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Eintracht Frankfurt

Von wegen Abschiedsstimmung

Von Jörg Daniels, Frankfurt
Aktualisiert am 09.08.2017
 - 08:02
Beherrscht sein Handwerk: Lukas Hradecky hat sich mit seinen Paraden eine gute Verhandlungsposition erarbeitet. Bild: Heiko Rhode
Lukas Hradecky spielt demnächst in Lissabon, heißt es aus Portugal. Die Eintracht sieht das anders. Marco Fabian fällt derweil für zwei Monate aus.

Mittelfeldspieler Mijat Gacinovic hat sein Urteil gefällt. Die Fußball-Expertise des 22 Jahre alten Profis wird Eintracht-Trainer Niko Kovac, Sportvorstand Fredi Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner – also diejenigen, die das Frankfurter Bundesliga-Team in diesem Sommer zusammengestellt haben – gefallen: „Wir haben eine bessere Mannschaft als in der Vorsaison“, sagte Gacinovic am Dienstag. Einer, der die Eintracht besser macht, ist Torhüter Lukas Hradecky, daran besteht kein Zweifel. Am Dienstag meldeten portugiesische Medien, dass sich Vladimir Hradecky, der Vater von Lukas, vor Ort in Lissabon mit Benfica über einen Wechsel seines Sohnes geeinigt habe.

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Nun müsste nur noch die Ablösesumme für den Finnen zwischen den beiden Vereinen verhandelt werden. Und wie hat die Eintracht reagiert? Gelassen. „Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen“, sagte Bobic. Medienberichte würden „unaufgeregt zur Kenntnis genommen“ werden. Ein offizielles Angebot für den Torhüter soll der portugiesische Champions-League-Teilnehmer bis zum Dienstagabend nicht gemacht haben. Aber es könnte ja noch kommen. Das Interesse von Benfica an Hradecky ist verbürgt, ihm liegt ein Angebot vor. Nur würde der 27-Jährige dort tatsächlich spielen wollen?

Pflichtspielstart in Siegen

Nach Informationen dieser Zeitung sind die Frankfurter zuversichtlich, dass ihr Torhüter seinen Vertrag vor dem Bundesliga-Start am übernächsten Sonntag in Freiburg vorzeitig verlängern wird. Es wäre auch Zeit nach diesem monatelangen Hin und Her. Manch einer kann sich einen Durchbruch in der zähen Sache kaum noch vorstellen. Bisher war Hradecky das Frankfurter Angebot nicht reizvoll genug, und das, obwohl der Klub bei dessen Gehalt für Eintracht-Verhältnisse nicht knauserig wäre.

Und bis zuletzt soll sich die Eintracht, bei der der 23 Jahre alte Torhüter Niklas Bolten zur Probe mittrainiert, bei ihrer Offerte bewegt haben. In weniger als zwei Wochen will der Verein Klarheit in der Personalie haben. Allerdings ist Hradecky nicht in Zugzwang, denn sein Vertrag in Frankfurt läuft bis einschließlich 30. Juni 2018. Für ihn könnte es in Zukunft noch viele Möglichkeiten geben, den aus seiner Sicht bestmöglichen Vertrag zu ergattern.

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Am Dienstag führten Kovac und Hradecky den Großteil der Spielergruppe auf dem Weg zum Trainingsplatz an. Hinterher war der finnische Nationaltorhüter der Letzte, der den Platz verließ. An ihm, David Abraham, Timothy Chandler und Gacinovic führt aktuell kein Weg vorbei. Sie werden beim Pflichtspielstart in Siegen an diesem Samstag (15.30 Uhr) im DFB-Pokal gegen den Regionalligaklub Erndtebrück bei Kovac gesetzt sein. Würde auch Stürmer Branimir Hrgota in die erste Elf berufen werden, stünden insgesamt vier Spieler auf dem Platz, die vor einem Jahr in Magdeburg beim 4:3-Sieg im Elfmeterschießen begonnen hatten.

Chance zur Bewährung

Chandler war in der Verlängerung für Gacinovic eingewechselt worden. Für den Posten an der Seite von Abwehrchef Abraham könnte Kovac diesmal Marco Russ vorsehen. Der 32-Jährige, den leichte Adduktorenprobleme plagen, hat zwar nach seiner Krebserkrankung noch Nachholbedarf, nur lässt die Schulterverletzung von Zugang Carlos Salcedo wohl noch keinen Einsatz des Mexikaners zu. Im Training mischt er aber schon mit. Dennoch sucht die Eintracht Verstärkung, „wir können uns da noch verbessern“, sagte Kovac. Rechts wird voraussichtlich Chandler verteidigen, sein neuer Rivale Danny da Costa empfahl sich bisher nicht.

Das Rennen auf der linken Abwehrseite wird zwischen Jetro Willems und Taleb Tawatha entschieden. Willems, der Neue aus Eindhoven, ist von seiner Leistung her noch nicht da, wo ihn sein Trainer gerne sehen würde. „Doch Jetro hat sehr hohe Qualität“, sagte Kovac. „Wir müssen ihn noch ein bisschen aufpäppeln. Er wird dann sehr viel aktiver nach vorne gehen können.“ Tawatha machte in dieser Vorbereitung spielerisch Fortschritte. Aber der bessere Fußballer ist Willems. „Ich habe die ersten acht, neun Spieler im Kopf“, sagte Kovac nach dem 5:2 im Spiel gegen den FSV.

„Wenn keine Verletzungen mehr dazukommen, sieht die Mannschaft ganz gut aus.“ Gelson Fernandes hinterließ bisher aber nicht den besten Eindruck. Trotzdem wird der Zugang von Stade Rennes in Abwesenheit des Langzeitverletzten Omar Mascarell von Kovac wohl die Chance zur Bewährung bekommen. Den Schweizer Nationalspieler im defensiven Mittelfeld unterstützen wird Makoto Hasebe, der nach seiner Knieoperation rasch zurückgekehrt ist.

Anpassungsprobleme an intensives Training

Eine Hiobsbotschaft gab es am Dienstag von Marco Fabian: Der Mexikaner wird zwei Monate ausfallen. Wegen Problemen in der Lendenwirbelsäule muss er von einem Spezialisten konservativ behandelt werden. Fraglich ist, ob der an den Adduktoren angeschlagene Kreativspieler Jonathan de Guzman rechtzeitig fit wird. Im Mittelfeld tut sich die eine oder andere Baustelle auf. Auf dem Vormarsch sind immerhin Max Besuschkow und der neue Japaner Daichi Kamada; er ist ballgewandt und überzeugt mit gutem Spielverständnis. „Das aggressive nach vorne Verteidigen fehlt ihm aber noch“, sagte Kovac. „Er ist da noch ein bisschen zu sanft.“

Der bullige Stürmer Sebastien Haller, vom äußeren Erscheinungsbild her ein Kraftpaket, wirkt momentan ein bisschen kraftlos. Beim Franzosen, der vom FC Utrecht kam, sind die Anpassungsprobleme an das intensive und fordernde Training von Kovac unverkennbar. Der mit rund sieben Millionen Euro teuerste Transfer der Klubgeschichte dürfte seinen Wert gegen Erndtebrück aber beweisen dürfen – im Gespann mit Hrgota oder Luka Jovic. Der Wert, den Hradecky für die Eintracht hat, ist hinlänglich bekannt.

Fabian fällt aus

Das gilt auch für Marco Fabian: Der Mexikaner wird deshalb in den kommenden beiden Monaten sehr fehlen. „Nach einer wiederkehrenden Problematik in der Lendenwirbelsäule muss sich der mexikanische Nationalspieler einer konservativen Behandlung bei einem Spezialisten unterziehen. Die Ausfallzeit wird circa zwei Monate betragen“, teilten die Hessen am Dienstagabend mit. Der Fußballer war bereits zu Jahresbeginn mit Problemen am Lendenwirbel für mehrere Wochen ausgefallen. Gegen Ende der Rückrunde konnte er für die Eintracht aber ebenso spielen wie für Mexiko beim Confed Cup.

Quelle: F.A.Z.
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