FAZ plus ArtikelWeniger neue Corona-Fälle

Mehr Freiheiten für Hunderttausende in Hessen

Von Thorsten Winter
12.05.2021
, 13:20
Gemischte Nachrichten kommen zu Corona in Hessen. Das RKI meldet weniger neue Fälle als vor einer Woche. Vielerorts gibt es mehr Freiheiten. Für Entwarnung ist es aber noch zu früh.

Die Menschen in Frankfurt müssen noch bis Freitag darauf warten, doch in Gießen und den umliegenden Kommunen gilt etwas mehr Freiheit beim Einkaufen schon von diesem Mittwoch an. In der mittelhessischen Stadt, deren Shopping-Meile regelmäßig unter den fünf umsatzstärksten ihrer Art von Städten unter 100.000 Einwohnern liegt, dürfen Händler fortan „Click and Meet“ anbieten. Bisher war nur „Click and Collect“ möglich. Fortan können Kunden mit Termin und frischem Corona-Test wieder durch die Läden streifen. Dort wie etwa auch in Frankfurt sind die ersten Schüler wieder im Wechselunterricht.

Allerdings ist die Inzidenz jeweils immer noch zu hoch für einen Abschied von der nächtlichen Ausgangssperre. Anders im Hochtaunus und im Vogelsberg: Dort ist diese Einschränkung seit Mitternacht passé. Darmstadt dagegen liegt nun auch den fünften Tag in Serie unter der für ein Ende dieser Regel entscheidenden Inzidenzmarke 100 (siehe Kasten unten). Der Kreis Darmstadt-Dieburg steuert auch darauf zu, ebenso die Bergstraße. Zum Montag war die Ausgangssperre schon in der Wetterau gefallen, wo schon seit längerem wieder „Click and Meet“ möglich ist.

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Die Folge der „Notbremse“

Ausgangssperre: Sie gilt wie alle Regeln von Samstag an zwischen 22 und 5 Uhr in Kreisen und größeren Städten von einer Inzidenz von 100 an, sofern diese an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten wurde. Spazierengehen und Joggen sind noch bis 24 Uhr erlaubt, dann darf das Haus nur noch aus triftigem Grund verlassen werden (Arbeit, medizinischer Notfall, Betreuung von Alten, Kindern und Kranken, Hund ausführen).

Hochschulen, Schulen und Kitas: Auch in Hessen ist nun nicht mehr eine Inzidenz von 200, sondern 165 die Grenze, bis zu der Präsenzunterricht und -lehrveranstaltungen erlaubt sind. Kitas dürfen dann nicht mehr für den Regelbetrieb, sondern nur noch für eine Notbetreuung geöffnet werden. Ausnahmen gelten für Abschlussklassen und Förderschulen; das müssen die Länder eigenständig regeln. Wo Unterricht erlaubt ist, besteht die Testpflicht fort. Laborpraktika, Präsenzprüfungen und Forschungsbetrieb an Hochschulen können stattfinden.

Am Arbeitsplatz: Es gilt fortan eine Pflicht zum Homeoffice – soweit es möglich ist. Das heißt, der Arbeitgeber muss die Möglichkeit anbieten, der Arbeitnehmer sie annehmen, sofern der Platz zu Hause ausreicht und die technischen Voraussetzungen gegeben sind. Für alle, die in den Betrieb kommen, muss das Unternehmen zwei Tests pro Woche ermöglichen.

Einkaufen: Unabhängig von Inzidenzwerten bleiben Geschäfte des täglichen Bedarfs (Lebensmittel, Medikamente, Brillen, Bücher, Blumen) geöffnet. Ansonsten gilt: Unter 150 dürfen auch andere Läden öffnen und „Click & Meet“ anbieten, darüber nur nach dem Prinzip „Click & Collect“. Die Länder dürfen eigene Regelungen treffen – sofern sie schärfer sind. Für die Zahl der Kunden gilt nun (unabhängig von der Inzidenz) bundesweit: Bei einer Verkaufsfläche bis 800 Quadratmeter darf ein Kunde je 20 Quadratmeter im Laden sein, darüber hinaus darf ein weiterer je 40 Quadratmeter hinzukommen. Gegenüber der bisherigen Regel in Hessen bedeutet das eine Verschärfung.

Frisuren und Kosmetik: Friseursalons und Fußpflegestudios bleiben geöffnet. Allerdings müssen Personal und Kunden Masken tragen und einen aktuellen Corona-Test (höchstens 24 Stunden alt) vorweisen. Tattoo- und Kosmetikstudios müssen schließen. (hs.)

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Winter, Thorsten (thwi)
Thorsten Winter
Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.
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