FAZ plus ArtikelStudie zu Nebenwirkungen

Wie der AstraZeneca-Impfstoff Hirnthrombosen auslösen könnte

Von Sascha Zoske
08.06.2021
, 12:09
Hochwirksam und trotzdem umstritten: das Covid-19-Vakzin des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca
Forscher aus Frankfurt und Ulm wollen herausgefunden haben, was die seltene Komplikation bei Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von AstraZeneca verursacht. Ihre Theorie ist elegant – doch es bleiben Fragen.

Die Idee kam Rolf Marschalek nach einem Gespräch unter Kollegen. Die Forscher unterhielten sich über die Hirnvenenthrombosen, die in sehr seltenen Fällen nach einer Corona-Impfung mit dem AstraZeneca-Wirkstoff auftreten. Der Kollege sagte: „Eigentlich ist das doch wie bei Covid-19-Patienten. Die haben auch Thrombosen.“ Könnten Virusproteine, die für solche Blutgerinnsel verantwortlich gemacht werden, auch nach einer Impfung Gefäßverschlüsse verursachen? Schließlich beruhen alle derzeit zugelassenen Immunisierungsverfahren darauf, dass der Körper zur Herstellung eines Virusbausteins angeregt wird, der dann wiederum die Abwehr stimuliert.

Marschalek wies den Gedanken zuerst von sich. Die Spike-Proteine, die nach der Impfung gebildet würden, gelangten doch nicht in die Blutbahn, dachte er. Vielmehr seien sie auf den Oberflächen der Körperzellen verankert, und dort würden sie vom Immunsystem gefahrlos erkannt. Was aber, wenn ein Teil des Virus-proteins doch in die Gefäße gespült würde? Der Professor entschloss sich, mit seiner Arbeitsgruppe der Hypothese nachzugehen. Was die Frankfurter Forscher zusammen mit Molekulargenetikern der Uni Ulm herausfanden, könnte die teils tödlichen Nebenwirkungen der Astra-Impfung erklären – auch wenn noch eine Reihe von Fragen zu beantworten sind.

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Autorenporträt / Zoske, Sascha
Sascha Zoske
Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.
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