FAZ plus ArtikelLebensweg eines Ingenieurs

Von der Atomkraft zur Windenergie

Von Luise Glaser-Lotz
09.09.2021
, 08:01
Umstrittene Anlagen: Ein Windpark nach dem Sonnenuntergang (Symbolbild).
Gerhard Eckert hat in der deutschen und internationalen Atomwirtschaft Karriere gemacht. Doch heute kümmert er sich um erneuerbare Energien.
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Einst erzählte ein Steinmetz einem kleinen Jungen eine Geschichte, die dessen Leben bestimmen sollte. Eine Box, nicht größer als eine Streichholzschachtel, könne so viel Strom und Wärme erzeugen, um die ganze Welt damit zu versorgen. Gerne hätte der kleine Gerhard Eckert an dieses Märchen geglaubt, aber bald wurde ihm klar, dass so etwas nicht möglich sein konnte. Schließlich erlebte er tagtäglich durch die Mühle des Großvaters, dass die Erzeugung von Energie stets mit einigen Mühen verbunden ist. Das Klappern des Mühlrades in der Bracht, einem Flüsschen in Neuenschmidten, heute ein Ortsteil von Brachttal am Rande des Vogelsbergs, prägte seine Jugend. Doch die Faszination des mysteriösen Schächtelchens des Steinmetzes blieb. Deshalb nahm er sich schon als Schüler vor, Ingenieur zu werden und sich um die Energieversorgung der Menschen zu kümmern.

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Zuvor aber galt es, die schwere Zeit des Kriegsendes und der ersten Nachkriegsjahre zu überstehen. Eckert, der nach aufregenden Zeiten in der weiten Welt heute wieder in Neuenschmidten lebt, erinnert sich noch gut an die Kämpfe zwischen den Soldaten der Wehrmacht und der amerikanischen Armee im heutigen Brachttal. Etwa sechs Jahre zählte Eckert damals. Rund 600 Tote habe es damals auf der Spielberger Platte, einer Anhöhe über Neuenschmidten, gegeben, erzählt er. Dann kam der Märztag im Jahr 1945, als die rund 50 Kilometer entfernte Stadt Hanau in Schutt und Asche versank. Die Dunkelheit über der Stadt habe man gut erkennen können und stürzte die vielen Hanauer, die zuvor in Neuenschmidten und den umliegenden Dörfern Zuflucht gesucht hatten, in Verzweiflung. Schlechte Erinnerungen hat der Zeitzeuge vor allem an den auf der malerisch auf einer Anhöhe gelegen Ort Spielberg: „Das war ein schlimmes nationalsozialistisches Nest, voller Hakenkreuzfahnen, die aus den Fenstern wehten.“

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Glaser-Lotz, Luise (lu.)
Luise Glaser-Lotz
Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.
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