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Aktion „F.A.Z.-Leser helfen“

Die Zukunft fest im Blick

Von Marie Lisa Kehler und Daniel Schleidt
Aktualisiert am 04.11.2019
 - 12:59
Unterstützung für ein besseres Leben: In Kenia wird Mohameds Sehkraft ermittelt.
Die Spendenaktion „F.A.Z.-Leser helfen“ unterstützt zwei Projekte in Kenia und Frankfurt. Es geht um konkrete Hilfe in der Not – oft mit scheinbar einfachen Mitteln.

Wenn seine Freunde gespielt haben, saß Mohamed Hamibi Mako immer daneben. Mit einer Sehkraft von nur zehn Prozent war an Fangen und Fußball spielen oder Verstecken für ihn nicht zu denken, und wenn er es doch versuchte, war er orientierungslos, stürzte und verletzte sich. Mit traurigem Gesichtsausdruck sitzt der sechs Jahre alte Junge in einer Augenklinik in Kenia. Mohamed sieht nur verschwommen, und zwar vom ersten Tag an. Seine Sehschwäche ist angeboren.

Doch Mohamed kann geholfen werden, mit scheinbar einfachen Mitteln: Eine Brille erhöht seine Sehkraft auf 50 Prozent. Allerdings wussten seine Eltern lange Zeit nicht, dass man Augenkrankheiten behandeln kann, und als sie es wussten, konnten sie sich die etwa zweistündige Anreise in das Hospital nicht leisten – sie kostet weniger als zehn Euro.

Das Schicksal von Mohamed ist in Kenia keine Seltenheit. Rund ein Drittel der knapp 50 Millionen Menschen in dem ostafrikanischen Land hat weniger als 1,90 Dollar am Tag zur Verfügung und lebt damit unterhalb der Armutsgrenze. Medizinische Behandlungen an den Augen spielen deshalb im täglichen Kampf um das Überleben oft eine untergeordnete Rolle. Für die Betroffenen hat das erhebliche Folgen, weil nicht behandelte Augenerkrankungen häufig Ausgangspunkt einer Negativspirale sind: Den meisten blinden Kindern bleibt in Kenia der Schulbesuch verwehrt, Erwachsene sind wegen fehlender Ausbildungsmöglichkeiten arbeits- und perspektivlos.

Augenstationen in vier Krankenhäusern

Etwas gegen diesen Kreislauf in Kenia zu tun ist in diesem Jahr ein Ziel der Spendenaktion „F.A.Z.-Leser helfen“. Dafür arbeitet diese Zeitung mit der in Bensheim ansässigen Christoffel-Blindenmission zusammen. Die Hilfsorganisation will mit dem Projekt „Right to Sight“ die augenmedizinische Versorgung der Bevölkerung sicherstellen. Das Ziel ist, den über Jahre hinweg angehäuften Rückstand an nicht behandelten Augenerkrankungen abzuarbeiten und neue zu vermeiden.

Mit Unterstützung der Organisation werden in vier Krankenhäusern landesweit Augenstationen betrieben, darunter in Kwale und in Kikuyu nahe der Hauptstadt Nairobi. Dort werden mit den Spenden der F.A.Z.-Leser Erwachsene und Kinder untersucht, Operationen durchgeführt, wird neues Personal ausgebildet. Neben der stationären Arbeit ist die Aufklärung der Bevölkerung ein Schwerpunkt. Sie erfolgt in Schulen und in sogenannten Outreaches, bei denen im ganzen Land, teils in abgelegenen, armen Gegenden, medizinische Fachkräfte Untersuchungen durchführen und die Menschen bei Bedarf an eine der Kliniken überweisen.

Ohne die Unterstützung der Blindenmission hätte auch Mohamed nicht geholfen werden können. Als der Sechsjährige erstmals eine Brille bekommt, reagiert er fast geschockt über die gewonnene Sehkraft. Dann sieht er einen roten Ball, der im Raum liegt, ergreift ihn – und geht mit seinem Zwillingsbruder raus zum Spielen.

Ein Begegnungsort für Mädchen und Frauen

Die Menschen, die sich in Kenia für die Belange der Sehbehinderten engagieren, schauen bei ihrer Arbeit selten auf die Uhr. Dafür ist das große Ganze zu bedeutsam. Das Gleiche gilt für Tea Houamel. Sie ist eine von sieben Initiatorinnen des Vereins Mädchenbüro Milena in Frankfurt. Als es um die Gründung des Vereins ging, wollte sie gar nicht erst wissen, wie viel Arbeit auf sie zukommen würde. Stattdessen hat sie genickt und gewusst, dass es an der Zeit ist, etwas zurückzugeben. Die heute 28 Jahre alte Houamel hat früher selbst jeden Nachmittag ein Angebot der Jugendhilfe genutzt. Ihre damaligen Betreuerinnen bezeichnen sie immer noch als Mitglied der Familie. Und da hilft man sich – auch, wenn es um die Gründung eines Vereins geht.

Die Sozialpädagoginnen Oksana Frei und Maneesorn Koldehofe waren es, die 2014 ahnten, dass die Integration geflüchteter Menschen eine der größten Herausforderung der Stadtgeschichte werden könnte. Beide Frauen kündigten ihre Festanstellung in einer Jugendeinrichtung und suchten Mitstreiterinnen, um das Mädchenbüro Milena ins Leben zu rufen. Ihr Plan war es, einen Begegnungsort für Mädchen und Frauen mit und ohne Fluchtgeschichte zu schaffen, an dem sie „ohne viel Aufwand die Hilfe bekommen, die sie benötigen“, wie Frei sagt. „Es geht darum, Mädchen und Frauen stark zu machen“, fügt Koldehofe an.

Unterstützerinnen fanden sie in den Reihen derer, denen sie einst halfen. „Meine Eltern sagen mir immer, dass ich nie vergessen soll, was die beiden für mich getan haben“, sagt auch Monia Ailli. Auch sie kennt Frei und Koldehofe schon seit Jahren. Die Pädagoginnen haben ihr einst geholfen, als es Probleme in der Schule und mit den Eltern gab. Heute arbeitet Ailli als Krankenschwester. Nebenbei hilft sie im Mädchenbüro aus.

Seit 2014 sind die Räume an der Rödelheimer Landstraße Anlaufstelle für Frauen und Mädchen aus 19 Nationen. Vormittags werden unentgeltlich Sprachkurse für geflüchtete Frauen angeboten, damit die sich aktiv in das gesellschaftliche Leben einbringen können. Ihre Kleinkinder werden in der Zwischenzeit von anderen Müttern betreut. Mittags kommen die Mädchen. Sie erhalten eine warme Mahlzeit, Hilfe bei den Hausaufgaben und einen Ort, an dem sie Leichtigkeit erfahren.

In den vergangenen Jahren ist eng geworden im Mädchenbüro. „Es ist laut, es ist wuselig, es fehlt an Rückzugsmöglichkeiten“, sagt Koldehofe. Jetzt zieht das Mädchenbüro um. Und dabei müssen alle helfen. Möbel müssen ab- und wieder aufgebaut, Umzugskartons geschleppt werden. 380 Quadratmeter stehen den Mädchen und Frauen von November an in Bockenheim zur Verfügung. Auch während der Umzugsphase war das Mädchenbüro stets geöffnet. Koldehofe und Frei wollen den Frauen und Mädchen das Gefühl geben, willkommen zu sein. Durch das Spendenprojekt „F.A.Z.-Leser helfen“ sollen der Kauf neuer Möbel für die Einrichtung und die Ausweitung der Sprachkurse ermöglicht werden.

Spenden für das Projekt „F.A.Z.-Leser helfen“

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und die Frankfurter Allgemeine/ Rhein-Main-Zeitung bitten um Spenden für das Kinder-Palliativ-Team Südhessen, um Eltern zu unterstützen, die ein Kind mit lebensverkürzender Behinderung erwarten, und ein Projekt der Christoffel-Blindenmission in Paraguay, mit dem verhindert werden soll, dass Frühgeborene erblinden.

Spenden für das Projekt „F.A.Z.- Leser helfen“ bitte auf die Konten:

- Bei der Frankfurter Volksbank IBAN: DE94 5019 0000 0000 1157 11

- Bei der Frankfurter Sparkasse IBAN: DE43 5005 0201 0000 9780 00

Spenden können steuerlich abgesetzt werden. Weitere Informationen zur Spendenaktion im Internet unter der Adresse www.faz-leser-helfen.de

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Kehler, Marie-Lisa
Marie Lisa Kehler
Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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Autorenporträt / Schleidt, Daniel
Daniel Schleidt
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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