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Alle Richtwerte legen zu

Kliniken füllen sich weiter mit Corona-Kranken

Von Thorsten Winter
25.11.2021
, 12:07
Dauerstress: Mediziner und Pflegepersonal, die sich um Corona-Kranke am Frankfurter Uni-Klinikum kümmern Bild: Frank Röth
So viele Corona-Kranke hat es im Verlauf der vierten Welle in hessischen Kliniken noch nicht gegeben. Es gibt doppelt so viele neue Fälle wie vor einem Monat.
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Seit diesen Donnerstag sind die neuen Corona-Regeln für das Leben in Hessen in Kraft. Sie umfassen etwa die 2-G-Pflicht in der Gastronomie, 2-Gplus in Bars und Clubs und mehr Tests für Kinder und Jugendliche in den Schulen. Die Gastronomie drücken „unnötige Diskussionen“ mit Gästen über die politischen Vorgaben zum Schutz vor dem Coronavirus, wie es beim Fachverband heißt.

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Derweil steigen die einschlägigen Richtwerte. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz nähert sich ihrem Höchstwert in der vierten Welle der Pandemie. Sie spiegelt die Zahl der binnen Wochenfrist in Kliniken aufgenommenen Covid-Patienten. Es liegen so viele Corona-Kranke in Intensiv- und Normalbetten wie noch nie in diesen Wochen. Auch die Sieben-Tage-Inzidenz klettert weiter, während die Impfquote nach wie vor kaum vorankommt.

110 Intensiv-Patienten mehr als Ende Oktober

Laut Sozialministerium lagen zuletzt 273 Covid-Patienten auf Intensivstationen nach 260 am Vortag und 161 vor vier Wochen. Allerdings beziehen sich die 273 auf Mittwoch. Örtlich sind dessen ungeachtet Kapazitätsgrenzen seit geraumer Zeit erreicht, so am Uni-Klinikum in Gießen. Und das betrifft dort nicht nur Intensivbetten für Covid-Patienten, für die der Schwellenwert 200 beträgt. 835 Betten auf hessischen Normalstationen sind mit Personen belegt, die sich mit dem Coronavirus nachweislich infiziert haben (718) oder bei denen dieser Verdacht besteht, 19 mehr als am Vortag. Auch das ist ein neuer Höchstwert während der vierten Welle. Vor vier Wochen war von 424 mit Covid-Patienten belegten Normalbetten die Rede. Die Akutversorgung sei nicht mehr sichergestellt, hieß es aus dem Uni-Klinikum Frankfurt jüngst.

Hospitalisierungsinzidenz steigt

Dass das Sozialministerium bei der Bettenbelegung regelmäßig auf Vortagsdaten zurückgreift, hat einen einfachen Grund: Die jeweils neuen Zahlen erhält es erst nach Veröffentlichung seines Updates. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin Divi spricht von 253 Corona-Kranken in Intensivbetten, davon 117 invasiv beatmet. Allerdings meldet die Divi regelmäßig niedrigere Daten als das Land zu diesem Richtwert; begründet wird das mit unterschiedlicher Zählweise. Der zweite Richtwert, die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz, beträgt laut Ministerium 4,59 nach 4,43 am Vortag.

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„Pandemie der Ungeimpften“

57,6 Prozent der auf hessischen Intensivstationen behandelten Patientinnen und Patienten mit Covid-19 sind nur teilweise oder gar nicht geimpft und bestätigen die Redewendung „Pandemie der Ungeimpften“. 37 Prozent sind vollständig geimpft. Dieser Wert steigt tendenziell. Das hat zunehmend mit einer nachlassenden Wirkung des Impfstoffs nach einigen Monaten zu tun und in vielen Fällen auch mit dem Umstand, dass Personen wegen anderer Erkrankungen keinen ausreichenden Immunschutz ausbilden konnten oder weil ihr Immunsystem medikamentös gedämpft ist. Bei 5,3 Prozent ist der Impfstatus unbekannt. Ein vergleichsweise hoher Wert angesichts der Zahlen der Vorwochen

Die Impfquote läuft kaum merklich aufwärts. 67,2 Prozent der hessischen Bevölkerung sind durchgeimpft, bei den Personen über zwölf Jahren sind es 75,7 Prozent, ein Zehntel Prozentpunkt mehr als am Vortag wie das Land meldet. 85 bis 90 Prozent halten Fachleute für notwendig, um die vierte Welle zu brechen.

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Wie das Ministerium weiter meldet, haben hessische Gesundheitsämter über Nacht 3154 Neuinfektionen nach positiven PCR-Tests verzeichnet nach 100 weniger vor einer Woche und nur 1600 vor vier Wochen. 13 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 sind hinzu gekommen. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf gut 258 nach 103 vor vier Wochen. Im Bund liegt sie über 300. Die meisten binnen Wochenfrist registrierten Fälle unter 100.000 Einwohnern hat Tendenz der Odenwald mit 408 vor der Bergstraße mit 379 und Frankfurt mit 358.

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Quelle: FAZ.NET
Thorsten Winter
Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.
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