Bau eines Asien-Geheges

Erstmals Nashörner im Opel-Zoo

Von Bernhard Biener
22.02.2019
, 10:51
Panzernashörner im Nürnberger Zoo
Im Südosten viel Neues: Das Kronberger Freigehege plant einen Umbau für Tierarten aus Asien. Das wird zwölf Millionen Euro Kosten – das hat Folgen für die Besucher.
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Dickhäuter leben nicht nur in Afrika. Prominenten Zuwachs dieser Tiergruppe erwartet der Opel-Zoo in drei Jahren. Dann sollen Panzernashörner die Stars eines neuen Zooteils werden, der dem Kontinent Asien gewidmet ist. Schabrackentapire, Kurzkrallenotter und Affen der größten Gibbonart gehören ebenfalls zu den Kronberger Neubürgern. Hirschziegenantilopen und Prinz-Alfred-Hirsche werden hier schon jetzt gehalten. Sie vervollständigen die Bewohnerschaft des 18.000 Quadratmeter großen asiatischen Teils, der bis 2022 für zehn bis zwölf Millionen Euro entstehen soll. Nicht allein deswegen erhöht der Zoo am 1. März die Eintrittspreise.

Passenderweise liegt der neue Asienteil im Südosten des 27 Hektar großen Zoogeländes, dessen Grenzen aber nicht überschritten werden. Stattdessen werden die Gehege umgebaut, die früher von Zebras, Giraffen und Elenantilopen genutzt wurden. Auch die heutigen Anlagen von Hirschziegenantilopen und Prinz-Alfred-Hirschen werden genutzt. Erstere teilen sich später das Gehege mit den Panzernashörnern, letztere sollen sich mit den Schabrackentapiren vertragen. Auch die Siamangs, eine Gibbonart, werden nicht allein leben. Zu ihren Füßen tummeln sich dann die Kurzkrallenotter.

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Zoogeschichte schreiben

Damit folge der Zoo weiter dem Prinzip, Tiergesellschaften in großen Gehegen zu halten, sagte Gregor von Opel, Vorsitzender der von Opel Hessische Zoostiftung. Mit der Entscheidung für die Asien-Anlage schreibe man Zoogeschichte. Gefallen sei sie erst in der vergangenen Woche, als drei Architekten ihre Konzepte vorgestellt hätten, erläuterte Zoodirektor Thomas Kauffels. Man habe sich für das Büro entschieden, das schon die Afrika-Savanne und das Elefantenhaus geplant habe. Die ausstehende Präsentation sei auch der Grund gewesen, warum man das Vorhaben noch nicht Anfang des Monats bei der Jahrespressekonferenz angekündigt habe.

Einzelgänger aus Indien: ein Panzernashorn
Einzelgänger aus Indien: ein Panzernashorn Bild: Archiv Opel-Zoo

Die geschätzte Bausumme reicht fast an das 2013 eröffnete, knapp 14 Millionen Euro teure Elefantenhaus heran. Die Finanzierung soll ähnlich wie damals auf drei Säulen ruhen: Angespartes Eintrittsgeld, Spenden und Krediten. Die Eintrittspreise erhöhen sich deshalb am 1. März um knapp elf Prozent. Die Einzelkarte für Erwachsene kostet dann 15,50 Euro statt 14 Euro, für Kinder zwischen drei und 14Jahren liegt sie bei 8,50 statt bisher 7,50 Euro. Von jeder Karte sollen drei Euro für die Finanzierung der Asien-Anlage abgezweigt werden.

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Preiserhöhung nicht mitgemacht

Das sei die erste Preiserhöhung seit fast vier Jahren, sagte Kauffels. Die Personalkosten seien seither um 20 Prozent gestiegen. Teurer würden auch die Jahreskarten. Ihr Preis steige für Erwachsene von 55 auf 60 Euro, für Kinder von 30 auf 35 Euro. Die gemeinsame Jahreskarte mit dem Frankfurter Zoo werde es deshalb nach dem 13. August 2019 nicht mehr geben, kündigte der Direktor an. Schon 2015 habe Frankfurt die Preiserhöhung nicht mitgemacht, jetzt seien die Bedingungen endgültig zu unterschiedlich.

Den für den Frankfurter Zoo geplanten freien Eintritt für Kinder und Jugendliche nach den Sommerferien könne der private Opel-Zoo nicht mitmachen. „Das würde uns eine Million Euro im Jahr kosten“. sagte Kauffels. „Wir haben kein Defizit, der Frankfurter Zoo bekommt schon jetzt zwölf Millionen Euro Zuschuss.“ Dem Preisdruck könne das Kronberger Freigehege nur durch Qualität begegnen. Bisher hat der Opel-Zoo damit Erfolg: Sonne und strahlend blauer Himmel hätten am vergangenen Wochenende so viele Besucher angelockt wie im ganzen Februar des Vorjahres, sagte der Direktor.

Die Gehege für die Asien-Anlage sind als Baufenster in der überarbeiteten Version des Bebauungsplans vorgesehen, dessen Änderung die Kronberger Stadtverordneten im Dezember beschlossen haben. In der Zoozielplanung waren sie schon vorher enthalten. „Aber gegenüber dem alten Bebauungsplan haben sich die gesetzlichen Vorgaben für die Haltung deutlich verändert“, sagte Kauffels. Der Asienteil liegt entlang des Philosophenwegs, der nach dem geänderten Bebauungsplan kein öffentlicher Weg mehr sein soll.

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Für die Panzernashörner, die normalerweise in Indien und im Grenzgebiet von Nepal leben, die Tapire und die Siamangs müssen Schauhäuser gebaut werden, weil sie im Unterschied zu den asiatischen Hirschen, Antilopen und Ottern nicht das ganze Jahr über draußen sein können. Die Hörner der indischen Nashörner sind deutlich kleiner als die der afrikanischen Verwandten. Im Opel-Zoo sollen die bedrohten Dickhäuter gezüchtet werden. Die Tiere sind allerdings Einzelgänger, weshalb sie nach Worten des Direktors die meiste Zeit getrennt gehalten werden müssen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Biener, Bernhard
Bernhard Biener
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung
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