Evangelische Kirche

Coronavirus stärkt Digitalisierung

Von Tobias Rösmann
06.11.2020
, 19:34
„Digitalisierungschub“ wegen der Corona-Pandemie: Der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau hat den Jahresbericht vorgelegt. Nicht nur die neuen Gottesdienstformate kamen demnach gut an.

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau hat nach Ansicht ihres Kirchenpräsidenten Volker Jung durch die Corona-Pandemie „einen Digitalisierungsschub erfahren“. Das schreibt Jung im jüngst erschienenen Jahresbericht der Landeskirche für die Jahre 2019/2020. Der Schub gelte nicht nur für eine Vielzahl neuer Gottesdienstformate, sondern auch in der Verwaltung und in der Arbeit der kirchlichen Gremien. Außerdem sei die Resonanz auf die digitalen Angebote außerordentlich gut gewesen. Um Kontakte zwischen Gemeinden und Kirchenmitgliedern nicht abreißen zu lassen, „wurde viel telefoniert, geschrieben, digital kommuniziert und auch Hilfe organisiert“, berichtet Jung weiter. So seien in der Krise rund 200 Einkaufsinitiativen im Kirchengebiet entstanden, in denen Ehrenamtliche seitdem für Angehörige von Risikogruppen sorgten.

Der Leiter der Kirchenverwaltung, Heinz Thomas Striegler, geht weiterhin davon aus, dass der hessisch-nassauischen Landeskirche in diesem Jahr wegen der Corona-Krise rund 50 Millionen Euro an Kirchensteuereinnahmen fehlen werden – die Zahl nannte er schon im September. Das entspricht einem Rückgang von gut zehn Prozent: Die Summe für dieses Jahr war ursprünglich auf 530 Millionen Euro taxiert worden.

Weitere Stabilität durch Rücklagen

Im März und April sanken die Einnahmen aus der Kirchensteuer kurzzeitig sogar um 18 Prozent. Striegler sagt: „Das ist der stärkste Rückgang seit Bestehen der EKHN.“ Trotzdem sei die Landeskirche in der Lage, „zur Stabilität in diesem Land beizutragen“. Selbst die niedrigeren Einnahmen ermöglichten es der Landeskirche noch, verlässlich zu handeln. „Weitere Stabilität bringen wir durch unsere Rücklagen ein.“

Gleichwohl hat sich auch die Öffentlichkeitsabteilung auf den wegen der Krise nötigen Sparkurs eingestellt. So ist der gedruckte Teil des Jahresberichts dünner als in den Vorjahren. Dafür gibt es in einem Zusatzteil weitere Informationen und Geschichten im Internet unter der Adresse www.ekhn.de/jahresbericht2020. Gedruckte Exemplare sind entgeltfrei zu bestellen unter der Mailadresse info@ekhn.de oder der Telefonnummer 06151/405333. Das 49-Seiten-Heft ist unter dem Titel „Nah dran – trotz Abstandsgebot“ erschienen.

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau hat etwa 1,48 Millionen Mitglieder in mehr als 1100 Gemeinden. Sie unterhält nach eigenen Angaben 1531 Pfarrstellen und zählt knapp 19.000 Beschäftigte. Im Jahr 2019 gab es gut 10.500 Kinder- und knapp 1000 Erwachsenentaufen, außerdem beinahe 18.500 Bestattungen. Gut 21.000 Mitglieder traten im vergangenen Jahr aus der Landeskirche aus.

Quelle: F.A.Z.
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