FAZ plus ArtikelMehr Corona-Intensivpatienten

Virologin Ciesek erwartet noch mehr Omikron-Verdachtsfälle

Von Thorsten Winter
29.11.2021
, 14:15
„Klinische Verläufe bei Omikron noch unklar“: Virologin Sandra Ciesek
Video
Sichtbarkeit der Bildbeschreibung wechseln
Die Frankfurter Uni-Klinik wertet vier weitere Proben im Zusammenhang mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron noch aus. Virologin Sandra Ciesek befürchtet noch weitere Verdachtsfälle.
ANZEIGE

Die vier weiteren von der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek bekanntgegebenen Verdachtsfälle mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron sind noch nicht bestätigt. Wie Ciesek der F.A.Z. mitteilte, dauert die sogenannte Sequenzierung noch an. Am kommenden Mittwoch werde das Ergebnis vorliegen, fügte sie hinzu.

Wie die Virologin weiter erläuterte, ist der klinische Verlauf einer Infektion mit der neuen Virus-Variante noch unklar. Sie erwartet aufgrund der zahlreichen Reiserückkehrer etwa aus Namibia und Südafrika weitere Verdachtsfälle.

Testen Sie unser Angebot.
Jetzt weiterlesen.
Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

  FAZ.NET komplett

Diese und viele weitere Artikel lesen Sie exklusiv mit F+
Neuer Höchststand an Corona-Kranken in Intensivbetten

Es liegen so viele Corona-Kranke in Intensivbetten wie noch nie in diesen Wochen. Auch auf den Normalstationen gibt es wieder mehr Patienten mit Covid-19. Auch die Sieben-Tage-Inzidenz klettert weiter, wenn auch nur leicht. Die Hospitalisierungsinzidenz ist dagegen abermals gesunken. Sie spiegelt die Zahl der binnen Wochenfrist in Kliniken aufgenommenen Covid-Patienten. Ein hessischer Landkreis verharrt über der Marke 500, während die Impfquote nach wie vor kaum vorankommt.

Laut Sozialministerium lagen zuletzt 295 Covid-Patienten auf Intensivstationen nach 290 am Vortag und 180 vor vier Wochen. Örtlich sind dessen ungeachtet Kapazitätsgrenzen seit geraumer Zeit erreicht, so am Uni-Klinikum in Gießen. Und das betrifft dort nicht nur Intensivbetten für Covid-Patienten, für die der Schwellenwert 200 beträgt. 818 Betten auf hessischen Normalstationen sind mit Personen belegt, die sich mit dem Coronavirus nachweislich infiziert haben oder bei denen dieser Verdacht besteht, 35 mehr als am Vortag. Vor vier Wochen war von 456 mit Covid-Patienten belegten Normalbetten die Rede.

Dass das Sozialministerium bei der Bettenbelegung regelmäßig auf Vortagsdaten zurückgreift, hat einen einfachen Grund: Die jeweils neuen Zahlen erhält es erst nach Veröffentlichung seines Updates. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin Divi spricht von 288 Corona-Kranken in Intensivbetten, davon 126 invasiv beatmet. Allerdings meldet die Divi regelmäßig niedrigere Daten als das Land zu diesem Richtwert; begründet wird das mit unterschiedlicher Zählweise. Der zweite Richtwert, die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz, beträgt laut Ministerium 4,12 und fällt seit Tagen leicht.

57,7 Prozent der auf hessischen Intensivstationen behandelten Patientinnen und Patienten mit Covid-19 sind nur teilweise oder gar nicht geimpft und bestätigen die Redewendung „Pandemie der Ungeimpften“. 36,7 Prozent sind vollständig geimpft. Dieser Wert steigt tendenziell. Das hat zunehmend mit einer nachlassenden Wirkung des Impfstoffs nach einigen Monaten zu tun und in vielen Fällen auch mit dem Umstand, dass Personen wegen anderer Erkrankungen keinen ausreichenden Immunschutz ausbilden konnten oder weil ihr Immunsystem medikamentös gedämpft ist. Bei 5,6 Prozent ist der Impfstatus unbekannt. Ein vergleichsweise hoher Wert angesichts der Zahlen der Vorwochen

Die Impfquote läuft nach wie vor kaum merklich aufwärts. 67,5 Prozent der hessischen Bevölkerung sind durchgeimpft, bei den Personen über zwölf Jahren sind es 76,1 Prozent, zwei Zehntel Prozentpunkte mehr als am Vortag wie das Land meldet. 85 bis 90 Prozent halten Fachleute für notwendig, um die vierte Welle zu brechen.

Wie das Ministerium weiter meldet, haben hessische Gesundheitsämter über Nacht 1172 Neuinfektionen nach positiven PCR-Tests verzeichnet nach 560 vor vier Wochen. Zwei Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 sind hinzu gekommen. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf gut 278 nach 124 vor vier Wochen. Die meisten binnen Wochenfrist registrierten Fälle unter 100.000 Einwohnern hat der Odenwald mit 507 vor der Bergstraße mit 383 und Frankfurt mit 365. (thwi.)

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Winter, Thorsten (thwi)
Thorsten Winter
Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.
Twitter
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
Frankfurt Jobs
Jobs in Frankfurt finden
Immobilienmarkt
Immobilien kaufen, mieten und anbieten
Immobilienbewertung
Verkaufen Sie zum Höchstpreis
ANZEIGE