FAZ plus ArtikelDie richtige Ladestation

Das E-Auto bequem vor der Haustür laden

Von Petra Kirchhoff
20.09.2021
, 05:42
Liebling, tank schon mal den Wagen: So klischeehaft wie auf dem Bild muss es nicht sein, Stromtanken geht auch mit Stöckelschuhen.
Ein Auto, das mit Strom fährt, ist vor allem dann attraktiv, wenn man es auf dem eigenen Grundstück auftanken kann. Seitdem der Staat die Ladestationen dafür fördert, kommen Energieversorger und Hersteller kaum hinterher.

Warum eine spezielle Ladestation?

Theoretisch ist es möglich, ein E-Auto wie ein E-Bike an der haushaltsüblichen Schuko-Steckdose zu laden. Doch für langes Laden unter hoher Last ist die Haushaltssteckdose nicht ausgelegt, sie kann überhitzen, im schlimmsten Fall kommt es zum Kabelbrand. Zudem würde es viel zu lange dauern, um die Autobatterie vollständig aufzuladen. Deshalb gibt es Ladestationen. Sie sind auch bekannt als Wallboxen, obwohl nicht alle an der Wand (Wall) hängen, sondern teilweise auch auf Ständern sitzen.

Was kann die Wallbox?

Sie arbeitet mit höheren Ladeleistungen. Statt 2,3 Kilowatt (kW) wie bei der Haushaltssteckdose sind sogar bis zu 22 kW möglich. Je höher die Leistung, um so kürzer die Ladedauer. Der Autoclub ADAC nennt ein Beispiel: Beim BMWi3 mit einer nutzbaren Batteriegröße von 37,9 Kilowattstunden (kWh) dauerte die Vollladung mit 2,3 kW mehr als 15 Stunden, mit 11 kW etwa 3,5 Stunden und eine Schnellladung mit 50 kW etwa 40 Minuten (bis 80 Prozent Ladestand). So viel Power gibt es aber nur an öffentlichen E-Tankstellen. Für das Privatgrundstück sind nur Anlagen mit 11 kW zugelassen.

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900 Euro Prämie vom Staat möglich

Mit dem Markt für E-Autos, der mithilfe von Umweltboni – bis zu 6000 Euro gibt es vom Staat, 3000 Euro vom Hersteller – an Fahrt gewinnt, steigt auch das Interesse an privater Lade-Infrastruktur. Das zeigt die Zahl der Anträge auf Zuschüsse für solche Anlagen bei der staatlichen Förderbank KfW. 900 Euro gibt es je Ladepunkt. Seit dem Start des Zuschussprogramms vor knapp einem Jahr wurden rund 750 Millionen Euro an Zuschüssen bewilligt.

Schon zweimal musste das Bundeswirtschaftsministerium Geld aus Steuermitteln nachschießen. Aktuell sind von insgesamt 800 Millionen bisher zur Verfügung gestellten Euro noch 50 Millionen frei. Wer eine Anlage plant, sollte das Projekt zügig angehen. Der Antrag muss vor dem Auftrag gestellt werden, gebaut werden kann erst später. Bis zu neun Monate hat man dafür Zeit.

Quelle: F.A.Z.
Petra Kirchhoff - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Petra Kirchhoff
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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