Hochhausrahmenplan

Wenige Türme im Angebot

Von Rainer Schulze
22.11.2021
, 18:50
Geplanter Turm: Auch hinter dem Altbau des Polizeipräsidiums (links) in Frankfurt soll ein Hochhaus entstehen.
Sichtbarkeit der Bildbeschreibung wechseln
Mit dem Hochhausrahmenplan steuert Frankfurt die Entwicklung seiner Skyline. Planungsdezernent Mike Josef deutet an, was in dem neuen Papier stehen wird.
ANZEIGE

Im neuen Hochhausrahmenplan der Stadt sollen nur wenige Standorte für neue Türme ausgewiesen werden. Wie Planungsdezernent Mike Josef (SPD) erläutert, könne die Nachfrage nach Büroflächen vorerst durch noch nicht realisierte Bauvorhaben gestillt werden. Verschiedene Gutachten zeigten, dass ausgewiesene Projekte wie das frühere Polizeipräsidium oder das Millennium-Tower-Areal für die aktuelle Nachfrage nach Büroraum „erst einmal auskömmlich“ seien. Es gelte zunächst abzuwarten, wie sich die Nachfrage nach Büroflächen angesichts der Corona-Pandemie und des Themas Home-Office entwickelt. „Der Plan wird daher in der Anzahl der Standorte, die ausgewiesen werden, eher zurückhaltend sein“, sagt der Dezernent in einem Interview, das im Presse-Newsletter der Stadt veröffentlicht wurde.

Wie berichtet, ist der noch unter der vorherigen Koalition erarbeitete neue Hochhausrahmenplan schon weitgehend fertig. Das Papier muss mit der neuen Koalition aber noch abgestimmt werden. Das neue Römer-Bündnis hatte sich unter anderem für strengere Vorgaben zur Begrünung der Fassaden ausgesprochen. Zum Aspekt der Umweltverträglichkeit von Hochhäusern äußert sich Josef nur recht allgemein: Unter dem Gesichtspunkt der Versiegelung und des Flächenverbrauchs sei ein Hochhaus durchaus nachhaltig. Aber auch zur Materialität, zum Energieverbrauch und zum Thema „Graue Energie“ werde es Aussagen im neuen Rahmenplan geben. „Es wird sicherlich in Frankfurt in den nächsten Jahren neue Formen von Hochhäusern geben“, sagt Josef.

ANZEIGE

Pläne für Millennium-Tower

Der Dezernent äußert sich auch zum geplanten Millennium-Tower im Europaviertel, für den ein Architekturwettbewerb ausgelobt wurde: Auf dem Grundstück seien jetzt zwei „etwas niedrigere“ Hochhäuser geplant, mit Wohnungen – davon 40 Prozent im preisbegrenzten Segment. „Das wird klassischer sozialer Wohnungsbau oder Teil des Mittelstandsprogrammes sein. So schaffen wir Durchmischung und hierfür wollen wir als Stadt die Rahmenbedingungen setzen.“ Das Ergebnis des Wettbewerbs soll in zwei Wochen präsentiert werden. Dem Vernehmen nach hat der Architekt Ferdinand Heide den Wettbewerb gewonnen, der höchste Turm soll rund 300 Meter hoch sein.

Josef formuliert auch den Wunsch nach einer öffentlichen Nutzung der Sockelzone von Hochhäusern. „Wir wollen, dass die Hochhäuser für die Bewohnerinnen und Bewohner im Stadtteil offen sind. ,Ich darf hier nicht rein‘ soll es nicht mehr geben. Das gehört auch zu einer hybriden Nutzung dazu.“ Es sei wichtig, dass sich die Hochhäuser öffnen und Kultur, Einkaufsmöglichkeiten, Kitas oder Dienstleistungen für alle anbieten. „So haben die Menschen in der Stadt mehr davon.“ Der Planungsdezernent verweist auf Vorbilder in Toronto, die er besichtigt habe: „Dort gibt es Kinos, Schulen und quasi alles in den Sockeln der Hochhäuser. Es entstehen neue Räume für die Menschen in den Stadtteilen.“ Bezahlbare Wohnungen seien ebenfalls wichtig. Der Hochhausrahmenplan soll Anfang des nächsten Jahres veröffentlicht werden.

ANZEIGE
Quelle: F.A.Z.
Rainer Schulze - Portraitaufnahme für das Blaue Buch
Rainer Schulze
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
Frankfurt Jobs
Jobs in Frankfurt finden
Immobilienmarkt
Immobilien kaufen, mieten und anbieten
Immobilienbewertung
Verkaufen Sie zum Höchstpreis
ANZEIGE