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Eintracht Frankfurt

Klartext und Fragezeichen

Von Jörg Daniels, Marc Heinrich
 - 08:02
Rebic hilft der Eintracht entscheidend weiter, auch den Kollegen Kostic freut’s.

An diesem Sonntag in Mannheim ist Klartext gesprochen worden. „Wir waren nicht gut“, sagte Kapitän David Abraham, als er die abwechslungsreiche Partie kommentierte: „Der Sieg war das Beste heute.“ Ähnlich klang Kevin Trapp, der davon sprach, dass beim 5:3-Erfolg gegen den SV Waldhof „viele Dinge falsch liefen“. Noch selbstkritischer formulierte Adi Hütter einen Teil seiner Analyse. Der Trainer der Eintracht ließ am dem Geschehen bis zur Pause kein gutes Haar: „Wissen Sie, was mir gefehlt hat? Alles. Wirklich alles“, sagte der 49-Jährige nach dem Sieg gegen den Drittliga-Gegner.

„Sowohl im Spiel mit dem Ball, als auch im Spiel gegen den Ball, die taktische Disziplin, die Leichtsinnigkeit bei Ballverlusten, so stelle ich mir das nicht vor. Auch wie wir ins Spiel gegangen sind: Das war träge, und das ist dementsprechend bestraft worden.“ Dass Bemühen der Seinen, die es nach einer geharnischten Ansprache in der Halbzeitpause besser machten, gehörte zu den wenigen positiven Aspekten, die der Coach an diesem Nachmittag gewann: „Die zweite Halbzeit war bedeutend besser. Kompliment an meine Mannschaft. So zurückzuschlagen war sehr wichtig.“

„Matchgewinner Rebic“

Dezidiert lobend äußerte sich Hütter über den Dreifach-Torschützen Ante Rebic („Der Matchwinner“) und Daichi Kamada. Der Japaner setzte mit dem 1:2-Anschlusstreffer einen wichtigen Akzent. „Wie er sich bewegt und für Torgefahr sorgt, imponiert mir“, meinte Hütter über den „Gewinner der Vorbereitung“, der mit seinem Wiedereinstieg nach einem Jahr in Belgien eine Lücke in der Offensive schloss. Bei der Stürmersuche – das Transferfenster ist bis zum 2. September offen – spielt die Eintracht dessen ungeachtet auf Zeit. Aber im Hinblick auf das erste Bundesliga-Spiel am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) zu Hause gegen Hoffenheim drängt es langsam, eine angriffslustige Neuverpflichtung zu tätigen, will die Eintracht diese zum Rundenauftakt auch gewinnbringend einsetzen können.

„Fredi Bobic ist dran. Bruno Hübner ist dran. Ich bin noch relaxed“, sagt Hütter zum aktuellen Stand der Stürmersuche. Wohl noch zwei Angreifer möchte die Eintracht bis zum Ende der Wechselfrist unter Vertrag nehmen. Einer davon soll ein Stürmer erster Güteklasse sein. Einer, der den Hessen kraft seiner Vollstreckerfähigkeiten mindestens zehn Tore pro Saison garantiert. Und der keine große Anlaufzeit braucht, sondern sofort seinen Leistungsnachweis auf hohem Niveau erbringt. Dieser Spieler, davon ist auszugehen, wird internationale Erfahrung mitbringen und sich gewiss schon einen Namen auf der großen Bühne gemacht haben.

Selbst Mario Mandzukic von Juventus Turin ist mit den Frankfurtern bereits in Verbindung gebracht worden. Aber es wäre vor allem aus finanziellen Gründen schon eine faustdicke Überraschung, wenn der 33 Jahre alte Stürmerstar und die Eintracht zusammenkämen. Momentan soll auch Bayern München wieder Interesse an einer Verpflichtung des kroatischen Nationalspielers zeigen. Auch was den möglichen zweiten Angreifer, der die Torgefährlichkeit der Frankfurter Offensive erhöhen soll, angeht, würde dieser wohl aus dem Ausland nach Frankfurt kommen.

Ein Name, der immer wieder fällt, ist Ludovic Ajorque von RC Straßburg. Dem Klub, auf den die Eintracht in den beiden Play-off-Spielen in der Europa-League-Qualifikation treffen könnte. Der 25 Jahre alte und 1,97 Meter große Stoßstürmer erzielte in seiner Premierensaison in der Ligue 1 neun Tore in 25 Spielen. Auch dessen französischer Landsmann Gaetan Laborde soll in den Fokus der Frankfurter gerückt sein. Der ehemalige U-20-Nationalspieler kam in 37 Liga-Spielen auf elf Tore, außerdem gelangen ihm fünf Torvorlagen. Vor der abgelaufenen Runde wechselte der 25-Jährige für drei Millionen Euro von Girondins Bordeaux nach Montpellier.

Pedro Ruiz oder Cenk Tosun?

Nach Spanien zu Real Madrid pflegen die Frankfurter seit längerer Zeit hervorragende geschäftliche Kontakte. Für mehr als 60 Millionen Euro hatten die Königlichen der Eintracht in diesem Sommer deren Stürmerstar Luka Jovic abgeworben. Im Gegenzug könnte nun das 19 Jahre alte Talent Pedro Ruiz aus der zweiten Mannschaft der Madrilenen an den Main wechseln. Er gab in der zurückliegenden Spielzeit sein Debüt für die spanische U-19-Nationalmannschaft. Dem türkischen Nationalspieler Cenk Tosun wäre Frankfurt bereits bestens vertraut. Nachdem er als Nachwuchsspieler nicht den Durchbruch bei den Profis geschafft hatte, orientierte er sich in die Türkei zu Gaziantepspor um. Von Besiktas Istanbul schloss er sich dann 2018 für 22,5 Millionen Euro dem FC Everton an. Der Wunsch des heute 28-Jährigen war es immer, irgendwann zur Eintracht zurückzukehren.

Würde auch Rebic die Eintracht verlassen, würde sich der Handlungsdruck noch einmal erhöhen. In großer Sorge wäre Hütter in diesem Fall trotzdem nicht. „Wichtig ist, dass wir gewappnet sind, falls es so kommt. Und das sind wir“, sagte der Coach, dem wie allen Verantwortlichen im Klub spätestens seit den Wochen rund um Ostern klar ist, dass das Sturm-Triumvirat der Saison 18/19 keine Zukunft über die Sommerpause hinaus haben würde.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Heinrich, Marc
Marc Heinrich
Sportredakteur.
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