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Frankfurter Perspektiven 2020

Die Frankfurter Skyline ist deutschlandweit einmalig, für manche steht sie gar europaweit außer Konkurrenz. Bereits jetzt befinden sich die zehn höchsten Hochhäuser des Landes in der Finanzmetropole. Foto: dpa

16.01.2020 · Es dürfte ein spannendes Jahr werden. Für zwei Riesenprojekte stehen grundsätzliche Beschlüsse an. Zum einen geht es um die Frage, ob die Städtischen Bühnen neu gebaut oder saniert werden sollen, zum anderen ist über den Bau einer Multifunktionsarena zu entscheiden. Große Summen sollen in Schulen und Kitas fließen, die Sperrung des Mainufers bleibt strittig, das Geld im Haushalt wird knapp, der Wohnraum ist es schon, und außerdem sind mehr Überwachungskameras geplant.



Stickoxidwerte senken, sonst drohen Fahrverbote
von HANS RIEBSAMEN

En­de des Jah­res wird sich ent­schei­den, ob es in Frank­furt Die­sel-Fahr­ver­bo­te ge­ben wird. Bis da­hin müs­sen nach dem Spruch des Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs in Kas­sel die zur­zeit an ei­ni­gen Stra­ßen zu ho­hen Stick­oxid­wer­te so weit ge­senkt wer­den, dass sie die ge­setz­li­chen Grenz­wer­te nicht mehr über­schrei­ten. Am stärks­ten in der Pflicht steht Ver­kehrs­de­zer­nent Klaus Oe­s­ter­ling (SPD), der nun ent­spre­chend han­deln muss. Zum Plan dürf­ten auch un­po­pu­lä­re Schrit­te wie et­wa die Weg­nah­me ei­ner Au­to­spur auf je­der Sei­te der Fried­ber­ger Land­stra­ße je­weils zu­guns­ten ei­nes Rad­wegs ge­hö­ren. So ist es mit den In­itia­to­ren des Ra­dent­scheids ver­ein­bart, der mit der Stadt­re­gie­rung ein Ab­kom­men ge­schlos­sen hat, dem auch das Stadt­par­la­ment zu­ge­stimmt hat.

Schon jetzt kann man vor­aus­sa­gen, dass es we­gen der ge­plan­ten Än­de­rung der Ver­kehrs­füh­rung auf der Fried­ber­ger zu hef­ti­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen ähn­lich wie mo­men­tan schon we­gen der Sper­rung des Main­ufers kom­men wird. Noch grö­ße­rer Är­ger kä­me auf Oe­s­ter­ling zu, soll­te er sich we­gen der dro­hen­den Fahr­ver­bo­te ge­zwun­gen se­hen, Pfört­ner­am­peln am Stadt­rand ein­zu­rich­ten, die im Be­rufs­ver­kehr zu lan­gen Staus füh­ren wür­den.




Mehr Kameras im Kampf gegen Kriminalität
von KATHARINA ISKANDAR

In der Frankfurter Innenstadt wird auf die dortige Videoüberwachung hingewiesen. Foto: Picture Alliance



Die Po­li­zei setzt in die­sem Jahr vor al­lem auf neue Ka­me­ras. An der Kon­sta­bler­wa­che und am Kai­ser­sack wer­den die al­ten An­la­gen nach und nach er­setzt. An der Tau­nus­stra­ße im Bahn­hofs­vier­tel und an der Haupt­wa­che wie­der­um kom­men neue Über­wa­chungs­ka­me­ras hin­zu. Da­von ver­spre­chen sich Stadt und Po­li­zei, die Kri­mi­na­li­tät an die­sen neur­al­gi­schen Plät­zen ef­fek­ti­ver zu be­kämp­fen. Da­bei geht es zum ei­nen um Dro­gen- und Ge­walt­kri­mi­na­li­tät, zum an­de­ren geht es um den Schutz vor ter­ro­ris­ti­schen An­grif­fen. Un­klar ist un­ter­des­sen noch, ob es ei­ne ge­plan­te fünf­te An­la­ge im Al­ler­hei­li­gen­vier­tel ge­ben wird. Die Ko­ali­ti­on im Rö­mer konn­te sich in die­ser Fra­ge noch nicht ei­ni­gen.

Eben­so of­fen ist die Er­rich­tung von Ter­ror­ab­wehr­sper­ren an be­son­ders ge­fähr­de­ten Plät­zen, zu de­nen vor al­lem die Haupt­wa­che, der Rö­mer­berg und der Opern­platz ge­hö­ren. Die Po­li­zei hat­te ge­hofft, dass auch die­se Fra­ge in die­sem Jahr ge­klärt wird. Doch der­zeit gibt es in­ner­halb der Stadt aber noch kei­ne Ei­ni­gung, wel­che Art von Sper­ren man sich an wel­chen Plät­zen über­haupt wünscht.




Düstere Prognose für städtische Finanzen
von RALF EULER

Käm­me­rer Uwe Be­cker be­müht sich mit bis­lang mä­ßi­gem Er­folg, die Rö­mer-Ko­ali­ti­on aus CDU, SPD und Grü­nen auf fi­nan­zi­ell schwie­ri­ge Zei­ten ein­zu­schwö­ren. Im städ­ti­schen Haus­halt müss­ten we­gen stei­gen­der De­fi­zi­te Schwer­punk­te ge­setzt und „al­te Zöp­fe“ ab­ge­schnit­ten wer­den, mahnt der CDU-Po­li­ti­ker. Soll hei­ßen: Wenn et­wa zwi­schen Neu­bau be­zie­hungs­wei­se Sa­nie­rung der Städ­ti­schen Büh­nen und ei­nem neu­en Ju­gend- und Kin­der­thea­ter zu wäh­len sei, müs­se die Ent­schei­dung zu­guns­ten der Städ­ti­schen Büh­nen aus­fal­len. Aber auch Ge­büh­ren­er­hö­hun­gen sei­en mög­lich, et­wa bei der Müll­ab­fuhr.

Tat­säch­lich ist die Pro­gno­se für die städ­ti­schen Fi­nan­zen düs­ter. Re­gel­recht dra­ma­tisch könn­te die La­ge wer­den, wenn die der­zeit noch stei­gen­den Ge­wer­be­steu­er­ein­nah­men ein­bre­chen soll­ten; mit 51­ Pro­zent an den Er­trä­gen sind sie die Haupt­ein­nah­me­quel­le der Stadt. Ins­ge­samt wird Frank­furt die­ses Jahr vor­aus­sicht­lich knapp 4,2 Mil­li­ar­den Eu­ro ein­neh­men. Die Aus­ga­ben ver­an­schlagt Be­cker hin­ge­gen auf gut 4,3 Mil­li­ar­den. „Wir in­ves­tie­ren in die­ser Stadt auf Pump“, kon­sta­tiert der CDU-Stadt­ver­ord­ne­te Ulf Ho­mey­er an­ge­sichts die­ser Zah­len. Und SPD-Frak­ti­ons­che­fin Ur­su­la Busch sagt, die Stadt­ver­ord­ne­ten müss­ten sich dar­an ge­wöh­nen, auch ein­mal nein zu sa­gen, wenn es um zu­sätz­li­che Aus­ga­ben ge­he.




Rekordsumme für Bildungsbauten
von MATTHIAS TRAUTSCH

Knapp 2000 Schü­ler kom­men Jahr für Jahr in Frank­furt hin­zu, rech­ne­risch muss die Stadt al­so wie­der zwei bis drei neue Schu­len grün­den. Da das aber nicht pas­sie­ren wird, bleibt die Schul­platz-Knapp­heit bis auf wei­te­res das gro­ße The­ma un­ter den El­tern. Im­mer­hin tun die Ver­ant­wort­li­chen in­zwi­schen al­les, um das Pro­blem zu­min­dest mit­tel­fris­tig zu be­he­ben: 2020 soll die Re­kord­sum­me von 175 Mil­lio­nen Eu­ro in Bil­dungs­bau­ten in­ves­tiert wer­den, das ist fast dop­pelt so viel wie vor drei Jah­ren.

Um schnel­ler Ka­pa­zi­tä­ten zu schaf­fen, setzt die Stadt auf Mo­dul­bau­ten wie die rie­si­ge An­la­ge an der Mi­quel­al­lee, in die nach dem Ador­no-Gym­na­si­um jetzt auch die Holz­hau­sen­schu­le zie­hen soll. In dem 55 Mil­lio­nen Eu­ro teu­ren Über­gangs­quar­tier wer­den dann mehr als 2000 Schü­ler un­ter­rich­tet. Und auch in an­de­ren Stadt­tei­len tut sich et­was: In Sind­lin­gen kann die Lud­wig-We­ber-Schu­le ih­ren Neu­bau be­zie­hen, in Sach­sen­hau­sen wird die sa­nier­te Mühl­berg­schu­le er­öff­net, und in Sos­sen­heim geht der Neu­bau der Hen­ri-Dun­ant-Schu­le in Be­trieb.




Von einer Theaterbaustelle zur anderen
von MICHAEL HIERHOLZER

Die­ses Mal scheint es tat­säch­lich zu klap­pen. Nach­dem Mi­cha­el Quasts Flie­gen­de Volks­büh­ne im vo­ri­gen Jahr ent­ge­gen der Pla­nung noch im­mer nicht lan­den konn­te, weil sich auf der Bau­stel­le im­mer neue Schwie­rig­kei­ten er­ga­ben, dürf­te der Pre­mie­re des Thea­ters in der künf­ti­gen fes­ten Spiel­stät­te, dem Can­ta­te-Saal ne­ben dem Goe­the-Haus, am 24.​ Januar nun nichts mehr im Weg ste­hen. Ein lan­ger Irr­flug wä­re da­mit be­en­det, und die Stadt hät­te an ei­nem tra­di­ti­ons­rei­chen Ort wie­der ei­ne In­sti­tu­ti­on, die sich nicht nur um die Mund­art, son­dern auch um vie­ler­lei an­de­re spe­zi­fisch Frank­fur­ter The­men aus Ge­schich­te und Ge­gen­wart küm­mert.

Noch viel Was­ser wird den Main hin­ab­flie­ßen, bis am Wil­ly-Brandt-Platz oder an­ders­wo die Bau­ar­bei­ten über­haupt erst be­gin­nen. Für Kul­tur­de­zer­nen­tin Ina Hart­wig (SPD) blei­ben die Städ­ti­schen Büh­nen zu­nächst nur im über­tra­ge­nen Sinn die größ­te Bau­stel­le, mit der sie es zu tun hat. Sa­nie­rung oder Ab­riss und Neu­bau, das ist hier die Fra­ge, die in die­sem Jahr die Ge­mü­ter noch hef­tig er­re­gen wird. Dem­nächst kom­men je­den­falls die Zah­len auf den Tisch, wie teu­er der Stadt ei­ne Er­neue­rung des Be­ste­hen­den im Ver­gleich zu ei­nem Neu­bau kä­me. Wie, wo und ob über­haupt Oper so­wie Schau­spiel ih­ren gro­ßen Auf­tritt im 21. Jahr­hun­dert ha­ben wer­den, wird En­de 2020 wahr­schein­lich ge­klärt sein. Ganz si­cher ist das an­ge­sichts des bis­her vor­ge­leg­ten Tem­pos nicht.




Ringen um Standort der Multifunktionsarena
von TOBIAS RÖSMANN

Multifunktionsarena: Am Kaiserlei soll eine neue Arena gebaut werden. Foto: Ballcom Digital Public Relations / Stefen Ball



In der Sport­po­li­tik steht ei­ne der wich­tigs­ten In­fra­struk­tur­ent­schei­dun­gen der nächs­ten Zeit an: Es geht um die seit vie­len Jah­ren ge­plan­te Mul­ti­funk­ti­ons­a­re­na. In ei­ner sol­chen Hal­le sol­len zum ei­nen Pro­fi­ver­ei­ne wie die Bas­ket­bal­ler der Sky­liners und die Eis­ho­ckey­spie­ler der Lö­wen ih­re Heim­par­ti­en aus­tra­gen. Zum an­de­ren ist ei­ne sol­che Are­na als Ort für Kon­zer­te al­ler Art ge­dacht. Kurz vor Weih­nach­ten ließ Sport­de­zer­nent Mar­kus Frank (CDU) wis­sen, dass der seit lan­gem von ihm fa­vo­ri­sier­te fran­zö­si­sche In­ves­tor al­le we­sent­li­chen Punk­te der Aus­schrei­bung er­füllt ha­be.

Frank klang da­mals so, als wä­re der Bau des für den Kai­ser­lei vor­ge­se­he­nen Ge­bäu­des, das bis zu 150 ­Mil­lio­nen Eu­ro kos­ten und et­wa 13.000 Zu­schau­er fas­sen soll, nur noch ei­ne Form­sa­che. Doch so ist es nicht. Vor al­lem die SPD-Frak­ti­on im Rö­mer ver­langt vom Sport­de­zer­nen­ten, ein Mit­te 2019 ver­öf­fent­lich­tes Kon­kur­renz­pro­jekt, das am Flug­ha­fen ent­ste­hen soll, ernst­haf­ter zu prü­fen, als er es bis jetzt ge­tan hat. Dort will ein Kon­sor­ti­um um ein ka­na­di­sches Un­ter­neh­men rund 330 ­Mil­lio­nen Eu­ro für ei­ne Are­na samt Ho­tel in­ves­tie­ren, die et­wa 23.000 Zu­schau­ern Platz bie­tet. Ei­ne Ent­schei­dung über Stand­ort und Grö­ße der Are­na soll­te die Ko­ali­ti­on un­be­dingt noch vor der Kom­mu­nal­wahl im Früh­jahr 2021 tref­fen.




Mehr Platz für Hochhäuser und neue Wohnungen
von RAINER SCHULZE

Das Hochhausprojekt Four wird bis voraussichtlich 2024 in der Frankfurter Innenstadt gebaut. Simulation: Groß & Partner

Der Hoch­haus­rah­men­plan re­gelt, an wel­chen Stel­len im Stadt­ge­biet Hoch­häu­ser er­rich­tet wer­den dür­fen. Weil die Stand­or­te für neue Wohn- und Bü­ro­tür­me zur Nei­ge ge­hen, soll das Re­gel­werk in die­sem Jahr fort­ge­schrie­ben wer­den. Wo wei­te­re Hoch­häu­ser ge­baut wer­den kön­nen, soll bis zum Jah­res­en­de fest­ste­hen. Au­ßer­dem ar­bei­tet das Pla­nungs­de­zer­nat an der Ent­wick­lung neu­er Wohn­ge­bie­te. Für den ge­plan­ten Stadt­teil im Nord­wes­ten an der A5 sol­len die Grund­la­gen ge­schaf­fen wer­den. Im Som­mer wird dann au­ßer­dem ein städ­te­bau­li­cher Wett­be­werb aus­ge­schrie­ben, an dem sich auch die Bür­ger be­tei­li­gen kön­nen. Die Er­geb­nis­se sol­len im No­vem­ber vor­lie­gen.

Au­ßer­dem will die Stadt die Sied­lun­gen des Neu­en Frank­furt bes­ser in Schuss brin­gen. För­der­geld vom Bund steht zur Ver­fü­gung. Wann die Sa­nie­rung der vor rund hun­dert Jah­ren er­rich­te­ten Wohn­häu­ser be­ginnt, steht al­ler­dings noch nicht fest. Auch vie­le pri­va­te Bau­vor­ha­ben wer­den in die­sem Jahr Ge­stalt an­neh­men. Ei­nes der pro­mi­nen­tes­ten ist das Hoch­haus­pro­jekt „Four“ in der In­nen­stadt. Der Pro­jekt­ent­wick­ler Jür­gen Groß baut dort gleich vier Tür­me auf ei­nen Streich. Noch steckt das Pro­jekt in der Bau­gru­be. Die Hoch­häu­ser sol­len 2024 fer­tig sein.

16.01.2020
Quelle: F.A.Z.

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