Bejubelter Entwurf

Der nächste Schritt zum Frankfurter Kindertheater ist getan

EIN KOMMENTAR Von Eva-Maria Magel
09.07.2021
, 06:04
Dieses Modell des umgebauten Theaters wurde mit dem ersten Platz ausgezeichnet.
Das Modell für das neue Kindertheater wurde gefeiert und die Kulturpolitiker der jetzige Römer-Koalition sind sich einig: Das Kinder- und Jugendtheater ist kein Einspar-Projekt mehr.
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Euphorie und Erleichterung sind zu spüren gewesen. Selten hört man so viel vom „großen“, gar „wunderbaren“ Tag, wenn ein Architektenwettbewerb über die Bühne geht. Jetzt steht ein Siegerentwurf für das Frankfurter Kinder- und Jugendtheater fest. Noch dazu einer, der in seiner Gestaltung erfüllt, was die Planungsgruppe aus Politikern, Theater- und Baufachleuten auch inhaltlich als Erwartung formuliert hatte: Ein Haus für alle Teile der Gesellschaft zu schaffen, das zeitgenössische und zukünftige Kunst für junges Publikum ermöglicht und einen Ort für die kulturelle und künstlerische Bildung der nächsten Generationen bietet. Offen, einladend, wandelbar: Das sind nicht die schlechtesten Schlagworte für ein Theater, das sich ganz auf die Kinder und Jugendlichen der Stadt und der Region einlassen soll.

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Ein Zeichen für Kultur und Jugend

Noch wird es dauern, bis ein Finanzierungsplan und ein detailliertes Konzept vorliegen. Aber die Theaterszene, weit über Frankfurt hinaus, begreift die Bekanntgabe eines Siegerentwurfs für das Frankfurter Kinder- und Jugendtheater als nächsten, manifesten Schritt hin zur Verwirklichung eines Vorhabens, das seit Jahrzehnten für Frankfurt gefordert wird und schon einmal krachend gescheitert ist. Als ein Signal, dass es nicht noch einmal ein Zurück geben darf.

Kurz vor der Kommunalwahl sah es so aus, als ob die politischen Mehrheiten bröckelten, immer wieder war vom Kindertheater als einem einsparbaren Projekt die Rede. Die Kulturpolitiker der jetzigen Römer-Koalition, die auch in der Jury des Wettbewerbs vertreten waren, sind sich aber offenbar einig: Ein Kindertheater ist ein Muss für eine so junge, diverse und wachsende Stadt wie Frankfurt. Die Pandemie hat gezeigt, wo es hapert an Angeboten für Kinder und Jugendliche, an Orten für Interaktion.

Dass 17 internationale Architekturbüros, darunter klangvolle Namen, ihre Ideen eingereicht haben, spricht auch für den Reiz dieses nicht ganz einfachen Umbauprojekts. Viele Vertreter der jungen Theaterszene sehen das Gebäude längst als Ort des Kindertheaters. Vielleicht ein Ansporn für Politik und Verwaltung, die Ausarbeitung und die Bewilligung des Projekts nicht über Jahre hinzuziehen. Man wartet auf den nächsten Schritt.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Magel, Eva-Maria
Eva-Maria Magel
Leitende Kulturredakteurin Rhein-Main-Zeitung.
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