ÖPNV fährt trotz Lockdown

Die Stadt bleibt mobil

Von Mechthild Harting
17.12.2020
, 21:04
Die lokale Nahverkehrsgesellschaft Traffiq will den Frankfurter Fahrgästen auch im Winter während des Lockdowns einen verlässlichen Fahrplan bieten. Einschränkungen wird es lediglich wegen der Ferien und der Feiertage geben.

Trotz des Lockdowns hält die lokale Nahverkehrsgesellschaft Traffiq an ihrem Angebot fest: Der Fahrplan für Busse und Bahnen in Frankfurt wird nicht gekürzt. „Alle, die auch während des Lockdowns auf unsere Verkehrsmittel angewiesen sind, können sich in Frankfurt am Main auf ein planmäßiges, uneingeschränktes Angebot verlassen“, teilte Geschäftsführer Tom Reinhold am Donnerstag mit. Man rechne allerdings mit einem starken Rückgang an Fahrgästen. Auch im ersten Lockdown im Frühjahr konnten die Menschen in Frankfurt den öffentlichen Nahverkehr ohne Einschränkung nutzen.

Nicht jeder hat dafür Verständnis, dass Traffiq trotz der gravierenden Einschnitte im öffentlichen Leben am vollen Angebot festhält. Eine Leserin der F.A.Z. kritisiert, dass die mit dem Winterfahrplan neu eingeführten Metro- und Expressbuslinien während des Lockdowns weiterhin nachts verkehrten. Sie bezeichnete die Entscheidung von Traffiq, auch in Pandemiezeiten an diesem Angebot festzuhalten, als Steuergeldverschwendung. Schließlich sollten doch eigentlich alle zu Hause bleiben. Sie kritisierte zudem, dass auf diese Weise unnötig CO2 ausgestoßen und in Wohngebieten die jetzt eingetretene Ruhe gestört werde.

„Wir halten das Land auch in der Krise mobil“, hält Ingo Wortmann, Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen, dagegen. Der öffentliche Nahverkehr sei Teil der Daseinsvorsorge, und so verstünden es alle Nahverkehrsgesellschaften als ihre Aufgabe, für alle Fahrgäste, die unterwegs sein müssten, auch während des Lockdowns ein „gutes und vor allem sicheres ÖPNV-Angebot“ zu gewährleisten. Wortmann spielt damit auch auf diejenigen an, die etwa in Krankenhäusern und Pflegeheimen im Schichtdienst tätig sind. Dass das Angebot aufrechterhalten werde, das sei schon während der gesamten Pandemie so gewesen, „das bleibt auch jetzt so“.

Einschränkungen gibt es lediglich aufgrund des Ferienfahrplans, der von diesem Montag an bis zum 8. Januar gilt. Und an Heiligabend gilt wie in allen Vorjahren bei den Bussen und Bahnen in Frankfurt der Samstagsfahrplan mit Einschränkungen. Einige Linien fahren von 18 Uhr an, vereinzelt auch früher, nicht mehr. An den Feiertagen fahren sie wie an Sonntagen.

Quelle: F.A.Z.
Mechthild Harting - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Mechthild Harting
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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