als vor einer Woche weist das Robert-Koch-Institut für Hessen auf. Andererseits meldet es nur einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit der Pandemie, während im Bund insgesamt 60 weitere Tote zu Buche stehen. Die Gießener Infektiologin Susanne Herold hat in einem Interview die Impfungen als wichtigste Waffe im Kampf gegen die Pandemie bezeichnet, allerdings liegt Hessen sowohl bei den Erst- als auch den Zweitimpfungen im Ländervergleich hinten.

Die Inzidenz als zentrale Kennziffer steigt auch in Hessen weiter. Sie rangiert knapp unter jener im Bund, liegt aber mehr als fünf Punkte höher als vor einer Woche und weit über der „neuen 50“. Die bisher letzte Runde von Kanzlerin und Länderchefs hatte 35 neue Fälle unter 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen als Schwellenwert benannt, um Corona-Regeln zu regeln. Nach dem Eskalationskonzept des Landes war monatelang die 50 der kritische Wert, um die Regeln zu verschärfen.

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Land und Kreise wollen Corona-Kontakte effizienter nachverfolgen

Mit einem „Pakt für die Nachverfolgung“ sollen Corona-Infektionsketten in Hessen schneller und effizienter durchbrochen werden. Die Landesregierung habe diesen mit den Landkreisen und kreisfreien Städten geschlossen, teilte die Staatskanzlei am Montag in Wiesbaden mit. „Sie verpflichten sich damit, die Voraussetzungen zu schaffen, die Kontaktnachverfolgung und die Unterbrechung der Infektionsketten noch weiter zu verstärken. Dies ist ein wichtiger Faktor für mögliche weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen“, sagte Staatskanzleichef Axel Wintermeyer der Mitteilung zufolge.

Dazu gehört demnach eine Software, über die ab März alle coronarelevanten Daten flächendeckend zusammenlaufen sollen. Dadurch solle ein besserer Datenaustausch erreicht werden. Hessen habe damit einen Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz und des Bundes umgesetzt, hieß es weiter.

„Dieser weitere Schritt zur Digitalisierung des Gesundheitswesens wird die Arbeit in vielen Bereichen erleichtern und so die Gesundheitsämter stärken“, ergänzte Hessens Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne). Zum „Pakt“ gehört laut Mitteilung außerdem, dass in den 24 hessischen Gesundheitsämtern weiteres Personal für die Nachverfolgung geschult und einsatzbereit gehalten wird. Angesichts der Virusvarianten sollen statt ursprünglich 5 nun bis zu 10 Kontaktnachverfolger pro 20.000 Einwohner bereitstehen. (dpa)

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Winter, Thorsten (thwi)
Thorsten Winter
Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.
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