Eisenbahn-Reiner in Frankfurt

Obdachloser hat Spielzeug wieder

Von Matthias Trautsch
15.09.2016
, 14:26
Hat sein konfisziertes Spielzeug zurück: Eisenbahn-Reiner
Der Frankfurter Obdachlose Reiner Schaad hat sein konfisziertes Spielzeug zurückbekommen. Ein prominenter Fürsprecher hat sich für ihn eingesetzt.
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Der Obdachlose Reiner Schaad hat sein konfisziertes Spielzeug zurückbekommen. Das teilte Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) mit. Man habe Schaad zudem einen Platz in der Nähe der Kleinmarkthalle angeboten, auf dem er sein Spielzeug aufbauen dürfe, solange noch keine offizielle Sondernutzungserlaubnis vorliege. Eine solche könne Schaad, wenn er das wünsche, beantragen. Man werde ihm dann auch helfen, den Antrag auszufüllen.

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Zuvor hatte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) interveniert. Er sagte: „Das Vorgehen gegen den Obdachlosen passt nicht zu unserer Stadt.“ Damit reagierte Feldmann auf die Empörung, die der Umgang mit „Eisenbahn-Reiner“ bei Bürgern, aber auch bei vielen Stadtverordneten hervorgerufen hatte.

Sondernutzungserlaubnis geprüft

Der Bettler ist vielen Passanten bekannt, weil er vor sich eine kleine Spielzeugwelt aufgebaut hatte, bestehend aus einer elektrischen Eisenbahn, Playmobil, Modellautos und Ähnlichem. Weil ihm die dafür nötige Sondernutzungserlaubnis fehlt, hatten Mitarbeiter des Ordnungsamts nach mehrmaliger Ermahnung das Spielzeug mitgenommen.

Frank hatte das Vorgehen mit dem Prinzip der Gleichbehandlung gerechtfertigt. Auch wenn „Eisenbahn-Reiner“ beliebt sei, könne die Stadt für ihn keine Ausnahme machen. Feldmann sagte, er sei in den vergangenen Tagen immer wieder auf den Fall angesprochen worden. „Ich denke, das sollte man anders lösen.“ Er habe auch mit Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) gesprochen. Oesterling habe zugesagt, schnell zu prüfen, ob die Stadt eine Sondernutzungserlaubnis für „Eisenbahn-Reiners“ Spielzeugwelt ausstellen könne.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Trautsch, Matthias
Matthias Trautsch
Koordination Reportage Rhein-Main.
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