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App auf dem Smartphone

Frankfurt führt das Handy-Parken ein

Von Hans Riebsamen
 - 16:00

Die Stadt Frankfurt will in den nächsten Monaten das Handy-Parken in allen gebührenpflichtigen Parkzonen einführen. Zudem plant Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) als Reaktion auf das jüngste Diesel-Urteil eine Einschränkung des kostenlosen Parkens an vielen Stellen in der Stadt. Darüber hinaus wird das Parken in den städtischen Parkhäusern und dann vermutlich auch in den privaten in absehbarer Zeit teurer werden.

Durch das Handy-Parken wird es Autofahrern künftig möglich sein, ihre Parkgebühren bargeldlos über das Smartphone zu bezahlen. Für die Fahrer hat das den Vorteil, dass sie nicht mehr zum Automaten laufen müssen, um einen Parkschein zu ziehen. Zudem erfolgt die Abrechnung minutengenau. Wer zum Bespiel 21 Minuten parkt, muss nicht mehr wie bisher 40 Minuten bezahlen, weil die Automaten nur im 20-Minuten-Takt rechnen.

Bislang fünf Anbieter

Das Verkehrsdezernat wird laut Stadtrat Oesterling demnächst eine entsprechende Vorlage vorstellen. Danach wird sich Frankfurt dem „Regionalportal für Mobilfunkparken“ der Gesellschaft für Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement (IVM) anschließen, deren Gesellschafter die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz, der Rhein-Main-Verkehrsverbund sowie die Stadt Frankfurt und andere kreisfreie hessische Städte sind. Als erste Stadt hatte sich Mainz 2009 für dieses Portal entschieden, mittlerweile wird es auch von Wiesbaden, Hanau und Bad Homburg genutzt.

Die Nutzer des Frankfurter Handy-Parkens werden auf der besagten Plattform unter derzeit fünf Anbietern, bei denen man die Parkgebühr bezahlt, ihren Favoriten auswählen können. Sie müssen sich bei ihm mit ihrer Bankverbindung anmelden, die anfallenden Gebühren werden von ihrem Konto abgebucht. Wenn sie ihren Wagen an einer Stelle in der Stadt abstellen, an der das Parken bewirtschaftet wird, melden sie sich über eine App an. Verlassen sie den Parkplatz wieder, müssen sie sich über die App wieder abmelden.

Kontrolle durch Stadtpolizei

Für den Bezahlvorgang entrichten die Nutzer eine Gebühr im Cent-Bereich. Trotz dieser Gebühr kämen sie in der Regel aber finanziell besser weg als über einen Parkschein am Automaten, weil beim Handyparken minutengenau abgerechnet werde, sagt Heike Mühlhans, die Geschäftsführerin der IVM. Ihren Angaben zufolge werden einmal im Monat die eingenommenen Parkgebühren an die Stadt Frankfurt überwiesen. Für diese liegt laut Oesterling der Vorteil der angestrebten Lösung darin, dass die Kommune praktisch nichts investieren muss. Kontrolliert wird das Parken aber weiterhin durch die Stadtpolizei. Deren Mitarbeiter werden Zugriff auf die Parkplattform der IVM bekommen und feststellen können, ob ein geparktes Auto registriert ist.

Der Vorteil der IVM-Plattform liegt darin, dass der Wettbewerb unter den Systembetreibern gewährt bleibt, weil der Autofahrer eine Wahl besitzt. Die IVM spielt dabei die Rolle eines Vermittlers zwischen den Kommunen, die Parkflächen anbieten, und Systembetreibern, die die Abrechnung übernehmen. Den Städten bleibt es aber weiterhin freigestellt, die Parkbedingungen festzusetzen, zum Beispiel die Höhe der Parkgebühren an bestimmten Stellen.

Minutengenaue Abrechnung

Die Rolle des Dienstleisters, der im Auftrag der Systemanbieter das Handy-Parken verwaltet und dafür wirbt, nimmt die Initiative „Smartparking“ ein. Sie wird zum Beispiel dafür sorgen, dass auf den Parkplätzen das Handy-Parken ausgeschildert wird und die Parkplätze eine Nummer bekommen, sofern die App nicht automatisch über GPS erkennt, wo ein geparktes Auto steht. Mit dem Handy-Parken wird Frankfurt in Zukunft auch das Parken von Car-Sharing-Autos genauer abrechnen können. Bisher zahlen die Anbieter eine Pauschale.

Nach Angaben von IVM-Geschäftsführerin Mühlhans plant auch die Stadt Darmstadt den Beitritt zum Regionalportal für Handy-Parken. Auch in Offenbach und Hofheim denke man über einen solchen Schritt nach. Der Vorteil der Plattform liege darin, dass die Systembetreiber auch in kleineren Städten ihre Dienste anbieten müssten. Die Geschäftsführerin hofft, dass jetzt weitere Kommunen nachziehen.

Die Einführung des Handy-Parkens in Frankfurt wird freilich nicht zu einem Abbau der Parkautomaten führen. Sie werden weiterhin zur Verfügung stehen – bald sogar in noch größerer Zahl. Denn Verkehrsdezernent Oesterling plant eine Ausweitung der Parkraum-Bewirtschaftung. Dies hat im ersten Diesel-Urteil das Gericht verlangt. Man werde nicht nur im gesamten Stadtgebiet bis zum Alleenring Parkgebühren verlangen, sondern vermutlich auch in Stadtteilen jenseits davon, kündigte Oesterling an.

Quelle: F.A.Z.
Hans Riebsamen
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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