<iframe title="GTM" src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Finale um den German Bowl

Frankfurt Universe ist am Ziel

Von Leonhard Kazda
 - 06:25
Kein Halten mehr: Universe stürmt nach dem Sieg das Feld.

Sie haben es tatsächlich geschafft: Frankfurt Universe steht erstmals in der Geschichte des American-Football-Klubs im Finale um den Titel der German Football League. Die Spieler von Trainer Brian Caler waren am Samstag als Außenseiter in Braunschweig angetreten, aber zeigten beim 20:17-Erfolg vor 3200 Zuschauern im Braunschweiger Eintracht Stadion einen Tick mehr Cleverness.

Es war eine abwehrbetonte Begegnung, in der die Entscheidung erst nach zwei Verlängerungen fiel. Nach der regulären Spielzeit hatte es 10:10 gestanden, nach der ersten Verlängerung 17:17. In der zweiten Overtime brachte ein Fehlpass der Braunschweiger Offense Universe in Ballbesitz. Die Frankfurter arbeiteten sich bis an die 5-Yards-Linie heran. Die entscheidenden Punkte erzielte wie schon im Viertelfinale gegen die Berlin Rebels vor einer Woche Kicker Marius Duis. Er setzte seinen Fieldgoal-Schuss aus 22 Yard exakt zwischen das Braunschweiger Gestänge. Der Jubel der Hessen war gewaltig.

Finale trotz vieler Nebengeräusche

Der erst vor elf Jahren gegründete Klub ist am Ziel angekommen: im Finale um den German Bowl, das am Samstag, 13. Oktober, in Berlin ausgetragen wird. Gegner werden die Schwäbisch Hall Unicorns sein, die im zweiten Halbfinale am Samstag die Dresden Monarchs 23:7 schlugen.

Universe-Headcoach Caler saß am Sonntagmittag schon wieder in seinem Büro und bastelte an der Vorbereitung des Montags-Trainings. „Der große Fokus richtet sich auf den German Bowl in zwei Wochen“, sagte Caler. Für ihn und seine Mannschaft war es gar nicht so einfach gewesen, die Konzentration auf den sportlichen Erfolg auf einem hohen Niveau zu halten. Es gab viele Nebengeräusche in dieser Saison. Das schrillste war die Insolvenz, in die der Verein geschlittert war. Es war lange unklar, ob Universe überhaupt antreten könnte in dieser Spielzeit.

Pflicht erfüllt, in Berlin folgt die Kür

Immer noch prägen Diskussionen um die Zukunft des Klubs das Umfeld der Mannschaft. Es geht inzwischen darum, welche von zwei opponierenden Gruppierungen die Fäden bei Universe in der Hand halten wird, sollte Insolvenzverwalter Thomas Rittmeister der Schuldenschnitt gelingen. „Unsere große Hoffnung war, dass wir als Team intern zusammenhalten und fokussiert bleiben“, sagte Caler am Sonntag zu dieser Zeitung. „Das ist uns gelungen.“

Der Schritt ins Finale war für den Amerikaner „keine Überraschung“. Es zu erreichen war quasi die Jobbeschreibung des Postens als Cheftrainer von Universe, den Caler im Frühjahr angetreten hatte. „Ich hatte schon lange vor der Partie in Braunschweig gewusst, dass wir in der Lage sind, unser großes Ziel zu erreichen“, sagte Caler. Nun hat der 37 Jahre alte Headcoach seine Pflicht erfüllt; was beim Endspiel in Berlin folgt, ist so etwas wie die Kür.

Tatsächlich dürfte Universe Chancen haben, Schwäbisch Hall zu schlagen, auch wenn das Team zweimal in dieser Saison gegen die Unicorns verloren hat. Egal, wie das Spiel im den German Bowl ausgeht: Der große Kampf, den der Verein noch auszufechten hat, folgt noch. Es geht dabei um das Überleben des Klubs.

Quelle: F.A.Z.
Leonhard Kazda - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Leonhard Kazda
Sportredakteur.
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenFrankfurt UniverseBerlinBraunschweig