Eintracht Frankfurt

Hoffen auf einen ganz normalen Samstag

Von Ralf Weitbrecht, Frankfurt
19.11.2015
, 08:02
Gefragter Gesprächspartner: Eintracht-Trainer Veh gibt vor dem Spiel gegen Leverkusen den Ton vor.
Der Fußball versucht wieder zum Alltag zurückzukehren. Für Armin Veh steht eine Absage des Bundesligaspiels überhaupt nicht zur Debatte. Allerdings muss er auf einen formstarken Leistungsträger verzichten.
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Die ersten Reporter kamen schon um halb drei. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Fußballprofis der Frankfurter Eintracht noch in ihrer Kabine und bereiteten sich auf das Training vor. Alles wie immer, alles wie gehabt. Als die Spieler um kurz vor drei Uhr Kurs Richtung Übungsplatz nahmen, erzählte Alexander Meier im Vorbeigehen, dass „wir uns nicht größer darüber unterhalten haben“. Der Eintracht-Kapitän wirkte fokussiert und konzentriert wie immer. „Natürlich werden wir am Samstag spielen.“

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Heimbegegnung in der Fußball-Bundesliga: Bayer 04 Leverkusen kommt. Anpfiff ist zur besten Bundesligazeit um 15.30 Uhr. Die Eintracht rechnet wie sonst auch mit einem prächtigen Besuch in der Frankfurter Arena. Schon vor einigen Tagen waren 46.000 Tickets verkauft. Am Tag nach der Länderspielabsage von Hannover geht bei der Eintracht vieles seinen gewohnten Gang.

„Selbstverständlich werden wir spielen“

Neu und der Situation geschuldet ist das Treffen der Eintracht-Sicherheitsexperten mit Vertretern des Innenministeriums und der Frankfurter Polizei. Es wurde erörtert, welche zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen möglich seien. Konkretes wurde nicht bekannt, doch ist davon auszugehen, dass der Fokus auf verstärkte Einlasskontrollen gelegt und die Zahl der Ordnungskräfte und Polizisten erhöht wird.Maßnahmen, die alle einem Ziel dienen sollen: „Unser Ziel ist es, dass wir am Samstag unbedingt spielen“, sagte Heribert Bruchhagen, der Vorstandschef der Frankfurter Eintracht. Er schränkte zwar ein: „Aber wir können nicht sagen: Das Spiel findet ohne Wenn und Aber statt. Das steht uns als Verein nicht zu.“

Andererseits ist die Botschaft der Deutschen Fußball-Liga, die für den Spielbetrieb in der Bundesliga verantwortlich ist, eindeutig. „Der Spieltag findet statt“, so Liga-Präsident Reinhard Rauball. Auch Armin Veh hat keine Zweifel, dass die Bundesliga nach dem Terroranschlag von Paris und der Spielabsage von Hannover am Ball bleiben wird. „Selbstverständlich werden wir spielen“, sagte der 54 Jahre alte Fußballlehrer am Mittwoch. „Sonst könnten wir uns ja gleich einsperren.“

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Zambrano und Hasebe stoßen erst spät zur Mannschaft

Stefan Aigner, der „eigentlich lieber über die sportliche Situation der Eintracht sprechen“ möchte, hielt sich mit dezidierten Aussagen zurück. „Natürlich ist das ein Thema. Es geht ja um die Welt. Aber ich möchte nicht viel dazu sagen. Wir bereiten uns auf das Spiel am Samstag gegen Leverkusen vor. An unseren Planungen wird nichts geändert.“ Aigners sportlicher Wunsch für das Duell des Tabellenzwölften Eintracht gegen den mit lediglich drei Punkten mehr ausgestatteten Rangachten Bayer: „Wir alle haben das Ziel, dass wir uns noch einmal verbessern, vor allem im Spiel nach vorn. Defensiv wollen wir wieder gut stehen“, sagte Aigner und erinnerte an die Nullnummer gegen die Münchner Bayern, den ersten Punktverlust des Meisters überhaupt in dieser Saison.

Wie es konkret in der Defensivabteilung der Eintracht am Samstag ausschaut, lässt sich derzeit nur abschätzen. Abwehrchef Carlos Zambrano wird nach seinem Ausflug zur peruanischen Nationalmannschaft erst an diesem Donnerstag in Frankfurt zurückerwartet; der Japaner Makoto Hasebe, seit Wochen eine feste (Übergangs-)Größe auf dem rechten Verteidigerposten, ist um 11 Uhr, wenn die Eintracht zwei Tage vor einem Pflichtspiel wie üblich unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert, noch rund um den Globus unterwegs.

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Seferovic trifft doppelt für die Schweiz - und fehlt der Eintracht

Dass Haris Seferovic immerhin wieder festen Boden unter den Füßen hat und sich am Mittwoch abseits der Mannschaft laufend fit hielt, ist gut für den Schweizer – es hilft der Eintracht am Samstag gegen Leverkusen aber nicht weiter. Seferovic ist wegen der fünften Gelben Karte, die er beim 0:0 in Hoffenheim erhalten hatte, für ein Spiel gesperrt. Seine Tatkraft und Entschlussfreudigkeit hätte die Eintracht gegen die Bayer-Elf sicherlich gut gebrauchen können. Am Dienstag, beim 2:1-Sieg der Schweizer Nationalmannschaft gegen Österreich, erzielte der 23 Jahre alte Eintracht-Profi beide Tore im Wiener Ernst-Happel-Stadion.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Weitbrecht, Ralf
Ralf Weitbrecht
Sportredakteur.
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