Inzidenz sinkt

Hessens Corona-Landkarte hellt sich auf

Von Thorsten Winter
07.04.2021
, 11:52
Gut 1000 neue Corona-Fälle weniger als vor einer Woche haben hessische Gesundheitsämter über Nacht gemeldet. Die Inzidenz sinkt klar. Die Daten sind aber weiter mit Vorsicht zu genießen.

Abermals auf den ersten Blick recht erfreuliche Nachrichten kommen zum Corona-Infektionsgeschehen aus Hessen. Die Gesundheitsämter im Land haben dem Robert-Koch-Institut über Nacht gut 1000 neue Fälle weniger gemeldet als vor Wochenfrist. In der Folge sackt die Inzidenz als zentrale Corona-Kennziffer ab. Sie liegt aber weiter knapp zehn Punkte über dem Niveau im Bund.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt aber weiter zu bedenken: „Rund um die Osterfeiertage ist bei der Interpretation der Fallzahlen zu beachten, dass zum einen meist weniger Personen einen Arzt aufsuchen, dadurch werden weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt.“ Dies habe dazu geführt, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet worden seien. „Zum anderen kann es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden an allen Tagen an das RKI übermitteln“, heißt es weiter aus Berlin.

Derweil überraschen Stadtpolitiker von Dieburg mit der Aussage, sie müssten über eine Teilnahme am Tübinger Modell „erst testen, dann einkaufen“ erst noch beschließen. Ende März hatte die Landesregierung mitgeteilt, Alsfeld, Baunatal und die südhessische Kleinstadt ausgewählt zu haben aus vielen Bewerbern. Allerdings hat sich Dieburg nach eigenen Angaben nicht isoliert vom Kreis beworben.

Binnen 24 Stunden sind dem RKI aus Hessen 811 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Vor einer Woche waren es noch 1879. Insgesamt wurden in Hessen seit Beginn der Pandemie 226.031 Infektionen nachgewiesen, wie das für die Seuchenbekämpfung zuständige Institut weiter meldet. Die landesweite Inzidenz, das sind die binnen Wochenfrist eingelaufenen Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen, sank laut RKI auf 119,7. Im Bund beträgt sie gut 110. Am Vortag hatte der Wert bei 133 gelegen und vor einer Woche 138 betragen. Schleswig-Holstein steht mit dem Wert 62 am besten da, Thüringen mit 188 am schlechtesten, bei fallender Tendenz.

Kein tiefroter Flecken mehr

Am höchsten war die Inzidenz am Mittwoch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg mit 233,6 gefolgt von der Stadt Offenbach mit 219,5. Neun der 21 Landkreise sowie Darmstadt und Kassel liegen wieder unter 100. Nachdem auch Offenbach wieder eine Inzidenz von unter 250 aufweist, ist kein tiefroter Flecken mehr auf der hessischen Corona-Landkarte des RKI zu entdecken.

Nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch gab es zudem 29 weitere Todesfälle. Die Zahl der Menschen, die mit oder an Corona starben, erhöhte sich auf 6410.

Auf den Intensivstationen hessischer Krankenhäuser lagen nach Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin 408 Covid-19-Patienten, 187 von ihnen wurden beatmet, wie dpa meldet. 1711 von 1952 verfügbaren Intensivbetten waren belegt, auch von Menschen mit anderen Krankheiten.

Gut zwölf Prozent in Hessen geimpft

In Hessen sind mittlerweile knapp 1.152.000 Impfdosen verabreicht worden. Darunter sind gut 773.400 Erstimpfungen, 232.500 entfallen auf das Astra-Zeneca-Produkt, das Gros auf den Impfstoff von Biontech. Bei der Erstimpfquote kommt Hessen auf den Wert 12,3. Das bezieht sich prozentual auf die Landesbevölkerung. In ganz Deutschland haben 13 Prozent der Menschen die erste vorbeugende Spritze gegen das Coronavirus bekommen. Am besten steht Bremen mit einer Quote von 15,6 da vor dem Saarland und Schleswig-Holstein mit 15. Rheinland-Pfalz kommt nach einer Abwärts-Korrektur auf 13,6 und Thüringen auf 15.

Bei den Zweitimpfungen liegt Hessen mit einer Quote von 6 vier Zehntel über Bundesniveau. Der Impfstoff von Astra-Zeneca spielt bei den Zweitimpfungen bisher fast keine Rolle. Das liegt auch und gerade an den zwölf Wochen zwischen der ersten und der zweiten Spritze.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Winter, Thorsten (thwi)
Thorsten Winter
Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.
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