FAZ plus ArtikelKleinstadt mit 800er-Indizenz

So lief ein erster Test mit dem Tübinger Modell in Hessen

Von Thorsten Winter
29.03.2021
, 18:09
Bohrung: Eine Ärztin nimmt eine Probe für einen Corona-Test, gesehen in Königstein
Wegen einer überschießenden Inzidenz hat der Kreis Gießen der Kleinstadt Laubach kurzerhand das Tübinger Modell verordnet. Händler zeigen sich ernüchtert – und haben Verbesserungsvorschläge.

Manche hessischen Städte wie Bad Homburg und Usingen bewerben sich noch beim Land um Tests des Tübinger Modells, Laubach in Oberhessen hat derweil schon erste Erfahrungen gemacht. Das Motto dabei lautet: erst testen, dann shoppen. Die Studentenstadt in Baden-Württemberg möchte mit ihrem Vorgehen den Menschen mehr Normalität in der Pandemie ermöglichen und fährt gut damit. Tübingen weist noch eine vergleichsweise niedrige Inzidenz aus, zumindest liegt der dortige Kreis mit 99 weit unter dem Durchschnitt im Bund und jenem in Hessen.

Das lässt sich von Laubach in Oberhessen nicht behaupten. Der Kreis Gießen meldet eine Corona-Kennziffer von fast 800 für die Kleinstadt, die überregional für ihr international besetztes Blues-Festival bekannt ist. Das musste im vergangenen Sommer wegen der Pandemie ausfallen. Ob es hätte stattfinden können, wenn seinerzeit schon massenhaft Schnelltests möglich gewesen wären, steht dahin. Nun aber nutzte der Kreis die verfügbaren Tests seit Mitte vergangener Woche, um das Geschäftsleben am Laufen zu halten und Infektionen möglichst zu vermeiden. Zum Friseur, Buchhändler oder Blumenverkäufer durfte nur, wer zuvor in der örtlichen Kulturhalle einen negativen Test gemacht hatte. Als der Kreis die Vorgabe verfügte, bewegte sich die Corona-Kennziffer noch um die Marke 400.

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Autorenporträt / Winter, Thorsten (thwi)
Thorsten Winter
Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.
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