Kommentar

Digitale Infrastruktur und kurzsichtige Politik

EIN KOMMENTAR Von Thorsten Winter
14.12.2016
, 17:12
Die Politik in Wiesbaden und in Berlin würdigt die Rolle der Rechenzentrums-Branche viel zu wenig, trotz enormer Investitionen durch die Rechenzentrumsbetreiber. Das ist kurzsichtig.
ANZEIGE

Frankfurt ist das Zentrum der Rechenzentrums-Branche in Europa. Und digitale Infrastruktur wird für die heimische Wirtschaft immer bedeutender: Auch kleine und mittlere Firmen lassen ihre Daten zunehmend auf fremden Hochleistungsrechnern von Frankfurter Anbietern speichern und auswerten. Das ist sinnvoll: Rechenzentren im Eigenbetrieb kosten mehr, zudem lockt der strenge deutsche Datenschutz viele Firmen in die Cloud in Frankfurt. Noch. Doch die Politik in Wiesbaden und in Berlin würdigt die Rolle dieses Wirtschaftszweigs viel zu wenig, trotz enormer Investitionen durch die Rechenzentrumsbetreiber.

Obwohl diese im Wettbewerb etwa mit Frankreich und Holland stehen und Strom dort nur die Hälfte kostet, dringen die Firmen mit ihren Sorgen wegen hoher Strompreise und der weiter steigenden EEG-Umlage nicht durch. Das mag daran liegen, dass sie stark wachsen und ihr Geschäft kaum fassbar ist.

ANZEIGE

Trotzdem ist die Politik kurzsichtig: Sobald Nutzer weniger Wert auf Datenschutz legen oder er von der Politik weiter ausgehöhlt wird, wird der Strompreis der wichtigste Standortfaktor - und der spricht derzeit gegen Frankfurt.

Quelle: F.A.Z. Metropol
Autorenporträt / Winter, Thorsten (thwi)
Thorsten Winter
Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.
Twitter
  Zur Startseite
Verlagsangebot
ANZEIGE