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Corona-Krise

Lufthansa besiegelt Aus von Germanwings

Von Timo Kotowski
Aktualisiert am 07.04.2020
 - 18:42
Nichts geht mehr. Lufthansa stellt den Betrieb von Germanwings ein.
Lufthansa beendet den Flugbetrieb der Germanwings, noch bevor Diskussionen über eine mögliche Staatshilfe zum Abschluss gekommen sind. Außerdem verkleinert Lufthansa die Flotte.

Die Corona-Krise führt zum vorzeitigen Aus für die Lufthansa-Tochtergesellschaft Germanwings. „Der Flugbetrieb der Germanwings wird beendet“, teilte der Konzern mit. Der Schritt ist Teil eines Sparprogramms, dass der Vorstand der Deutschen Lufthansa am Dienstag beschlossen hat, noch bevor Diskussionen über eine mögliche Staatshilfe zum Abschluss gekommen sind. Außerdem verkleinert Lufthansa die Flotte, indem Flugzeuge nicht bloß vorübergehend geparkt, sondern stillgelegt werden.

Betroffen davon sind unter anderem sechs Großraumjets vom Typ A380. Nach Einschätzung des Vorstands werde es „Monate dauern, bis die globalen Reisebeschränkungen vollständig aufgehoben sind.“ Bis die weltweite Nachfrage nach Flugreisen wieder dem Vorkrisen-Niveau entspreche, würden Jahre vergehen.

Vor einem nahen Ende von Germanwings hatten die Flugbegleitergewerkschaft Ufo und die Pilotenvereinigung Cockpit seit Tagen gewarnt. Weil für nahezu alle Konzernteile Vereinbarungen zur Kurzarbeit geschlossen wurden, nicht aber für Germanwings, sahen sie das Aus der Betriebseinheit schon als ausgemachte Sache an. Nun sind ihre Befürchtungen bestätigt. Ohnehin wollte Lufthansa den Germanwings-Betrieb einstellen, die rund 30 Flugzeuge flogen nicht mehr unter der eigenen Marke, sondern waren in der Eurowings-Flotte eingegliedert. Um die Profitabilität zu erhöhen, sollte Eurowings in Deutschland auf einen Betrieb konzentriert werden, ohne die mit höheren Personalkosten arbeitende Germanwings. In der Coronakrise wird dieser Schritt nun im Eiltempo vollzogen.

Auch Eurowings soll schrumpfen

Dabei ist nicht fest ausgemacht, dass alle Beschäftigten ihre Anstellung behalten, denn auch Eurowings soll schrumpfen. Vor allem das Eurowings-Langstreckengeschäft, für das der Konzern seit längerem an Alternativen arbeitet und das schon kommerziell von der Muttermarke verantwortet wird, wird verkleinert. „Für alle Mitarbeiter, die von dem Restrukturierungspaket betroffen sind, gilt weiter das Ziel, möglichst vielen eine Weiterbeschäftigung innerhalb der Lufthansa Group zu bieten“, teilte der Konzern mit. Mit Arbeitnehmervertretern soll es zügig Gespräche über neue Beschäftigungsmodelle zur Sicherung „von möglichst vielen Arbeitsplätzen“ geben.

Auch das Aus für sechs A380-Flugzeuge folgt einem Plan, der nun beschleunigt wird. Lufthansa hatte mit Airbus schon vereinbart, diese Flugzeuge 2022 an den Hersteller zurückzuverkaufen. Solange will man nicht mehr warten. In der Konzernflotte bleiben nur noch acht Exemplare des größten Passagierflugzeugs der Welt. Insgesamt sollen in deutschen Betriebseinheiten des Konzerns 42 Flugzeuge dauerhaft aus dem Betrieb genommen werden. Darunter sind sieben A340-600 und fünf Boeing-Jumbojets vom Typ 747-400, denen Lufthansa aufgrund ihres Alters eine geringe Treibstoffeffizienz und Wirtschaftlichkeit im Betrieb attestiert.

Auch für Auslandsgesellschaften wird der Sparkurs verschärft, Swiss will neue Flugzeuge später in Dienst stellen und ältere eher ausmustern. Das Sparprogramm strahlt zudem auf Partner außerhalb des Konzerns aus, mit denen Vereinbarungen zur Anmietung von Flugzeugen samt Personal gekündigt wurden. So war TUI fly mit einigen Jets für Eurowings unterwegs.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Kotowski, Timo
Timo Kotowski
Redakteur in der Wirtschaft.
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