FAZ plus ArtikelWasserschutzpolizei

„Der Rhein ist gefährlich“

Von Robert Maus,Marcus Kaufhold (Fotos)
13.08.2022
, 14:13
In voller Fahrt: Die „Hessen 7“ ist eines der beiden schweren Streifenbote der Wiesbadener Wasserschutzpolizei.
Die Wiesbadener Wasserschutzpolizei ist rund um die Uhr im Einsatz und sorgt für Sicherheit auf dem Fluss. Manchmal kommt sie aber auch zu spät.
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Es ist ein wunderbarer Tag. Der Rhein, der trotz der zunehmenden Trockenheit an dieser Stelle noch ausreichend Wasser hat, glitzert in der Morgensonne, und der Blick vom Boot der Wasserschutzpolizei auf das Mainzer Panorama ist grandios. Es könnte idyllisch sein. Ist es aber nicht. Joel Yachoua und Alexander Studzinski sind hoch konzentriert. Während einer der beiden Polizisten die „Hessen 7“ langsam den Rhein von der Kostheimer Maaraue in Richtung Ginsheim-Gustavsburg steuert, steht der andere am Bug und sucht mit einem Fernglas das Ufer ab. „Wir haben eine Wasserleiche“, sagt Yachoua mit ernstem Blick und sucht weiter. Ein Berufsschiffer hat die Wasserschutzpolizei darüber informiert, dass er eine leblose Gestalt im Fluss entdeckt hat. Es ist nun die Aufgabe der beiden Polizisten, die Meldung zu überprüfen und den Toten zu bergen.

Etwa 30 Beamte sind bei der Wiesbadener Wasserschutzpolizei im Einsatz, die zum hessischen Bereitschaftspolizeipräsidium gehört. Die Dienststelle liegt an der Maaraue, unweit der Mündung des Mains in den Rhein. Auch die Suche nach Wasserleichen gehört zu den Aufgaben der Polizisten, und die Zahl der Opfer steigt. „Es gibt immer mehr Menschen, die nicht gut schwimmen können“, weiß Yachoua und ergänzt: „Die Schwimmbäder sind überfüllt, die Seen ebenso, dann weichen die Menschen auf den Rhein aus.“ Einige Unfälle, so ergänzt er, geschehen nicht einmal beim Schwimmen, sondern wenn am Ufer spielende Kinder von den Sogwellen der großen Binnenschiffe in den Rhein gezogen werden. „Das trifft mich dann immer hart“, sagt der Fünfunddreißigjährige und berichtet von einem Fall, in dem auch die Mutter starb, als sie ihre in den Fluss gerissenen Kinder retten wollte. Wenn es nach Yachoua ginge, wäre das Schwimmen im Rhein verboten.

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Quelle: F.A.S.
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